Zuletzt ging alles ganz schnell. Dort, wo bis 2023 noch die riesigen Gewächshäuser der ehemaligen Gärtnerei Klaus standen, markieren ein großer Baukran und emsige Arbeiter seit einigen Wochen das neueste Projekt im Forchheimer Norden. Entstehen wird in der Pestalozzistraße (gegenüber des Förderzentrums) unter dem Namen „An der Gärtnerei“ ein L-förmiger Bauriese, in dem einmal pflegebedürftige Menschen ein Heim finden sollen, genauso wie Auszubildende und Berufseinsteiger im pflegerischen Bereich.
„An der Gärtnerei“: Spatenstich am 13. März
Mit freudigen Gesichtern laufen am Donnerstag Projektverantwortliche und Ehrengäste über das Grundstück, klatschen beim Spatenstich als offiziellem Baustart Beifall und begutachten die ersten Baufortschritte. „Bis Ende des Jahres wollen wir den Rohbau fertiggestellt haben“, sagt Matthias Gutgesell, Bereichsleiter Immobilien der Riedel Bau AG.
Die Schweinfurter Firmengruppe hatte das Areal 2022 erworben und steckt seither in den Planungen. Nach einigen Verzögerungen geht das circa 20 Millionen Euro teure Projekt nun aber gut voran, wie es vonseiten der Riedel Bau heißt. Gutgesell will das viergeschossige Gebäude mit 5530 Quadratmetern Mietfläche im ersten Quartal 2027 an die künftigen Betreiber übergeben.
Arche gGmbH zieht Einrichtungen von Hirschaid nach Forchheim
Einziehen wird die Arche gGmbH, eine gemeinnützige Gesellschaft für Alten- und Behindertenhilfe mit Sitz in Würzburg. Zum Netzwerk des Wohlfahrtsverbands gehören in der Region unter anderem die Berufsfachschule für Pflege St. Nikolaus und die Fachoberschule Fränkische Schweiz in Eggolsheim. Weit über Franken hinaus betreibt die Arche überdies ambulante Pflegedienste und stationäre Einrichtungen. Ab 2027 also auch in Forchheim.
Wie Geschäftsführer Andreas Müßig erklärt, wolle man sowohl das Seniorenhaus St. Vitus als auch die heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung für Kinder und Jugendliche von Hirschaid (Landkreis Bamberg) in den Forchheimer Norden verlagern. Müßig freue sich darüber, die Einrichtungen an diesem „verkehrsgünstigen Standort“ zu entwickeln, sagt er. Und darüber, das moderne Gebäude auf so unterschiedliche Art nutzen zu können.
Pflegeheim, betreutes Wohnen, Wohnungen für Mitarbeitende
Auf dem 5800 Quadratmeter großen Grundstück wird den Plänen zufolge eine Pflege- und Wohnimmobilie entstehen, in 132 Einheiten sollen bis zu 136 Bewohner unterkommen. Gedacht ist die Nutzfläche für 70 Einzelzimmer der stationären Altenhilfe sowie zehn Wohneinheiten für ambulant betreutes Wohnen. Sowohl Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) als auch der für das Gebiet zuständige evangelische Pfarrer Knut Cramer freuen sich, dass dieses Mega-Projekt „den Stadtteil Forchheim-Nord gut weiterentwickelt“.
Darüber hinaus sind 18 Plätze für Kinder und Jugendliche (0 bis 21 Jahre) mit Behinderung geplant, die intensiv gepflegt werden müssen und nicht mehr zu Hause betreut werden können. Bislang sind diese Kinder in der Kinderarche St. Christophorus in Hirschaid untergebracht, dort gibt es zwölf Langzeitpflegeplätze. Mit dem Umzug 2027 nach Forchheim soll die Kapazität auf 18 Plätze anwachsen.
Eins ist Arche-Geschäftsführer Andreas Müßig wichtig: Seine Mitarbeitenden sollen die Möglichkeit bekommen, arbeitsnah eine Wohnung zu finden. „Die Situation vor allem in Forchheim ist angespannt“, sagt er. Umso mehr freue er sich, dass in dem Gebäude direkt zehn Appartements eingeplant werden.
Und, in Forchheim insgesamt ein großes Thema, auch für Auszubildende und Berufseinsteiger sind 24 Appartements vorgesehen. Diese könnten theoretisch ebenfalls den wachsenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Mitarbeitende von Einrichtungen wie dem Klinikum abdecken. Aber vorrangig wolle man laut Arche-Chef Müßing erst einmal die eigenen Pflegeazubis aus Eggolsheim bedenken.

















