Begänne heute das Annafest, würden nicht nur die Stadtverwaltung, die Deutsche Bahn und die Schaustellergilde nach Luft schnappen.
Auch die Brauereien der Region freuen sich bestimmt, noch einige Monate Vorbereitungszeit bis zur großen Kellerwald-Sause zu haben.
David Hertl bringt schon Annafestbier in Flaschen ins Regal
Nur einer will es heuer schon etwas früher wissen: David Hertl, Neu-Chef der vormals in Forchheim produzierenden Traditionsbrauerei Eichhorn.
Knallgelber Hintergrund, ein Eichhörnchen mit Lederhut namens Karl, darunter ein flotter Spruch: Im typisch Hertl’schen Etikettenstil buhlt seit einigen Tagen das Annafestbier der Brauerei Eichhorn bereits um Aufmerksamkeit der trinkfreudigen Forchheimer Bevölkerung.
Ein Novum in der Annafest-Geschichte. Für den 5,7 prozentig starken Trunk veranschlagt Hertl auf der Website seiner Braumanufaktur 2,40 Euro für die 0,5-Liter-Flasche, ein 20er-Kasten schlägt mit stolzen 27,50 Euro zu Buche.
Annafest 2023 in Forchheim: Countdown läuft
Ham mer denn scho Annafest? Diese Frage lässt sich erst in knapp 133 Tagen mit Ja beantworten. Doch das kann Bierunternehmer Hertl nicht aufhalten.
„Da wir im vergangenen Jahr unser Annafestbier nicht in der Flasche anbieten konnten, wollen wir das in diesem Jahr auf jeden Fall nachholen“, sagt Hertl.
Und zwar – wie so oft bei ihm – etwas unüblicher als es die traditionelle Forchheimer Braukulturlandschaft gewohnt ist. „Daher gehen wir nun schon im März mit unserem Annafestbier an den Start.“
Jetziger Sud komplett in Schnaid gebraut
Insgesamt 3200 Liter hat Hertl davon nach eigener Aussage in Flaschen abgefüllt. Die Hälfte des Sudes sei bereits vorbestellt.
Gebraut hätten sie diesen Sud komplett in Schnaid, sagt Hertl, nach dem Originalrezept seines Eichhornvorgängers Konrad Greif.
Einzig eins sei an „seinem Eichhornfestbier“ anders: Da es in Schnaid keine Möglichkeit zum Filtrieren gebe, käme das Festbier unfiltriert in die Flaschen. Hertl dazu trocken: „Mit Hefe schmeckt es sowieso besser“.
Drei Sorten von Hertl kommen aus Rittmayers Brauerei
Nunmehr braue der Schlüsselfelder nur noch drei seiner 44 Sorten auswärts, wie er sagt. Und zwar kämen demnach Mutti’s Sonnenschein (Helles), Papa’s Weißheit (Weißbier) sowie das Eichhorn Hell nach wie vor aus den Hallerndorfer Hallen Georg Rittmayers.
„Unsere Anlage in Schnaid ist an der Belastungsgrenze“, sagt Hertl. Aber er plane bereits, die Tanks zu erweitern. Um nach und nach sein gesamtes Sortiment selbst in Schnaid brauen zu können. Das könne aber noch ein bisschen dauern.
Was sagen die anderen Brauereien aus der Region?
Wer nun hofft, auch die restlichen Annafestbiere in diesem Jahr schon einige Monate früher genießen zu können, wird voraussichtlich enttäuscht werden.
Nachgefragt bei anderen Brauereien, lautet der Tenor: Es ist noch zu früh. Manche sprechen gar davon, dass eine derartig frühe Abfüllung mit dem Geist und dem Geschmack des „richtigen Annafestbieres“ um diese Jahreszeit noch nicht viel zu tun haben kann.
Festbiere vor der Kellerwalderöffnung?
Bis Mai werden sich Forchheims Bierfans wohl mindestens noch gedulden müssen, bevor sie, von den derzeit im Handel kursierenden Flaschen der Brauerei Eichhorn abgesehen, das Annafestgefühl schon vor dessen offiziellem Beginn am 21. Juli schmecken können.
Das heißt auch: Ebenso bei der Kellerwalderöffnung im April wird es wohl noch kein Festbier zu verkosten geben.
15 Festbiere auf dem Annafest in Forchheim
15 verschiedene Festbiere aus den Regionen Forchheim und Bamberg sowie aus Mittelfranken hatte es im vergangenen Jahr, dem ersten nach der für viele quälend langen Coronazwangspause, auf den 23 Kellern während der elf Annafesttage gegeben.
Wenngleich noch nicht alle Verträge in trockenen Tüchern sind, wie es aus den Firmen heißt, dürfte sich das Ausschankbild heuer ähnlich gestalten.
„King Alladooch“ Ulli Raab: „Werbung fürs Fest“
Und was sagt der „King Alladooch“ zum vorzeitigen Festbiergenuss?
Ulli Raab muss kurz überlegen, scheint wie so viele Forchheimer hin- und hergerissen ob Hertls Innovationslust zu sein.
Doch er sagt schließlich: „So einen frühen Festbierstart habe ich noch nicht erlebt bisher. Ich finde es eigentlich ganz nett, dass nun schon Annafestbier in den Regalen steht. Immerhin ist es Werbung für unser schönes Fest.“
Lesen Sie auch:


















