Das wochenlange Tauziehen ist beendet: Der Platz rund ums Globe in Coburg wird Nina-Bellosa-Platz heißen. Außerdem hat der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen am Donnerstag beschlossen, dass es auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs auch eine von-Schultes-Straße geben wird.
Zur Erinnerung: Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, dass das Globe die Adresse von-Schultes-Platz bekommt. Doch dagegen regte sich Widerstand. Für die künftige Kulturstätte, so das Argument einiger Stadträte, wäre ein Name passender, der einen Bezug zu Kultur und Theater hat. Allerdings steht die Stadt bei den Nachfahren des herzoglichen Archivars Johann Adolf von Schultes im Wort. Denn die einstige von-Schultes-Straße war 2015 in Max-Brose-Straße umbenannt worden. Damals hieß es: Bald soll eine andere Straße (oder ein Platz) nach von Schultes benannt werden.
Drei Vorschläge
Am Donnerstag stand ein von-Schultes-Platz gar nicht mehr zur Diskussion. Stattdessen durften sich die acht anwesenden Senatsmitglieder mit drei anderen Vorschlägen befassen: Nina-Bellosa-Platz, Wilhelmine-Schröder-Devrient-Platz und „Am Globe“.
Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU) erlaubte sich gleich zu Beginn der Diskussion die augenzwinkernde Bemerkung, dass sich jedes Navi bei der Spracherkennung bestimmt über einen Wilhelmine-Schröder-Devrient-Platz freuen würde. Ramona Brehm (SPD) warb trotzdem für genau diesen Vorschlag: Die 1860 in Coburg verstorbene Wilhelmine-Schröder-Devrient sei in Kunst und Kultur „eine echte Größe“ gewesen. Außerdem würde eine solche Namenswahl auch Coburgs Offenheit gegenüber etwaigen Sprachbarrieren zeigen. Gerhard Amend (CSB) hielt dagegen: „Dieser Name ist unpraktisch!“
Plädoyer für Nina Bellosa
Birgit Weber (CSU) hielt ein Plädoyer für Nina Bellossa. Die Schauspielerin habe von 1849 bis 1896 das damalige Coburger Hoftheater „geprägt“. Außerdem sei der Klang des Namens schön. Obwohl das auch FDP-Mann Hans-Heinrich Eidt („Nina-Bellosa-Platz hört sich hübsch an!“) so sah, reichte es bei der folgenden Abstimmung nicht für eine absolute Mehrheit: Für einen Nina-Bellosa-Platz gab es vier Stimmen, auf einen Wilhelmine-Schröder-Devrient-Platz entfiel eine Stimme, zwei Stimmen gab es für das schlichte „Am Globe“. Gerhard Amend nahm an dieser ersten Abstimmung nicht teil.
Hans-Herbert Hartan machte daraufhin die Gegenprobe und wollte wissen, wer explizit gegen einen Nina-Bellosa-Platz sei. Da meldeten sich lediglich Peter Kammerscheid (Pro Coburg) und Wolfram Haupt (Grüne), womit der Name mehrheitlich beschlossen war.
Das Tauziehen war damit aber noch immer nicht beendet. Denn ein weiterer Vorschlag der Verwaltung sah eigentlich vor, die gesamte Straßenachse auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände nach Johann Adolf von Schultes zu benennen.
Amend weist auf Problem hin
„Das ist aber doch verwirrend“, merkte Gerhard Amend an. In der Tat: Vor allem die Nebengebäude des Globes würden dann an dieser von-Schultes-Straße liegen, hätten als Adresse aber Nina-Bellosa-Platz. Es dauerte ein bisschen, bis alle Senatsmitglieder der Argumentation von Amend folgen konnten. Daraufhin wurde beschlossen, dass lediglich die Straße, die am Globe in Richtung Süden abzweigt und bis zum Wendehammer nahe der Firma Ros verläuft, den Namen von-Schultes-Straße bekommt. Die Straße, die im Norden des Areals entlang der Pakethalle verläuft, wird „Am Güterbahnhof“ getauft.
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