Die Forchheimer sind Irrungen und Wirrungen rund um die Unterführung an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße gewohnt. Es ist nicht das erste Mal, dass das fünf Millionen Euro teure Betonbauwerk in die Schlagzeilen gerät. Nun also wieder, und wieder sind es keine erfreulichen Nachrichten.
Dietrich-Bonhoeffer-Unterführung erneut einen Monat lang gesperrt
„Das Straßenverkehrsamt der Stadt Forchheim teilt mit, dass die Eisenbahnunterführung inklusive der Zugangsrampen in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße vom 7. Oktober bis zum 8. November für den Fahrradverkehr und für Fußgänger*innen erneut komplett gesperrt wird“, schreibt Stadtsprecherin Britta Kurth in dieser Woche. Das lässt nicht nur Betroffene verwundert zurück, war die Unterführung doch erst im August nach gut zweijährigem Betrieb gesperrt worden. Der Grund vor einigen Wochen: Die steinernen Bodenplatten mussten herausgehoben und neu verklebt werden.
Die Bahn sprach im August von „Nacharbeiten“. Doch in der aktuellen Mitteilung der Stadt werden erneut Nacharbeiten angegeben. Wörtlich heißt es: „Grund für die komplette Sperrung sind weitere von der Bahn AG beauftragte Sanierungsarbeiten am Pflaster und dem Unterbau der Zugangsrampen. Das Pflaster wird komplett aufgenommen und neu verlegt.“
Wird schon wieder das Pflaster repariert – oder immer noch?
Unterführungsboden, die Dritte? Das wohl eher nicht. Vielmehr ist es so, dass die Nacharbeiten im August wohl nicht vollständig ausgeführt worden sind – und sich die von der Bahn beauftragte Firma nun noch einmal einen Monat Zeit nimmt. Eine Sprecherin der Bahn teilt auf Anfrage hierzu lediglich mit, dass sich bereits nach zwei Jahren gezeigt habe, „dass die Qualität der Verfugung des Pflasters überdurchschnittlich schnell Schäden aufwies. Die Ursache dafür liegt nicht im Verantwortungsbereich der Stadt Forchheim oder der Deutschen Bahn.“
Ab dem 7. Oktober soll dies nun also behoben werden. Vor allem für die Menschen in Forchheims Norden steht dann wieder eine einmonatige Zeit des Umwegs an, wenn sie die Unterführung erneut nicht nutzen können. Die nächste Querungsmöglichkeit ist die Piastenbrücke, fast einen Kilometer entfernt.
Dies betrifft aber auch erneut die vielen Kinder und Jugendlichen der angrenzenden Schulen. Immerhin, und das lässt sich vor allem in der aktuellen Finanzsituation sowohl der Bahn als auch Forchheim als gute Nachricht vermelden, entstünden beiden keine zusätzlichen Kosten, teilt die Bahn mit.
Ist die Einweihung der Haltestelle Nord dadurch in Gefahr?
Wie die Bahn auf Anfrage mitteilt, seien fahrplanmäßige Halte weiterhin ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember vorgesehen. Daran änderten auch die Probleme am Pflaster nichts. „Die Sanierungsarbeiten sind vor dem 15. Dezember 2024 abgeschlossen und beeinträchtigen den Bauablauf nicht“, so die Bahnsprecherin. Der Haltepunkt besteht aus einem Mittelbahnsteig mit einer Bahnsteiglänge von 140 Metern und einer Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern, von der Unterführung aus soll der Bahnsteig über eine 80 Meter lange Rampe barrierefrei zu erreichen sein.
Die Wetterschutzhäuser sowie Beschilderungen seien am Bahnhalt Forchheim-Nord bereits aufgestellt worden, im Moment würden die technische Ausrüstungen installiert, der Bildschirm mit Zuginformationen montiert und die Elektrik auf den Haltepunkt gezogen (Beleuchtung etc.). Demnächst würden dann noch der Fahrausweisautomat und der Fahrausweisentwerter aufgestellt.
Bahnausbau Forchheim-Bamberg im Zeitplan
Auch insgesamt liege der Bahnausbau in Forchheim im Zeitplan, heißt es auf aktuelle Nachfrage. Alle Ingenieurbauten sowie Gleisbauarbeiten seien abgeschlossen, derzeit laufe noch die technische Ausrüstung der Strecke. Auf dem 13,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Forchheim und Eggolsheim wird die bestehende zweigleisige, elektrifizierte Strecke auf vier Gleise erweitert. Die Ausbaustrecke Nürnberg–Bamberg ist Teil der Schnellfahrstrecke München–Berlin. Der Aus- und Neubau der Strecke von München nach Berlin ist auch bekannt unter dem Namen Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8, kurz VDE 8.
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