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Runder Geburtstag
50 Jahre Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in EBS
Am 24. Juli 1974 besuchte Rudolf Eberhard (l.) die neue Tourismuszentrale in dem Gebäude, in dem er Landrat des Kreises Ebermannstadt war.Forchheim & Fränkische Schweiz
Am 24. Juli 1974 besuchte Rudolf Eberhard (l.) die neue Tourismuszentrale in dem Gebäude, in dem er Landrat des Kreises Ebermannstadt war. // Hugo Molter
Signet des Fränkischen Tags von Reinhard Löwisch
Ebermannstadt – Die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz wird stolze 50 Jahre alt. Zur spannenden Geschichte des Vereins gibt es ein kostenloses E-Book.

Am 1. April waren es 50 Jahre, dass es die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz gibt. Zu verdanken ist die Gründung den beiden damaligen Landräten Josef Kohut (Bayreuth) und Otto Ammon (Forchheim). Damit schufen sie, bis dahin frankenweit einmalig, eine landkreisübergreifende Institution, deren Hauptaufgabe darin definiert war, den Tourismus für die gesamte Fränkische Schweiz zu fördern.

Politik musste handeln

1946, mit der Wiedergründung des Fränkischen Tourismusverbandes als „Landesfremdenverkehrsverband Nordbayern“ in Nürnberg, begann die touristische Neuerschließung Frankens. Die Not durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges zwang die Politik zum Handeln; in vielen Hotels und Gasthöfen waren Flüchtlinge und Besatzungstruppen einquartiert, die schlechten Straßenverhältnisse verhinderten wirtschaftlichen Aufschwung.

Bis zum Beitritt des Fränkische Schweiz-Vereins (FSV) zum fränkischen Tourismusverband lag die touristische Arbeit der Region ausschließlich bei einzelnen Gemeinden, bei einigen größeren Gastronomen und den touristischen Vereinen, war heillos zerstritten und unkoordiniert, da jeder nur seine unmittelbare Umgebung bewarb.

In der Fränkischen Schweiz begann die Neuausrichtung 1951 mit dem Beitritt des FSV zum Landesfremdenverkehrsverband, was die Neubelebung des „Gebietsausschusses Fränkische Schweiz“ zur Folge hatte. 1962 trennten sich die Wege. Landrat Heinrich Dittrich (Pegnitz) wurde neuer Vorsitzender des Gebietsausschusses, Landrat Franz-Josef Kaiser (Ebermannstadt) übernahm den FSV. Der Gebietsausschuss zog bis 1971 nach Pegnitz um.

Vorläufer in wenigen Gemeinden

In dieser Zeit gründete sich auf Anregung einiger größerer Fremdenverkehrsgemeinden eine „Werbegemeinschaft Fränkische Schweiz“, dem Vorläufer der Tourismuszentrale, getragen von den Gemeinden Egloffstein, Behringersmühle, Streitberg, Pegnitz, Gräfenberg, Muggendorf, Betzenstein, Waischenfeld, Pottenstein und Gößweinstein.

Unter der Federführung des Gößweinsteiner Verkehrsamtsleiters Heinrich Endrös versuchten jene, mit ihren sehr bescheidenen Mitteln gemeinsam Werbung zu betreiben. Aber es war nur eine halbe Sache, weil die rechtliche Basis für die Werbegemeinschaft fehlte und vor allem die Gemeinde Gößweinstein ihr Personal dafür stellte, weil sich dort der Sitz der Werbegemeinschaft befand.

1971 wählte man Otto Ammon zum Chef des Gebietsausschusses. Begründet wurde der Schritt mit der Auflösung der Landkreise Pegnitz und Ebermannstadt, infolgedessen größere Gebiete der Landkreise Pegnitz und Ebermannstadt nach Forchheim kamen.

Am 11. März 1972 veranstaltete Ammon in Ebermannstadt ein „Hearing“, bei dem es in erster Linie darum ging, den Fremdenverkehr zu forcieren, indem man ein Verkehrsbüro für die gesamte Region propagierte. Für die Einrichtung einer Tourismuszentrale war auch Konrad Gorlicki vom Fremdenverkehrsverband Nordbayern. Er schrieb in einem Brief an Ammon: „Die Einrichtung eines Fremdenverkehrsamtes für die Fränkische Schweiz wird nach meiner Meinung nur dann der zu stellenden Aufgabe wirklich gerecht werden, wenn es gelingt, die Zuständigkeit dieses Amtes für die ganze Fränkische Schweiz sicherzustellen.“

Otto Ammons Forderungen

1973 forderte Ammon wiederholt und lautstark die Schaffung eines zentralen Verkehrsamtes für die Region, das auch als Geschäftsstelle des Gebietsausschusses fungieren sollte. Er fand überall offene Ohren – vor allem bei der oberfränkischen Regierung, die gerade dabei war, ihr Zuständigkeitsgebiet in touristische Gebiete einzuteilen: Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Frankenwald, Steigerwald, Oberes Maintal mit dem Raum um Coburg.

Am 1. April 1974 war es so weit: Landrat Ammon konnte im Beisein seines Bayreuther Amtskollegen Josef Kohut sowie Bürgermeister Georg Daum aus Heiligenstadt für den Landkreis Bamberg und Karl Theiler, Bürgermeister aus Ebermannstadt, in den Räumen des ehemaligen Landratsamtes Ebermannstadt mit einem Glas Sekt zum Gelingen der neuen Einrichtung anstoßen.

Als Geschäftsführerin hatte Ammon Christl Thömmes engagiert, die damals Leiterin der Touristinfo Ebermannstadt war. Sie wurde auch deshalb zur Geschäftsführerin ernannt, weil ihr Ehemann Matthias Thömmes seinen Ruhestand als Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes in Streitberg verbrachte. Mit seinem umfangreichen Fachwissen und den sehr guten Beziehungen war er eine sehr gefragte Persönlichkeit.

Landrat mischte ebenfalls mit

Eine weitere gewichtige Person hatte ihr Hände im Spiel, als es um die Eröffnung einer zentralen Tourismuseinrichtung ging: Rudolf Eberhard, der bis zu seinem Ausscheiden 1958 Landrat des Kreises Ebermannstadt war und anschließend eine politische Karriere in München begann.

1974 war er in Personalunion der Vorsitzende des Fränkischen Tourismusverbandes und Vorsitzender der Deutschen Zentrale für Tourismus sowie Präsident beim Deutschen Tourismusverband, bei dem Matthias Thömmes Hauptgeschäftsführer war. Wenige Wochen nach der Eröffnung besuchte er die neue Institution und hatte jede Menge guter Vorschläge im Gepäck, die Christl Thömmes mit ihrem Chef, Landrat Ammon, in den Folgejahren umsetzte.

Wie die Geschichte dann weiterging, ist in einem neuen E-Book von Reinhard Löwisch nachzulesen, das man unter loewisch.com ab sofort kostenlos downloaden kann.

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