Rund 22,8 Millionen Euro sollen die Maßnahmen zur Sanierung und Neugestaltung des Forchheimer Königsbades kosten. Trotz klammer Kassen möchte die Stadt jedoch an dem Plan festhalten. Einen kurzen Einblick, worauf sich die Bürger nach dem Abschluss der Arbeiten freuen dürfen, präsentierte das beauftragte Architekturbüro 4a Architekten am Dienstagnachmittag. Hierfür wurde der Forchheimer „Rathaussanierungsausschuss“ kurzerhand mal wieder zum „Königsbadsanierungsausschuss“.
Umfassende Baumaßnahmen im Königsbad Forchheim
Die Gründe, aus denen eine Sanierung dringend nötig ist, seien hinlänglich bekannt, erklärte Architekt Ernst Ulrich Tilmann zum Eingang seiner Präsentation. So sei im gesamten Gebäude der Estrich durchfeuchtet. Um dies zu beheben, müsse das ganze Gebäude in den Rohbau zurückversetzt werden. Diese Gelegenheit nutze man für die Umbaumaßnahmen, welche einerseits die Attraktivität steigern, andererseits Einsparpotenzial sowie eine neue Tarifgestaltung in dem defizitär wirtschaftenden Bad ermöglichen sollen.
Für mehr Attraktivität soll beispielsweise der neue Kleinkindbereich sorgen. In diesem werde das bestehende Becken selbstverständlich erhalten. Durch gestalterische Elemente käme es jedoch sowohl zu einer optischen als auch einer praktischen Aufwertung – beispielsweise in Form eines neuen Trockenspielplatzes für die Kleinen.
Highlight: Saunabereich im Königsbad Forchheim
Ein weiteres Highlight soll der neue Saunabereich werden. Dieser wird vollständig umgestaltet, wie Tillmann in einer kurzen Videopräsentation zeigte. So wird das Areal bis zum Zaun des angrenzenden Tennisvereins erweitert, um zusätzliche Ruhezonen zu schaffen. Statt wie bisher getrennte Männer- und Frauenumkleiden, soll es hier zudem künftig einen gemeinsamen Unisex-Bereich mit sogenannten Schamkabinen (Umkleiden für Menschen, die sich nicht nackt vor dem anderen Geschlecht zeigen wollen) geben. Und geschwitzt werde unter anderem in zwei auf den grünen Innenhof des Saunabereichs gerichteten Panoramasaunen.
Zahlreiche Baumaßnahmen gelten jedoch auch dem Ziel, die Abläufe im Schwimmbad effizienter zu gestalten. Dies könne durch vergleichsweise kleine Änderungen wie die Versetzung der breiten Rutsche geschehen, die dazu führe, dass weniger Badeaufsichten abgestellt werden müssten. Oder in Form von Entscheidungen, die das grundlegende Konzept des Schwimmbads neu ausrichten werden.
Stadt Forchheim will Personaleinsatz effizienter machen
So erlaube die klare Aufteilung des Schwimmbads in unterschiedliche Tarifzonen etwa, dass bestimmte Bereiche zu bestimmten Zeiten geschlossen werden könnten. Dies spare etwa Personalkosten. Zudem ermögliche es endlich eine neue Tarifgestaltung, mit der man den unterschiedlichen Besuchergruppen gerecht werden könne.
„Natürlich sind wir froh um alle Mitarbeiter, die wir haben und wir wollen sie auch behalten“, betonte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein. Der Einsatz der Ressource Personal müsse künftig aber effizienter erfolgen.
Angespannte Kassenlage
„Ihre Präsentation war an und für sich ja toll“, erklärte Stadtrat Manfred Mauser (CSU-Fraktion). Jedoch sei die Errichtung des Königsbades erst knapp 13 Jahre her und damals habe es im Vorfeld auch eine tolle Präsentation gegeben. Folglich frage er sich, inwiefern das Architekturbüro alles, was es verspreche, einhalten könne. Darauf antwortete Tillmann: „Dafür dass das Königsbad jetzt kaputt ist, können wir nichts.“ Er und seine Kollegen könnten den entstandenen Schaden lediglich reparieren.
Auch Erwin Held (Freie Wähler) lobte das vorgestellte Konzept. Dennoch seien die Kassen der Stadt aktuell bekanntlich unerwartet knapp. Folglich frage er sich, ob das Projekt möglicherweise in unterschiedliche Bauabschnitte eingeteilt werden könne, die je nach Kassenlage nacheinander umgesetzt würden.
Hierauf antwortete der Oberbürgermeister, dass eine solche Unterteilung bereits angefragt worden sei. Am Ende sei es jedoch wichtig, dass ein stimmiges Gesamtkonzept entstehe.
Klage gegen Erbauer des Forchheimer Königsbads
Auf die Frage, inwiefern die Stadt damit rechne, dass das derzeit laufende Gerichtsverfahren gegen die Planer und Erbauer des aktuellen Königsbads zur Finanzierung der Arbeiten beitragen könne, entgegnete er: „Wir haben bereits einen Einigungsvorschlag seitens des Gerichts erhalten, dem hat der Stadtrat bereits zugestimmt.“
Ob es zu einer solchen Einigung komme, hänge jedoch nicht alleine von der Stadt Forchheim, sondern auch von der Gegenseite ab. Deren Entscheidung stehe offenbar aber noch aus. Weiter wolle er in einer öffentlichen Sitzung zu der Situation aber nicht Stellung beziehen. Wie das Landgericht Bamberg am Anfang des Prozesses im Januar jedoch mitteilte, beträgt der Streitwert, um den es in dem Verfahren geht, rund vier Millionen Euro.
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