Zuschauer-Rückkehr
Initiative: Profi-Klubs setzen Politik unter Druck
Eine ausverkaufte Brose-Arena: Geht es nach dem Willen der 14 bayerischen Hallenprofisportvereine werden diese Bilder wieder zur Normalität.
Eine ausverkaufte Brose-Arena: Geht es nach dem Willen der 14 bayerischen Hallenprofisportvereine werden diese Bilder wieder zur Normalität.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Basketball, Handball, Eishockey: 14 bayerische Profi-Klubs machen gemeinsame Sache – und machen Druck auf Politik.

Der Druck auf die bayerische Staatsregierung wächst. 14 bayerische Hallenprofisportvereine haben sich zur Interessensgemeinschaft „Indoor-Teamsport-Bayern“ zusammengeschlossen. Ihre Forderung: Die Regelung zur Zulassung in Sporthallen muss geändert werden.

Denn: In der seit dem 30. Juni geltenden Verordnung zur Änderung der 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sei die bisher gültige bayerische Verordnung zum Nachteil der Hallenteamsportarten verändert worden. Mehr als 1000 Zuschauer sind derzeit in Hallen nicht zugelassen. Zudem sind Genesene und geimpfte Zuschauer in dieser Zahl enthalten. Dass die Anzahl der geimpften, genesenen und verantwortlich getesteten Zuschauer weiterhin limitiert wird, dafür haben die Vereine kein Verständnis.

Vertreter von Basketball, Handball und Eishockey

Von dieser Gruppe ginge keine relevante Infektionsgefahr aus. Sogar das Robert-Koch-Institut hätte zuletzt erklärt, dass Menschen mit vollständigem Impfschutz am epidemiologischen Geschehen nicht mehr teilnehmen würden. Neben den fränkischen Profi-Klubs Brose Bamberg, Medi Bayreuth, s.Oliver Würzburg, Nürnberg Falcons (Basketball), HC Erlangen, HSC Coburg, TV Großwallstadt, Rimparer Wölfe (Handball), Nürnberg Ice Tigers (Eishockey) haben sich auch die bayerischen Eishockey-Klubs Straubing Tigers, Augsburger Panther, Tölzer Löwen, ESV Kaufbeuren, EV Landshut der Initiative angeschlossen.

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Schutz muss gewährleistet sein

Die Klubs seien sich einig, dass die Corona-Pandemie mit ihren Virusvarianten beachtet und bekämpft werden muss. „Aber jeder der Vereine fordert auch das Recht ein, angemessene und rechtsstaatliche Regeln für ein Leben mit Corona zu erhalten. Einerseits muss der Schutz von Zuschauern bei Indoor-Veranstaltungen gewährleistet sein, andererseits darf es aber nicht mehr zu unausgewogenen und nicht-sachgerechten Restriktionen der Zuschauerzahl in Bayern kommen“, heißt es in der von den Vereinen am Dienstag verschickten Pressemitteilung.

Auch ein starres Festhalten an Sieben-Tages-Inzidenzen dürfe nicht mehr maßgeblich für die zugelassene Zuschauerzahl sein.“ Es sei Zeit, Regelungen auch im Indoor-Profiteamsport in Bayern zu finden, um „nicht ohne Not unsere bayerischen Vereine massiv im nationalen und internationalen Vergleich zu benachteiligen.“

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Reaktionen aus Franken

Philipp Galewski, Geschäftsführer von Basketball-Bundesligist Brose Bamberg: „Es ist nicht mehr nachvollziehbar, warum der Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen in der Brose-Arena weiterhin so massiv und pauschal restriktiert wird. Corona ist längst Teil unseres Alltags geworden, insofern muss es jedem von uns soweit es geht ermöglicht werden, wieder ein normales Leben zu führen – eben auch mit Corona. Wir sind deshalb Unterstützer der Impfkampagne und bitten jeden unserer Fans und Besucher das Impfangebot anzunehmen. Gleichzeitig fordern wir dann jedoch auch das Aussetzen von Beschränkungen für Geimpfte und Genesene.“

Jan Gorr, Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten HSC Coburg: „Die Rückkehr von Zuschauern zu kulturellen Veranstaltungen und sportlichen Wettkämpfen stellt nicht nur für die jeweilige Branche die Existenzgrundlage dar, sie ist vor allem spiegelbildlich zu unserem zukünftigen Umgang und unserem Leben mit Corona zu sehen. Und gerade die Aussicht, dass Geimpfte, Genesene und verantwortlich getestete Menschen wieder vollumfänglich die Veranstaltungen besuchen dürfen, würde in großem Maße auch das eigenverantwortliche Handeln der Bevölkerung belohnen. Aus diesen Gründen hoffe ich, dass wir in dieser Sache Gehör finden und die Chance bekommen, erneut zu beweisen, dass wir verantwortungsbewusste Ausrichter und Gastgeber sind.“

Carsten Bissel, Aufsichtsratsvorsitzender des Handball-Bundesligisten HC Erlangen: „Es kann nicht sein, dass Geimpfte, Getestete und Genesene schlechter gestellt werden. Wir fordern, dass diese Personen bei der zugelassenen Zuschauerzahl nicht mitgezählt werden. Zudem verwechselt die Politik Multifunktionsarenen mit stickigen Turnhallen. Es ist belegt, dass Aerosole in diesen Hochleistungshallen sofort abgezogen werden. Aber für den Profisport wird nicht weiter geöffnet, im Gegenteil. Ich könnte mich mit meiner Familie ohne Maske zwei Stunden in eine schlecht belüftete Kneipe setzen, aber in einer Multifunktionshalle muss ich nach den neuesten Kabinettsbeschlüssen eine FFP2-Maske tragen und 1,5 Meter Abstand zu meiner Frau haben.“