Wer im Internet nach einem Hotelzimmer in Coburg sucht, bekommt neuerdings als mögliche Unterkunft auch das „Boarding House zu Coburg“ vorgeschlagen. Adresse: Kleine Rosengasse 14. Inhaber: Jörg und Kristin Platsch.
Feuer im „Goldenen Anker“
Moment mal! Dem Ehepaar Platsch gehört doch eigentlich – und zwar in der „großen“ Rosengasse – das Hotel „Goldener Anker“. Seit einem Feuer im November 2022 ist dieses traditionsreiche Haus allerdings geschlossen.
Das Feuer hatte sowohl im Erdgeschoss, wo sich unter anderem ein großer Frühstücksraum und ein Steak-Restaurant befanden, als auch in den oberen Stockwerken mit den Zimmern erheblichen Schaden angerichtet. Nach dem ersten Schock wollten Jörg und Kristin Platsch die riesige Herausforderung einer Sanierung annehmen.
Doch plötzlich gab es Platsch „Schwierigkeiten bei der Regulierung mit unserer Versicherung“, wie Jörg Platsch im Juli 2023 bekannt gab. Trotz des Nachweises aller Brandschäden weigere sich die Versicherung, die von ihm geltend gemachten Ansprüche vollumfänglich zu erfüllen. Das mache einen Wiederaufbau leider „unmöglich“.
Deshalb verkündete Jörg Platsch im Juli 2023 schweren Herzens das Aus für den „Goldenen Anker“. Die zuletzt 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mussten entlassen werden.
Plötzlich keimte Hoffnung auf
Zwei Wochen nach dieser bitteren Kunde keimte noch einmal kurz Hoffnung auf: Jörg Platsch teilte mit, dass sich zahlreiche Stammgäste gemeldet und Hilfsangebote unterbreitet hätten. Deshalb könne vielleicht doch ein Neustart gelingen.
Um wen es sich bei diesen Personen handelt, die den „Goldenen Anker“ retten wollen, soll bis heute nicht verraten werden. Es wird aber spekuliert, dass es Personen aus den Reihen des Coburger Convents (CC) sind. Denn speziell beim Pfingstkongress des CC war der nur 100 Meter vom Marktplatz entfernte „Goldene Anker“ immer eine beliebte (und stets ausgebuchte!) Adresse.
Neustart an Pfingsten 2024
Ob es deshalb Zufall war, dass das „Boarding House zu Coburg“ ausgerechnet an Pfingsten 2024 eröffnet hat?!
Das „Boarding House zu Coburg“ muss man sich wie folgt vorstellen: Der „Goldene Anker“mit seinem Eingang in der Rosengasse besteht eigentlich aus zwei Gebäuden. Das Vorderhaus wurde beim Feuer im November 2022 besonders hart getroffen und kann noch immer nicht genutzt werden. Das Hinterhaus jedoch blieb weitestgehend verschont; beziehungsweise: Es konnte mit relativ geringem Aufwand wieder gut hergerichtet werden, wie die Platschs erklären.
Das einstige Hinterhaus vom „Goldenen Anker“ ist jetzt das „Boarding House“ – mit dem Eingang in der Kleinen Rosengasse.
Der ehemalige, große Frühstücksraum wurde deutlich verkleinert. Geblieben ist ein gemütlich eingerichteter Aufenthaltsraum. Als Möbel wurden unter anderem die Stühle aus dem ehemaligen Steak-Restaurant genommen.
Insgesamt verfügt das „Boarding House zu Coburg“ über 35 Zimmer. 25 davon befinden sich im besagten, eigentlichen Hinterhaus. Weitere zehn Zimmer werden in einem Nebengebäude vorgehalten, dessen Eingang sich wiederum vorne in der Rosengasse befindet (ehemals „Hotel Residenz“).
Kristin Platsch ist sehr froh, wie sie sagt, dass zumindest auf diese Weise der traditionsreiche Hotelbetrieb weitergeführt werden kann. Offen gibt sie zu: „Wir haben zwischendurch auch ans Aufgeben gedacht.“ Sehr schmerzhaft sei vor allem gewesen, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden mussten.
Jetzt beim Neustart mit dem „Boarding House“ besteht das Team lediglich aus dem Ehepaar Platsch und zwei Reinigungskräften.
Die Rezeption ist nicht ständig besetzt; der „Check-in“ kann auch über den sogenannten „Key boy“ erfolgen, einen kleinen Automaten am Eingang in der Kleinen Rosengasse.
Frühstück wird derzeit noch nicht angeboten. Aber im gemütlichen Aufenthaltsraum stehen sowohl ein Kaffeeautomat als auch ein Kühlschrank mit Getränken.
Geplant ist noch eine kleine Gemeinschaftsküche, in der sich Gäste etwas zubereiten können.
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