Stephan Horn, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg, hat sich zuletzt schon so einige böse Kommentare anhören müssen. Denn für die „Sanierung “ des ehemaligen Güterbahnhofs wurde zwar viel Geld ausgegeben, doch richtig neu sieht das Gelände jetzt gar nicht aus. Ganz im Gegenteil. „Manche haben mir gesagt, das erinnere sie an Chicago im schlimmsten Viertel.“
Stephan Horn ist inzwischen allerdings geübt darin, zu erklären, warum alles so aussieht, wie es aussieht, und warum zum Beispiel nicht jedes Graffiti von den Backsteinwänden entfernt wurde: Das „urbane Flair“ habe man bewusst erhalten, weil so etwas den Zeitgeist treffe. Entsprechend groß sind die Hoffnungen, die nun mit dieser Location verbunden werden: junge Menschen oder gar junge Firmen anlocken, die ähnlich trendige Quartiere vielleicht aus Großstädten kennen, jedoch nie in Coburg vermutet hätten. Denn rund um die Pakethalle, die sich als flexibel nutzbarer Veranstaltungsraum besonders „urban“ präsentiert, können auf dem Gelände sehr moderne Büroräume eingerichtet werden. Wer möchte, kann den nächsten Workshop für sein Team dann auch noch in einem alten Panorama-Wagen veranstalten. Abgefahren!
Trotzdem: Gleich neben dem Panorama-Wagen liegen zig Steinhaufen, zum Teil auch jede Menge Gestrüpp. „Urban“ in allen Ehren, aber hätte man da nicht etwas besser aufräumen können? Stephan Horn schmunzelt: „Das sind nicht etwa Schutthaufen, sondern Wohnräume für Eidechsen.“ Denn dieses Areal ist nicht nur cool, sondern auch ökologisch und nachhaltig.
Lesen Sie auch:














