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Spezialität aus Oberfranken
Verkaufserfolg: Coburger Bratwürste in München
Coburger Bratwürste in München
Mitten auf dem Marienplatz in München verkaufte Olaf Vesely beim Christopher Street Day Coburger Bratwürste. // privat
Gastronomie
Coburg – Olaf Vesely hat sich mit einer ebenso simplen wie genialen Geschäftsidee selbstständig gemacht: In München verkauft er Coburger Bratwürste. Im August ist er sogar bei den Open Airs von Adele am Start.
Olaf Vesely
Olaf Vesely wagte vor zwei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit – im Vertrauen darauf, dass die Coburger Bratwürste bestimmt auch in München gut ankommen. Und: Er sollte Recht behalten! // privat

Olaf Vesely ist ganz ehrlich: „Die Idee ist aus einer Bierlaune heraus entstanden!“ Beziehungsweise: Es handelte es sich wohl eher um eine Bratwurst-Laune. Denn nachdem der Coburger vor einigen Jahren nach München gezogen war, hatte er bei privaten Feiern immer mal wieder mit Bratwürsten aus seiner Heimat überrascht. „Alle schwärmten davon“, erinnert sich Olaf Vesely. „Einer sagte dann: Also wenn Du diese Bratwürste in München verkaufen würdest…“

Kult in der bayerischen Landeshauptstadt

Inzwischen ist der schicke, schwarze Verkaufswagen von Olaf Vesely nicht nur regelmäßig auf Wochenmärkten in der bayerischen Landeshauptstadt, sondern ist auch bei zahlreichen Events anzutreffen. Beim Christopher Street Day (CSD) zum Beispiel, der am vergangenen Sonntag gefeiert wurde, stand der Wagen sogar mitten auf dem Marienplatz.

Coburger Treffen in München
Maximilian Forkel (links) freute sich, beim Christopher Street Day in München eine Coburger Bratwurst essen zu können. Rechts: Olaf Vesely. // privat

Die Geschäftsidee, ausgerechnet in München Bratwürste aus Oberfranken zu verkaufen, ist so simpel wie genial. Aber es gehört eben auch eine gehörige Portion Mut dazu, mit dieser Geschäftsidee den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Aufgewachsen in Grub am Forst

Der heute 54-jährige Olaf Vesely stammt ursprünglich aus Grub am Forst. Lange Zeit lebte er in Lautertal, anschließend in Coburg. Beruflich war er in der Automobilindustrie tätig – und somit meilenweit entfernt von der Gastronomie.

Coburger Bratwürste in München
In München gibt es Coburger Bratwürste - zu verdanken ist das Olaf Vesely, der die Idee dazu hatte. // privat

„Der Liebe wegen bin ich nach München gezogen“, erzählt Olaf Vesely von seinem weiteren Lebensweg. Es folgten mehrere Feiern und die besagte Bierlaune – und plötzlich hatte der Coburger ab August 2022 ein kleines Unternehmen, das er einfach „der Coburger“ nannte. So steht es auch groß und breit auf seinem Verkaufswagen.

Olaf Vesely muss schmunzeln: „Es war wirklich nie mein Ziel, dass ich Bratwurstbrater werde!“ Allerdings sagt er auch: „Coburger Bratwürste habe ich schon immer sehr gerne gegessen.“ Weil dies sehr vielen Menschen in München genauso geht, läuft das Geschäft von Olaf Vesely ziemlich gut.

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Die meisten Leute sind hin und weg, wenn sie zum ersten Mal eine Coburger Bratwurst essen.

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Olaf Vesely Bratwurstbrater in München

Bislang habe noch kein einziger Kunde etwas zu bemängeln gehabt, erzählt der 54-Jährige. Ganz im Gegenteil: „Die meisten Leute sind hin und weg, wenn sie zum ersten Mal eine Coburger Bratwurst essen.“ Und das, obwohl in der ultimativen „Weißwurst-Hochburg“ München die vermeintlich profanen Bratwürste schon mal gerne über einen Kamm geschert werden, wie Olaf Vesely weiß.

Inzwischen hat „der Coburger“ aber schon sehr viele Stammgäste, darunter auch viele „Exil-Coburger“, wie es Olaf Vesely nennt.

