Unruhige Zeiten beim fränkisch-thüringischen Klinikkonzern Regiomed. Anfang Januar 2024 war für nahezu alle Gesellschaften innerhalb des Verbunds ein Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt worden. Zum 1. April 2024 wurde in diesen Insolvenzverfahren die sogenannten Hauptverfahren eröffnet. Das bedeutet: Die Suche nach einer Zukunftslösung geht in ihre entscheidende Phase.
In einem weiteren Update, das Regiomed für die Medien regelmäßig zur Verfügung stellt, wurde am Freitag über den aktuellen Stand informiert.
So wird von einer „Auswertung der Leistungsfähigkeit der Regiomed-Einrichtungen seit Eröffnung des (vorläufigen) Eigenverwaltungsverfahrens“ berichtet. Ergebnis: Die Leistungsfähigkeit ergebe ein „leicht über dem Sanierungsplan liegendes Ergebnis“. Dies bedeutet nach den Schilderungen eines Regiomed-Sprechers, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern „unverändert auf gewohnt höchstem Niveau“ weiterlaufe.
„Im üblichen Rahmen“
Dass die Versorgung aufrechterhalten werden kann, dürfte aber auch an der Treue der Belegschaft liegen. Seit Ende Dezember 2023 haben laut Regiomed-Angaben nur rund 80 Personen gekündigt. Angesichts von einer Unternehmensgröße von über 5.000 Beschäftigten würden sich die Kündigungen somit „im üblichen Rahmen“ bewegen.
Am Mittwoch dieser Woche hat Regiomed für sämtliche im Verfahren befindlichen Gesellschaften digitale Mitarbeiterversammlungen abgehalten, um über den aktuellen Verfahrensstand zu informieren.
Die wohl am häufigsten gestellte Frage lautete dabei: Wie geht’s weiter?
Die dazugehörige Antwort dürfte ähnlich ausgefallen sein wie jetzt im Update für die Medien: „Für sämtliche Einrichtungen und Gesellschaften – teilweise für einzelne Teile und teilweise mehrere zusammengefasst – befindet sich Regiomed gemeinsam mit den Sanierungsberatern in Verhandlungen mit potenziellen Investoren.“
Wer sind „potenzielle Investoren“?
Zu den potenziellen Investoren gehören bekanntlich auch die insgesamt vier Gesellschafter von Regiomed. Das sind die Landkreise Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie der Krankenhauszweckverband Coburg, den die Stadt und der Landkreis Coburg bilden.
Details zu den einzelnen Angeboten, die abgegeben wurden, dürfen aus verfahrensrechtlichen Gründen nicht genannt werden. Es ist aber davon auszugehen, dass jeder nur die jeweils die Einrichtungen übernehmen möchte, die in „seinem“ Gebiet liegen. Der Krankenhauszweckverband Coburg beispielsweise dürfte ein Interesse daran haben, das Klinikum Coburg und das Klinikum Neustadt bei Coburg zu übernehmen.
Schwierige Konstruktion bei Regiomed
Einen Interessenten, der den kompletten Regiomed-Konzern übernehmen würde, gibt es offenbar nicht. Das wäre aber auch alles andere als überraschend. Denn mit der schwierigen Konstruktion des Regiomed-Konzerns war zuletzt ja kaum mehr jemand zufrieden.
Zur Frage, wann mit konkreten Ergebnissen gerechnet werden kann, gibt das Update ebenfalls Auskunft: „Aufgrund der Größe des Verbundes werden einzelne Verhandlungsergebnisse früher vorliegen als andere. Es ist demnach wahrscheinlich, dass die Veröffentlichung von Zukunftslösungen für die Regiomed-Gesellschaften nicht zu einem gemeinsamen Zeitpunkt, sondern aufeinander folgend erfolgen.“
Steigt ein Privater Investor ein?
Dass ein privater Investor bei Regiomed einsteigen könnte, ist auf fränkischer Seite bislang nur von der FDP ins Spiel gebarcht geworden. Der Coburger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) und der Coburger Landrat Sebastian Straubel (CSU) haben hingegen bereits mehrfach betont, dass sie die Kliniken in Coburg und Neustadt bei Coburg auch künftig gerne in kommunaler Trägerschaft sehen würden.
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