Nein, in die künstlerische Leitung des Landestheaters möchte sich Tina Raab selbstverständlich nicht einmischen. Wenn die Wirtin der „Künstler-Klause“ allerdings einen Wunsch frei hätte, dann wären es: „Kurze Stücke!“ Oder zumindest: „Keine extra langen Stücke!“ Denn Tina Raab rechnet vor: „Wenn im Globe eine Vorstellung erst um 22.15 Uhr endet, und bis die Leute dann mit dem Auto in die Innenstadt gefahren sind: Das wird zu spät! Um 22.45 Uhr bestellt doch niemand mehr etwas zu essen…“
Wann schließt die Küche?
Ja, die Lage der künftigen Interimsspielstätte bereitet der Gastronomie durchaus Sorgen. Waren es früher nur wenige Schritte, die vom Großen Haus am Schlossplatz bis zu einem Restaurant zurückgelegt werden mussten, so beträgt die Entfernung zwischen dem Globe und dem Marktplatz rund 1,5 Kilometer. Das ist zwar nicht viel – aber für manche Menschen zu viel? Hinzu kommt, dass in vielen Restaurants die Küche spätestens gegen 22 Uhr schließt. Das ist dann selbst bei „kurzen Stücken“ im Globe nicht zu schaffen.
Eine kleine Umfrage des Coburger Tageblatts hat ergeben, dass sich die Gastronomie sehr wohl auf die neue Situation einstellen möchte. So kündigen zum Beispiel gleich mehrere Wirtinnen an, dass sie bei vorheriger Reservierung auch sehr gerne noch nach 22 Uhr die Küche geöffnet haben werden. Denn: „Die Theaterbesucher sind immer sehr wichtig für uns gewesen, da sie oft vor oder nach der Vorstellung zum Essen oder auf ein Getränk gekommen sind“, sagt etwa Viktoria Klose vom „Münchner Hofbräu“ in der Kleinen Johannisgasse.
Wunsch: Schlossplatz öffnen!
Wirklich rentieren würde sich eine längere Öffnungszeit aber nur, so Viktoria Klose, wenn größere Gruppen etwas reservieren würden. Die Wirtin weist aber noch auf ein weiteres Problem hin: Wer nach einer Vorstellung im Globe mit dem Auto in die Innenstadt fährt, braucht dort natürlich auch einen Parkplatz. Zumindest für die Restaurants, die bislang eine gute Lage zum „Großen Haus“ hatten, ist das ein Problem. Denn alle Coburger Parkhäuser befinden sich genau auf der anderen Seite der Innenstadt. Viktoria Klose äußert deshalb einen Wunsch: „Vielleicht wäre es möglich, einen Teil des Schlossplatz zum Parken aufzumachen, wenn Globe Veranstaltungen sind.“ Das sieht Tina Raab genauso: „Ja, das wäre eine große Hilfe!“ Die Wirtin berichtet aber auch von vielen Stammgästen, die lieber vor einer Theatervorstellung in der „Künstler-Klause“ einkehren als danach. Für diese wäre ein Shuttle-Service zum Globe sehr praktisch: „Vielleicht könnten sich ja mehrere Gastronomen zusammentun und gemeinsam etwas anbieten“, sagt Tina Raab.
Stadtbusse sollten länger fahren
Louis-Benedikt Sommer, dem in der Steingasse die Bar „1627“ gehört, würde sich wünschen, dass die Stadtbusse abends länger fahren. Ob sich das Globe negativ auf das Abendgeschäft in der Gastronomie auswirken wird, vermag er zwar nicht vorherzusagen. Aber auch er hat einen Wunsch: „Schön wäre, wenn der Schlossplatz generell abends zum Parken frei und zum Beispiel bis 1 Uhr offen wäre.“
Beim „Henneberger Haus“ ist die Situation etwas anders: Das Gasthaus an der Ecke Zinkenwehr/Ernstplatz liegt zum Globe deutlich verkehrsgünstiger als zum Schlossplatz – und das Parkhaus Zinkenwehr befindet sich gleich gegenüber. Bleibt aber trotzdem die Sache mit der Küche, die irgendwann schließt. „Selbstverständlich lassen wir länger auf, wenn im Globe Veranstaltungen sind“, sagt Wirtin Jessika Wilms. Wichtig wäre aber, dass die Gäste vorher telefonisch reservieren. „Dann können wir auch nach den Vorstellungen noch Essen anbieten!“
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