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Kurioser Wettbewerb
Coburger Weihnachtsbaum: Blödelei bringt fast den Sieg
Für den Weihnachtsbaum auf dem Coburger Marktplatz wurde in diesem Jahr erstmals ein Name gesucht.
Für den Weihnachtsbaum auf dem Coburger Marktplatz wurde in diesem Jahr erstmals ein Name gesucht. // Oliver Schmidt
Coburg – Mit einem Online-Voting wurde für den Coburger Weihnachtsbaum ein Name gesucht. „Baumi McBaumface“ lag lange Zeit weit vorne. Der seltsame Vorschlag hat einen britischen Hintergrund.

Der Weihnachtsbaum auf dem Coburger Marktplatz heißt: „Fichtoria“. Das hat am Freitag Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) bei der Eröffnung des Coburger Weihnachtsmarktes bekanntgegeben. Der Name setzt sich aus den Worten „Fichte“ und „Victoria“ zusammen; „Fichte“ deshalb, weil der aus Dörfles-Esbach stammende Weihnachtsbaum nun einmal eine Fichte ist. Mit „Victoria“ ist die britische Queen gemeint, die mit Coburgs Prinz Albert verheiratet war, der wiederum die europäische Tradition des Weihnachtsbaums überhaupt erst auf der britischen Insel populär gemacht hat.

Reichlich seltsamer Vorschlag

Doch um ein Haar (beziehungsweise um eine Nadel) hätte die Fichte den Namen „Baumi McBaumface“ verpasst bekommen. Wie bitte? Ja, „Baumi McBaumface“ lag beim Online-Voting, zu dem die Stadt Coburg auf ihrer Facebookseite aufgerufen hatte, zumindest lange Zeit vorne mit dabei. „Baumi McBaumface“? Dieser reichlich seltsame Vorschlag hat mit einem ähnlich kuriosen Online-Voting in England zu tun.

In England machte „Boaty McBoatface“ das Rennen

Als 2016 ein neues britisches Forschungsschiff für Polarexpeditionen gebaut wurde, gab es einen Wettbewerb: Wie soll dieses Schiff heißen? Der Wettbewerb fand online statt; gewinnen sollte derjenige Name, der beim Internet-Voting die meisten Stimmen erhält. Ein britischer Radiomoderator fand das alles ziemlichen Quatsch und wollte sich über den Wettbewerb lustig machen – und deshalb reichte er zum Spaß einen völlig sinnfreien Vorschlag ein: „Boaty McBoatface“. Tja, und dann kam es natürlich so, wie es kommen musste: Auf „Boaty McBoatface“ entfielen mit Abstand die meisten Stimmen. Was nun? Die Behörden waren der Meinung, dass solch ein Name reichlich unpassend sei. Das stolze Forschungsschiff wurde schließlich – Voting hin, Voting her – nach dem britischen Tierfilmer Attenborough benannt.

Ein PR-Experte aus Coburg fühlte sich ganz offenbar von dieser Aktion inspiriert. Denn als die Stadt Coburg jetzt um Namensvorschläge für den Weihnachtsbaum bat, kam von ihm: „Baumi McBaumface“.

Am Freitag, dem Tag der Weihnachtsmarkteröffnung, hatte „Baumi McBaumface“ auf der Facebook-Seite der Stadt Coburg sogar mehr „Likes“ als „Fichtoria“. Doch die Stadt hatte das Voting bereits am Mittwochabend beendet – „und da lag knapp ,Fichtoria‘ vorne“, wie es aus dem Rathaus heißt.

Protest gegen Entscheidung

Übrigens: Die britischen „Boaty“-Fans legten damals Protest ein, woraufhin sich sogar eine Untersuchungskommission mit der Angelegenheit beschäftigte. Immerhin: Als „Trostpflaster“ heißt ein kleines U-Boot, das sich an Bord vom „Polarschiff Sir David Attenborough“ befindet, seit 2017 „Boaty Mc Boatface“. Ob sich für „ Baumi McBaumface“ auch so etwas finden lässt?

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