Es ist eine erfreuliche Entwicklung, nachdem es zwischendurch schlechte Nachrichten gegeben hatte: Der Freistaat saniert derzeit rissige und lockere Stellen an der Balustrade des Regentenbaus. Die Arbeiten verzögern bis Herbst. Solange ist Bad Kissingens Wahrzeichen von einem Baugerüst verdeckt. Der Regentenbau mit dem Max-Littmann-Saal ist das Hauptkonzertgebäude für den Kissinger Sommer, der am 20. Juni startet. Die Arbeiten kollidieren also mit dem Festival.
Lange gingen die Verantwortlichen beim Kissinger Sommer, der Stadt sowie Staatsbad Bad Kissingen davon aus, dass zumindest die Arbeiten an der Frontseite zum Haupteingang und dem Rondell rechtzeitig zum Eröffnungskonzert beendet sein würden. Vergangene Woche informierte das Staatliche Bauamt Schweinfurt dann darüber, dass die Arbeiten sich verzögern und auch ein Teilabbau aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei. Das Gerüst solle während des renommierten Festivals stehen bleiben und für Baustellenatmosphäre, statt eines angemessenen Festivalrahmens bei Starmusikern, Promis und Gästen sorgen.
Kritik an Gerüst-Entscheidung des Bauamts
Die Ankündigung stieß in Bad Kissingen auf Kritik. Intendant Alexander Steinbeis reagierte beispielsweise irritiert, ob der Kurzfristigkeit und weil er negative Besucherreaktionen und einen unschönen Eindruck in Fernsehen und Zeitungen verhindern will. Er forderte eine optische Aufwertung der Baustellensituation. Leser kritisierten im Internet und in Leserbriefen das Vorgehen des Bauamtes, die Arbeiten nicht mit dem Festival abzustimmen.
Jetzt gibt es nach Gesprächen zwischen dem Staatlichen Bauamt und der Stadt Bad Kissingen eine Lösung. „Die Sanierungsarbeiten am Regentenbau benötigen aufgrund unvorhersehbarer Umstände leider länger als geplant. Um die Arbeiten in Einklang mit den Anforderungen des bald startenden Kissinger Sommers zu bringen, wird ein Teil des Gerüsts bis zur Fortsetzung der Arbeiten zurückgebaut, der andere Teil optisch ertüchtigt“, teilt das Rathaus nun mit.
Kissinger Sommer 2025: Doch kein Gerüst an der Front
Das heißt: Das Gerüst an der Front wird Ende dieser Woche abgebaut, die Balustrade anderweitig technisch gesichert, damit sich keine Teile lösen und herunterfallen können. Nach dem 20. Juli wird das Gerüst wieder aufgebaut und die Sanierung fortgesetzt. Das Gerüst an der Ludwigstraße bleibt wie geplant stehen, soll aber mit Bannern verkleidet und optisch aufgewertet werden.
Das kostet Geld: „Die Mehrkosten für den Rück- und Wiederaufbau des Gerüsts belaufen sich auf einen oberen vierstelligen Betrag, die nach derzeitigem Stand vom Festival getragen werden“, so das Rathaus. Die Steinmetzfirma werde keine Stillstandskosten geltend machen. Die Variante, das Gerüst an der Front abzubauen, sei günstiger, als die gesamte Front mit Bannern zu verkleiden.
Intendant Steinbeis zeigt sich erleichtert darüber, „dass es gelungen ist, mit dem Staatlichen Bauamt eine tragfähige Lösung für die Situation am Regentenbau während des anstehenden Festivals zu finden.“ Er lobt den Einsatz von Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD), der sich für diese Lösung starkgemacht habe. „So können wir unseren Gästen von nah und fern auch in diesem Jahr ein kulturelles Erlebnis in einem würdigen Rahmen bieten – mit Musik auf höchstem Niveau in einem der schönsten Konzertsäle der Welt“, sagt Steinbeis. Klassikfans und Musiker dürfen sich uneingeschränkt auf den Kissinger Sommer vom 20. Juni bis 20. Juli freuen.
Info: Alle Artikel zum Kissinger Sommer finden sie auf unserer Themenseite!

















