Update vom 11. März:
Testphase beschlossen: Steingasse wird verkehrsberuhigter Bereich
Die Steingasse in Coburg wird - zumindest testweise - ein verkehrsberuhigter Bereich. Das hat der Verwaltungssenat der Stadt Coburg am Montag mit 7:1 Stimmen beschlossen.
Hier der ursprüngliche Text vom 23. Februar:
Steingasse soll verkehrsberuhigter Bereich werden
Die Coburger Stadtverwaltung wagt sich an ein Thema, das in der Vergangenheit schon mehrmals für hitzige Diskussionen gesorgt hat: Die Steingasse soll zu einem verkehrsberuhigten Bereich werden.
Zwar geht es gerade mal um eine Strecke von vielleicht 50 Metern – und zwar zwischen der Ecke Rückerstraße und der Einmündung Kirchgasse. Außerdem soll es sich zunächst nur um eine Testphase von maximal zwei Jahren handeln. Doch in der Redaktion des Coburger Tageblatts haben sich trotzdem bereits Anwohner gemeldet, die große Bedenken haben. Konkret sind es Gewerbetreibende, die befürchten, dass ihr Lieferverkehr nur noch unter erschwerten Bedingungen erfolgen kann.
Stadt Coburg informiert alle Anwohner
Die Stadt Coburg hat jetzt alle Anwohner des Quartiers rund um die Morizkirche angeschrieben und zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Dort könnten auf Wunsch noch weitere Informationen gegeben werden, wie es heißt.
Die wichtigsten Informationen sind aber ohnehin bereits im Brief genannt. Allen voran: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Voraussichtlich im März würden der Verwaltungs- und der Bausenat darüber entscheiden.
Was genau ist geplant?
Wörtlich heißt es in dem Brief: „Die Stadt Coburg prüft zurzeit die Möglichkeit, die mittlere Steingasse als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen.“
Ziel sei es, den Kraftfahrzeugverkehr zu reduzieren, um auf diese Weise „die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Steingasse somit lebenswerter zu machen“.
Explizit wird darauf verwiesen, dass sich für die Anwohner rund um St. Moriz „kaum“ etwas ändert: „Sie können mit Ihren Fahrzeugen weiterhin zeitlich uneingeschränkt die Steingasse befahren.“
Die wichtigste Änderung werde sein, dass der Fußgängerverkehr „auf der gesamten Breite zulässig ist und von Fahrzeugen nicht gefährdet oder behindert werden darf“.
Schrittgeschwindigkeit statt Tempo 30
Derzeit gilt im besagten Abschnitt der Steingasse noch „Tempo 30“. In einem verkehrsberuhigten Bereich wäre nur noch Schrittgeschwindigkeit erlaubt, also etwas mehr als 3 km/h. Außerdem hätten Fußgänger immer Vorrang.
Laut Straßenverkehrsverordnung wäre es in einem verkehrsberuhigten Bereich sogar erlaubt, dass Kinder auf der Straße spielen. Im Fall der Steingasse erscheint das aber eher unwahrscheinlich. Hier dürfte ein verkehrsberuhigter Bereich vor allem für zwei Situationen hilfreich sein. Erstens: In diesem Abschnitt der Steingasse gibt es sehr viel Gastronomie, die in den Sommermonaten auch gerne Tische nach draußen stellt. Wenn an diesen Tischen weniger Verkehr vorbeirollt, ist das für die dort sitzenden Gäste deutlich angenehmer.
Konflikte mit Elterntaxis
Zweitens: Dieser Abschnitt der Steingasse gilt morgens und mittags als „Hotspot“ – also vor und nach dem Schulunterricht. Zu gefährlichen Konflikten kommt es dann oft zwischen Schülern, die durch die enge Steingasse laufen, und Autofahrenden, die ihre Kinder bis direkt zum Gymnasium Casimirianum bringen oder dort abholen („Elterntaxi“).
Auf Nachfrage des Coburger Tageblatts ist dem Sprecher der Stadt Coburg, Louay Yassin, ein Hinweis sehr wichtig: Sollte es zu einer Testphase mit dem verkehrsberuhigten Bereich kommen, wäre die Zufahrt zum Casimirianum auch weiterhin für jeden möglich – aber in der mittleren Steingasse eben nur noch in Schrittgeschwindigkeit.
Der Absperrpfosten, der vor Monaten mal im Mittleren Kirchgässlein errichtet (und dann wieder entfernt) wurde, sei jetzt ausdrücklich kein Thema.
Der städtische Brief an die Anwohner endet mit einem Hinweis, wie es möglicherweise mittelfristig weitergehen könnte: „Sollte die Testphase positiv bewertet werden, soll anschließend eine Umgestaltung der mittleren Steingasse erfolgen, ähnlich wie in der unteren Steingasse direkt am Markt.“
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