Wirtschaft und Stadtfinanzen – das sind zwei Themen, die der Jungen Union (JU) in Coburg sehr am Herzen liegen. Ein weiteres ist der Abbau von Bürokratie, wie der JU-Spitzenkandidat Nick Bätz auf Nachfrage erklärt. Doch zunächst müssen die Nachwuchspolitiker noch akzeptieren, dass es vor allem rund um Wahlen sehr viele bürokratische Hürden gibt...
Junge Union und Junge Coburger
Rückblick: 2008 hatten mehrere JU-Mitglieder die Idee, zur Stadtratswahl in Coburg anzutreten. Weil aber auch viele Nicht-Mitglieder dabei waren, firmierte die Liste nicht als „Junge Union“, sondern als „Junge Coburger“ (JC). Um als neue Gruppierung zur Wahl zugelassen zu werden, musste eine bestimmte Anzahl von Unterstützerunterschriften gesammelt werden. Dies gelang – und anschließend wurde auch immerhin ein Sitz im Coburger Stadtrat gewonnen.
2014 und 2020 holten die JC sogar zwei beziehungsweise drei Sitze. Das erneute Sammeln von Unterschriften war aber nicht notwendig, weil es sich ja 2014 und 2020 nicht mehr um eine „erstmalige Kandidatur“ handelte.
Kommunalwahl 2026: JU statt JC
Im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 fiel der Beschluss, erstmals als Junge Union mit einer Liste anzutreten. Dem vorausgegangen war eine Änderung der Wahlrichtlinien in Bayern. Demnach ist es nunmehr möglich, dass auch eigenständige Nachwuchsorganisationen von Parteien kandidieren dürfen.
Eine weitere wichtige Information bekam die Coburger JU vor etwa einem Dreivierteljahr aus München, genauer gesagt aus dem Innenministerium. Nick Bätz erinnert sich: „Es hieß: Wenn mindestens sechs Leute, die bereits für JC kandidiert haben oder die früheren JC-Wahlvorschläge unterschrieben haben, jetzt auf der JU-Liste stehen, dann braucht es keine neuen Unterstützerunterschriften.“ Dieses Kriterium erfüllte die JU locker.
Nach der Nominierung folgte der Schock
Mit der Nominierungsversammlung ließ sich die JU daraufhin Zeit. Erst am Wochenende vor Weihnachten wurde die 40-köpfige Liste beschlossen. Am Sonntagabend wurde eine Pressemitteilung verschickt, in der stolz darüber informiert wurde.
Doch keine 24 Stunden später, im Laufe des Montags, dann der Schock: Nick Bätz reichte den Wahlvorschlag ein, bekam aber plötzlich zu hören, dass die JU nun doch nicht den früheren Wahlvorschlag der JC übernehmen kann. Stattdessen brauche es 215 Unterstützerunterschriften. Knackpunkt ist offenbar, dass sowohl die JU als auch die JC über eigene Satzungen verfügen und deshalb als „organisiert“ gelten. Und bei „organisierten“ Gruppierungen ist eine Übertragung von Wahlvorschlägen nicht so einfach möglich wie gedacht.
Die Zeit drängt: Frist endet am 19. Januar 2026
„Wir verstehen es nicht“, sagt Nick Bätz und klingt verärgert sowie enttäuscht. Andererseits will und kann er sich nicht länger mit juristischen Feinheiten aufhalten. Denn: Die Zeit drängt! Die Frist zum Einsammeln der Unterstützerunterschriften endet um 12 Uhr des 48. Tages vor dem Wahltag, also am 19. Januar 2026.
Ein weiteres Problem: Geleistet werden können die Unterschriften ausschließlich im Bürgerbüro der Stadt Coburg. Und aufgrund der Feiertage rund um Weihnachten und Silvester fallen einige Öffnungstage weg. Die Zeit vor Weihnachten, in der bereits gesammelt hätte werden können, wurde von der JU nicht genutzt, weil man ja zunächst gar nicht wusste, dass man noch Unterschriften sammeln muss.
„Jetzt erst recht“-Stimmung
„Blöd gelaufen“, sagt Nick Bätz, „aber wir müssen es hinnehmen und akzeptieren.“ Zugleich gibt sich der Spitzenkandidat kämpferisch: „Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen können!“ Er verspüre in seinem Team sogar so etwas wie eine „Jetzt erst recht“-Stimmung. Seit dem Schock vom Montag habe er bereits sehr viele Nachrichten und Anrufe erhalten von Menschen, die helfen und unterschreiben wollen. „Wir bekommen sehr viel Zustimmung!“
Lamine Yamal der Coburger JU
Vielleicht hilft es in dieser Situation ja auch, mit Pauline „Paula“ Schubart eine Influencerin auf der JU-Liste zu haben. Alleine auf Instagram hat sie 11.000 Follower, darunter bestimmt auch viele Wahlberechtigte aus Coburg. Prompt veröffentlichte sie auch schon einen Aufruf: Damit „eure Lamine Yamal der JU richtig durchstarten kann“, sollten bitte alle fleißig unterschreiben.
Die Bezeichnung „Lamine Yamal der JU“ hat übrigens mit der Zahl 10 zu tun: Der berühmte Fußballer des FC Barcelona trägt sie als Rückennummer, bei Pauline Schubart ist es der Listenplatz, auf dem sie für den Coburger Stadtrat kandidieren möchte – vorausgesetzt, es klappt noch mit der Zulassung.
Öffnungszeiten Bürgerbüro der Stadt Coburg (Am Viktoriabrunnen):
- Montag, 29. Dezember: 8.30 bis 15.30 Uhr
- Dienstag, 30. Dezember: 8.30 bis 15.30 Uhr
- Silvester & Neujahr: geschlossen
- Freitag, 2. Januar: 8 bis 12 Uhr
- Samstag, 3. Januar: 8 bis 12 Uhr
- Montag, 5. Januar: 8.30 bis 15.30 Uhr
- Heilige Drei Könige: geschlossen
- Mittwoch, 7. Januar: 8 bis 12 Uhr
- Donnerstag, 8. Januar: 8 bis 18 Uhr
- Freitag, 9. Januar: 8 bis 12 Uhr
- Samstag, 10. Januar: 8 bis 12 Uhr
Ab Montag, 12. Januar, wieder regulär: montags & dienstags von 8.30 bis 15.30 Uhr, mittwochs, freitags und samstags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr













