Gut gelaunt geht Manfred Hümmer am Dienstag ans Telefon. Er könne sich schon denken, warum man anrufe, sagt er. Und fährt fort: „Ja, ich werde aller Voraussicht nach für das Amt des Oberbürgermeisters in Forchheim kandidieren“. Damit bestätigt Hümmer das, was die Freien Wähler am Dienstagmittag offiziell verkünden.
Manfred Hümmer, 64 Jahre alt, pensionierter Polizist und Vollblutpolitiker im Stadt-, Kreis- und Bezirkstag, greift für viele überraschend nun doch in das Rennen um das OB-Amt ein. Überraschend sogar für ihn selbst. „Eigentlich hatte es nicht mehr in meine Lebenslage gepasst. Aber in Anbetracht der bisherigen Kandidatenlage haben mich meine Kollegen bei den Freien Wählern gefragt, ob ich nicht doch noch einmal antreten würde“, erzählt der 64-Jährige. Und er wird.
Freie Wähler Forchheim nominieren Manfred Hümmer
Ohne Gegenstimme wählen ihn Forchheims Freie Wähler zum Zugpferd der OB-Wahl, verbindlich nominiert wird er jedoch erst voraussichtlich im September. Bis dahin wolle man die inhaltliche Ausrichtung vorantreiben, die Liste für die Gremienwahlen (Stadtrat und Kreistag) erstellen und sich auf den Wahlkampf vorbereiten. Dieser wiederum verspricht so viel Spannung wie seit Jahren nicht, nachdem bereits Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD), CSU-Stadträtin Martina Hebendanz und FDP-Stadtrat Tino Reichardt als Kandidaten feststehen. Offen bleiben bislang vor allem die Grünen (wobei Annette Prechtel eine erneute Kandidatur bereits ausgeschlossen hat) und die AfD.
Hümmer selbst schaltet auch direkt in den Wahlkampfmodus. Wörtlich: „Es reicht nicht aus, die Probleme nur zu benennen und vor sich herzuschieben, vielmehr braucht es tatkräftiges Handeln und das gemeinsame Erarbeiten von konkreten Lösungen und Zielen“, wird er in der Pressemitteilung zitiert. Und weiter: „Ich will Forchheim besser machen, das erfordert aber die volle Konzentration auf dieses Amt und da bleibt eben dann, wie auch Bürgermeisterin Annette Prechtel feststellen musste, kein Platz für andere berufliche Tätigkeiten nebenbei. Mir geht es insbesondere darum, in Forchheim wieder eine positive Grundstimmung und ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, denn nach meiner Wahrnehmung ist da in den letzten Jahren unter dem amtierenden Oberbürgermeister vieles schiefgelaufen.“
„Brückenbauer zwischen verhärteten Fronten innerhalb des Stadtrats“
Er selbst bezeichnet sich als „Brückenbauer zwischen oftmals verhärteten Fronten innerhalb des Stadtrats.“ Das konkrete Wahlprogramm werden er und die Freien Wähler erst im Rahmen seiner Nominierung öffentlich präsentieren, vorab sagen sie nur so viel: Als Freund der Familien und Menschen mit Behinderung, als Unterstützer des Ehrenamtes, der Vereine und Kulturszene aber auch als Förderer eines starken Wirtschaftsstandortes sehe er noch genügend Entwicklungspotential, welches er gerne heben möchte.
Sein Fazit: „Ich will Forchheim zukunftsfähig machen, sprich alle Altersgruppen, aber auch Handel, Gewerbe und Wirtschaft mit ihren spezifischen Bedürfnissen einbinden und berücksichtigen und gleichsam die Historie und Traditionen unserer Stadt erhalten.“
Eigentlich hatte Manfred Hümmer in den vergangenen Jahren stets betont, nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren zu wollen. Dreimal hatte er es bislang vergeblich versucht, 2008, 2014 und 2016. Nachdem er 2020 nicht angetreten ist und verkündet hatte, dies auch nicht mehr vorzuhaben, plant er nun doch sein Kandidaten-Comeback. Gleichzeitig jetzt mahnt er, realistisch zu bleiben, zumal die Freien Wähler in der Stadt Forchheim eher zu den kleineren Wählergruppierungen gehörten.
Jedoch, auch das stellt er klar, ihm gehe es nicht nur um einen Achtungserfolg. Er wolle Oberbürgermeister werden, auch mit bis dahin fast 65 Jahren. „Es wird noch einmal eine große Herausforderung. Aber ich freue mich drauf“, sagt Hümmer. Und ohnehin zähle nicht das Alter auf dem Papier, sondern ob man sich fit und bereit für dieses Amt fühle. „Ich bin bereit", sagt Hümmer.
In Bayern finden am 8. März Kommunalwahlen statt, während derer nicht nur Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte neu gewählt werden, sondern in den meisten Kommunen auch die Bürgermeisterämter neu vergeben werden. So auch in Forchheim.