Bratwurst-Gipfel in München
Maximilian Forkel (links) holte sich bei Olaf Vesely eine Coburger Bratwurst. Wohlgemerkt: Das Treffen fand auf dem Marienplatz in München statt. // privat

Die Termine, wo er wann mit seinem Verkaufswagen steht, werden auf einer Instagram-Seite (Name: „der Coburger“) bekanntgegeben. Erneut muss Olaf Vesely schmunzeln: „Manche fahren einmal quer durch München, nur um bei mir eine Coburger Bratwurst essen zu können!“

Bratwürste kommen aus Bad Rodach

Bei den Würsten, die er auf den Rost legt, handelt es sich übrigens tatsächlich um echte Coburger Bratwürste. „Ich beziehe sie von der Fleischerei Vietz in Bad Rodach“, erklärt Olaf Vesely. Regelmäßig würden größere Ladungen – in schockgefrorenem Zustand – von einem Tiefkühlspediteur nach München gebracht. Lediglich die Kiefernzapfen, auf denen die Bratwürste zubereitet werden, stammen aus dem Umland der Landeshauptstadt.

Das mag ein großer Aufwand sein, doch der Aufwand scheint sich zu lohnen.

Rekord: 1200 Bratwürste an einem Tag!

Ebenso hat es sich gelohnt, dass Olaf Vesely gelernt hat, immer besser und vor allem in immer größeren Stückzahlen Bratwürste zu braten. Denn: „Es ist schon ein Unterschied, ob Du mal abends bei einer Feier drei Bratwürste auf den Rost legst, oder bei einem Event wie dem Christopher Street Day etwas mehr als 1000…“

Vorfreude auf Open Airs mit Superstar Adele

Sein bisheriger Rekord waren – beim Münchner CSD im vergangenen Jahr – in der Tat 1.200 Bratwürste an einem Tag. Gut möglich aber, dass dieser Rekord schon bald gebrochen wird. Denn bereits vor einem halben Jahr hatte er sich um einen Standplatz bei den zehn Open-Air-Konzerten von Adele in München beworben. Prompt bekam er den Zuschlag: „Ich habe mich mega gefreut!“

Sängerin Adele
Sängerin Adele gibt im August zehn Open Airs in München. // Matt Crossick/PA Wire/dpa

Weltstar Adele wird auf dem Gelände der Messe München vor jeweils 80.000 Fans auftreten; das erste Konzert steigt am 2. August, das zehnte und letzte am 31. August. „Bei mir haben sich schon sehr viele Freiwillige gemeldet, die mir beim Braten helfen wollen“, verrät Olaf Vesely. Dazu muss man wissen: Wenn er mit seinem Verkaufswagen auf einem Wochenmarkt ist, schafft er das Braten und Verkaufen meistens alleine. Bei Events holt er sich in der Regel eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter dazu. „Bei großen Events wie dem CSD müssen wir zu dritt sein, um den Andrang zu bewältigen.“ Für die zehn Adele-Konzerte plant er jetzt sogar mit einem vierköpfigen Team.

Adele-Open-Airs: Was kostet die Bratwurst?

Auch preislich stellen ihn die XXL-Open-Airs vor eine enorme Herausforderung. Normalerweise kostet bei ihm die Coburger Bratwurst in der Semmel vier Euro (in der Doppelsemmel: 4,50 Euro). Bei Veranstaltungen muss er den Preis – bedingt durch die jeweilige Standgebühr – leicht anheben. Um den Zuschlag für die Adele-Konzerte erhalten zu können, musste Olaf Vesely den Konditionen des Veranstalters zustimmen. Diese sehen – anstelle einer fixen Standgebühr – eine 30-prozentige Umsatzbeteiligung vor.

Das ist in Branchenkreisen zwar durchaus üblich, erfordert aber eine völlig neue Preiskalkulation. So wird die Coburger Bratwurst bei Olaf Vesely dann vermutlich 6,50 Euro kosten. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Coburger Bratwürste bei diesen einzigen Adele-Konzerten in Europa noch viele weitere, internationale Fans dazugewinnen wird.

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