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Rathaussanierung
Teurer, später? Skepsis wächst trotz guter Nachrichten
Positives Update zum Baufortschritt der Rathaussanierung  - Fragezeichen aber bleiben.
Positives Update zum Baufortschritt der Rathaussanierung - Fragezeichen aber bleiben. // Valerie Waasner
Forchheim – „Haus der Begegnung" soll es werden, das historische Forchheimer Rathaus. Nach etwas mehr als der Hälfte der Bauzeit rücken wieder einmal die Kosten in den Fokus. Und eine große Unbekannte.

Eigentlich hatten Architekt Stephan Fabi und Projektsteuerer Martin Sandl diesmal keine schlechten Nachrichten im Gepäck. Nicht schon wieder, seit sie im März die Bombe der bislang größten Kostensteigerung um 10,3 Millionen Euro von bis dato geschätzten 34,4 auf 44,7 Millionen Euro platzen lassen mussten. Und doch kippt die Stimmung im jüngsten, eigens für das Mammutprojekt Rathaussanierung einberufenen Ausschuss am Dienstagnachmittag.

Der Reihe nach. Wie üblich in diesen regelmäßigen und für die Öffentlichkeit zugänglichen Treffen bringen die verantwortlichen Planer die Einwohnerschaft und das Stadtratsgremium auf den neuesten Stand. Baufortschritt, Kosten, Termine; alles kommt zur Sprache. Und - mittlerweile zur unliebsamen Tradition geworden - wartet das Rathaussanierungs-Team meistens mit Hiobsbotschaften auf, die bei einer solchen Baustelle unabdingbar sein mögen, aber deswegen nicht weniger Aufregerpotenziale bergen

Zeitplan bleibt: Ende 2026 soll es fertig sein

Immerhin muss Chef-Architekt Stephan Fabi aktuell keine weitere Verzögerung ankündigen. Die Forchheimer könnten das dann fertiggestellte „Haus der Begegnung“ wie zuletzt gehabt Ende 2026 zum ersten Mal betreten. Zwar träten immer wieder zeitraubende Überraschungen auf. Beispielsweise habe sich der Polier jüngst bei einem Sportunfall verletzt, auch komme es vor allem bei den Holzarbeiten stets zu neuen Verzögerungen. „Aber diese Überraschungen dürften abnehmen, mittlerweile haben wir fast 95 Prozent der Bausubstanz befundet“, sagt Fabi. Was in seiner Stimmlage ungesagt mitschwingt, ist ein nicht unerheblicher Anteil Hoffnung.

Bildergalerie: Exklusive Einblicke in Rathausbaustelle

So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE Fabi Architekten
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus.
So sieht es derzeit auf Forchheims größter Baustelle aus. // FOTOGALERIE

Projektsteuerer Martin Sandl stärkt Fabi den Rücken, „der Terminplan ist stabil“, sagt er. So habe man die Laufwege auf der Baustelle verkürzt sowie Vorhaltemengen des Materials optimiert, um die Mehrarbeiten wettzumachen. So weit, so gut.

Als es um die Kosten geht, heben sich doch einige Augenbrauen sowohl bei den Anwesenden in der Soccerhalle als auch bei den online Zugeschalteten. Sandl fliegt durch seine Präsentation, in der er den Stand der Auftragsvergaben erläutert und erklärt, in welchem Gewerk Firmenangebote über und unter dem Budget liegen. Sein Resümee: Alles im Rahmen, alles im Plan. Wirklich alles?

Neue Teuerung - ausgerechnet bei Zimmerern

Ausgerechnet bei den Zimmererarbeiten schleichen sich ständig neue Teuerungen ein. Denn, wie mehrfach berichtet: Wegen eines Fehlers bei der Ausschreibung sind für diese Leistungen keine oder kaum finanzielle Förderungen zu erwarten. Der erneute Nachtrag: 1,4 Millionen Euro. Somit ergibt sich bei diesem Posten, der wohl mindestens zu einem großen Teil aus dem städtischen Geldbeutel bezahlt werden muss, ein aktueller Gesamtstand von 5,5 Millionen Euro. Durch die im Vergleich zu früheren Jahren angespannte Haushaltslage der Kreisstadt reagieren die Mitglieder des Stadtrats seit einiger Zeit allerdings sehr empfindlich auf Wörter wie „Teuerung“. Vor allem dann, wenn diese Mehrkosten von den Steuergeldern ihrer Wählerinnen und Wähler bezahlt werden müssen.

Ob und wie hoch trotz des fatalen städtischen Antragsfehlers Fördergelder nach Forchheim kommen werden, könne Oberbürgermeister Uwe Kirschstein noch immer nicht sagen. Brav beantwortet er diese in jedem Rathaussanierungsausschuss aufs Neue gestellte Frage damit, dass die Fördergeber eine endgültige Zu- oder Absage erst dann geben werden, wenn die Schlussrechnung des Gesamtprojekts absehbar sei.

Sebastian Körber (FDP) verliert die Geduld

Eben jene Schlussrechnung lässt Kirschstein mit dem FDP-Stadtrat Sebastian Körber aneinandergeraten. Körber, selbst Architekt, fordert vehement und mehrmals ein, dass die Stadtverwaltung eine detaillierte Aufstellung der bisherigen Kostensteigerungen und deren Gründe aufstellen möge.

Sebastian Körber
Sebastian Körber // Bernhard Haselbeck

„Und ich möchte jetzt endlich eine Summe hören, wie viel uns das Rathaus am Ende kosten könnte. Ohne eingerechnete Puffer, ohne Reserven. Einfach eine genaue Zahl“, verlangt Körber sichtlich aufgebracht.

Die Antwort von Projekt-Experte Martin Sandl nimmt Körber zähneknirschend auf: „Jetzt eine genaue Summe zu nennen, wäre Glaskugelleserei“, sagt der. Und verweist noch einmal auf die bereits bekannte Zahl 44,7 Millionen Euro, die zum aktuellen Stand der Fortschreibung die Gesamtkosten abbilde.

Weil Körber und andere diese Aussage sichtlich nicht befriedigt, schaltet sich Architekt Stephan Fabi ein, um die Gemüter zu beruhigen. „Natürlich kann es in vier Monaten anders aussehen“, sagt der. Es sei stets eine Momentaufnahme, Risiken gebe es immer, etwa wenn Firmen pleitegingen oder andere unvorhergesehene Dinge geschähen. „Aber wir gehen nicht davon aus und sind auf einem guten Weg.“ Wie viel Zweckoptimismus in dieser Aussage steckt, bleibt Interpretationssache.

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