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Digitale Welt für Patienten
E-Rezept: Schneller zu Medikamenten
E-Rezept
E-Rezepte stellen eine große Erleichterung dar: Es wird Zeit und Papier gespart. Der Weg in die Arztpraxis fällt weg. // Foto: AdobeStock, Boris Zerwann
Coburg – Ein kleiner Chip auf der Gesundheitskarte revolutioniert die Medikamentenversorgung. Das E-Rezept spart Zeit und vereinfacht den Weg zur Apotheke.

Elke Schneider ist 58 Jahre alt und leidet an Bluthochdruck. Seit Jahren nimmt sie regelmäßig ein bestimmtes Medikament ein, das sie quartalsweise vom Hausarzt verschrieben bekommt. Früher bedeutete das: Termin in der Praxis vereinbaren, lange Wartezeiten in Kauf nehmen, Rezept abholen, zur Apotheke fahren – ein ganzer Vormittag war schnell verplant. 

Das sagt der Arzt dazu

Seitdem ihre Hausarztpraxis elektronische Rezepte (E-Rezepte) ausstellt, hat sich für Frau Schneider einiges verändert. Nun genügt ein kurzer Anruf in der Praxis, um ein Folgerezept anzufordern. Als gesetzlich Versicherte kann Frau Schneider ihr E-Rezept dann direkt über ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlösen.

Rezept auf der Karte gespeichert

Das Rezept wird nach der Ausstellung durch den Arzt digital auf der Karte gespeichert – ganz ohne Ausdruck oder Papierformular. Wenn sie ihr Medikament braucht, geht sie einfach in eine Apotheke ihrer Wahl und lässt dort ihre eGK ins Kartenlesegerät stecken.  Die Apotheke kann das Rezept direkt auslesen und das Medikament bereitstellen. Alternativ kann Frau Schneider die E-Rezept-App nutzen, wenn sie unterwegs bequem eine Apotheke aussuchen oder den QR-Code direkt vorzeigen möchte. Nach wie vor muss sie quartalsweise ihre elektronische Gesundheitskarte in ihrer Arztpraxis einlesen lassen.

Weniger Bürokratie, mehr Zeit

Mit dem E-Rezept wird der Weg zur medizinischen Versorgung deutlich unkomplizierter. Arztpraxen, Apotheken und Krankenkassen profitieren von weniger Bürokratie, und auch Patientinnen und Patienten sparen Zeit: Folgeverschreibungen innerhalb eines Quartals können ausgestellt werden, ohne dass erneut die Praxis aufgesucht werden muss. 

So funktioniert das Einlösen

  • Nachdem ein Arzt oder eine Ärztin ein E-Rezept erstellt hat, wird dieses sicher in der digitalen Telematik-Infrastruktur gespeichert – und zwar für bis zu 100 Tage. Um das Medikament in einer Apotheke zu erhalten, reicht es, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in das Lesegerät vor Ort einstecken zu lassen oder alternativ den Rezeptcode über die App oder als QR-Code vorzuzeigen.
  • Gut zu wissen: Man braucht weder Zugangsdaten noch weitere Dokumente. Die Apotheke hat durch das System Zugriff auf alle relevanten Informationen und kann das verschriebene Arzneimittel wie gewohnt aushändigen. Auf Wunsch erhalten Sie zudem einen Ausdruck mit den wichtigsten Rezeptdetails.
  • Die E-Rezept-App, entwickelt von der gematik GmbH, kann kostenlos im App Store oder bei Google Play heruntergeladen werden. Rezepte im Blick behalten, Apotheken auswählen und Medikamente abholen oder liefern lassen – all das ist unkompliziert möglich. Sobald das Rezept zugewiesen ist, wird das entsprechende Medikament bis zur Abholung oder Zustellung für Sie reserviert.
  • Zurzeit können gesetzlich Versicherte das E-Rezept nutzen. Eine Ausweitung auf alle privat Krankenversicherten ist geplant. Einige private Krankenversicherungen bieten diese Möglichkeit schon jetzt. 

 

Arzt: Enorme Erleichterung für Patienten

„Das E-Rezept stellt für viele Patientinnen und Patienten eine enorme Erleichterung dar, nicht nur in Bezug auf die Zeitersparnis, sondern auch im Hinblick auf die bürokratischen Hürden“, sagt Dr. Martin Krause, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am MVZ Bad Staffelstein. Für Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist der Wegfall des Praxisbesuchs für Folgeverschreibungen eine deutliche Verbesserung. Die einfache Handhabung über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder die E-Rezept-App spart nicht nur Zelt, sondern ermöglicht auch eine flexiblere und barrierefreie Handhabung der Medikamentenversorgung. 

„Auch aus der Perspektive der Praxis ist das E-Rezept eine wertvolle Entlastung. Der administrative Aufwand für Papierrezepte fällt weg, und die Kommunikation mit Apotheken wird effizienter. Das bedeutet weniger Nachfragen, schnellere Verfügbarkeit von Medikamenten und eine reduzierte Fehlerquote durch papierlose Dokumentation“, hat Dr. Krause festgestellt.

Allerdings gebe es noch einige Herausforderungen: Das E-Rezept gilt nicht für alle Medikamente. Auch für Heilmittel oder Verbandsstoffe sind weiterhin klassische Rezepte erforderlich. Die Nutzung der Telematik-Infrastruktur und die Integration in die bestehenden Praxissoftwarelösungen stellen für viele Praxen noch technische Hürden dar. Der flächendeckende und reibungslose Einsatz ist deshalb noch keineswegs optimal. 

„Insgesamt sehe ich das E-Rezept als großen Schritt in Richtung einer modernen und effizienteren Patientenversorgung, vorausgesetzt, die zugrunde liegenden technischen Strukturen werden in allen Bereichen stabil umgesetzt“, sagt der Mediziner.

 

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