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Wohnungen oder Baubrache
Philosophenviertel Forchheim: Gibt es trotz Klage Hoffnung?
Fällt das Philosophenviertel-Projekt ganz ins Wasser? Derzeit läuft noch die Klage des Investors gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth. Ausgang: ungewiss.
Fällt das Philosophenviertel-Projekt ganz ins Wasser? Derzeit läuft noch die Klage des Investors gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth. Ausgang: ungewiss. // Stephan Großmann
Forchheim – Forchheim hatte im Dezember dem Philosophenviertel die Baugenehmigung entzogen, der Investor klagte. So ist nun, einige Monate später, der aktuelle Stand zum Dauerstreit um das Wohnbauprojekt.

Wirklich abgezäunt ist sie nicht, dennoch sieht man eigentlich nie Menschen rund um die beachtliche Baugrube auf dem ehemaligen Jahngelände. Als wäre das ein Ort, den Forchheim schnellstmöglich vergessen will, mag im Moment auch niemand (mehr) so recht über das als Jahrhundert-Wohnbauprojekt angepriesene Philosophenviertel sprechen. Doch wie steht es aktuell um das verwaiste Areal?

Fast 300 Wohnungen sollten dort entstehen, ebenso eine Kindertagesstätte und vieles mehr. Jahrelang quälen sich Stadt, Stadtrat und verschiedene Investoren nun schon mit dem Thema, wobei der Dauerstreit aktuell seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Weil der Stadtrat dem Bauvorhaben Anfang Dezember 2024 mehrheitlich die Genehmigung entzogen hatte, reichten der österreichische Investor des Philosophenviertels Friedrich Scheck und sein Projekt-Chef Claus Krenstetter über ihre Berliner Anwaltskanzlei vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth Klage gegen die Stadt Forchheim ein.

Philosophenviertel Forchheim: Klage vor Verwaltungsgericht Bayreuth

Nun, etwa zwei Monate später, scheint noch nicht viel Bewegung in den Fall gekommen zu sein. Schon im Dezember prognostizierte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts, dass ein Prozessbeginn noch dauern könnte. Vorab gelte es, das übliche Prozedere abzuarbeiten. Das heißt, dass Begründungen, Erwiderungen, neue Begründungen und Anträge zwischen Klägerin, Beklagter und Gericht hin- und hergeschickt werden. Jeweils mit wochenlangen Fristen versehen. „Es wird auch weiterhin dauern“, sagt eine Sprecherin am Freitag auf Anfrage.

Dabei ist noch immer – rein theoretisch – eine außergerichtliche Einigung möglich. Wie die Aufeinandertreffen von Stadt und Bauvorhabensträgerin zuletzt abgelaufen sind, ist das jedoch weiterhin unwahrscheinlich. Oder?

Claus Krenstetter gibt sich gelassen: „Unmöglich zu verlieren“

Claus Krenstetter geht wie immer betont höflich ans Telefon, er lacht. „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Stadt auf uns zugehen möchte“, sagt er. Die eigene Agenda sei klar, sagt Krenstetter. Man wolle Wohnungen bauen. „Ob die Stadt auch eine Agenda hat? Ich weiß es nicht“, sagt er. In Hinblick auf das Gerichtsverfahren zeigt sich Krenstetter mehr als optimistisch. Wieder lacht er, bevor er die Frage nach einem potenziellen Scheitern einer Klage hört. „Das ist unmöglich, wir werden gewinnen.“

Das sagt die Stadt Forchheim zur aktuellen Lage

Naturgemäß anders sieht das die Stadt Forchheim anders, wenngleich das aktuell niemand in Krenstetters Deutlichkeit artikulieren mag. „In unserem Hause ist aktuell kein neuer Stand zum Philosophenviertel bekannt“, schreibt Stadtsprecherin Britta Kurth auf Nachfrage lediglich. Allerdings räumte der Berliner Anwalt Rolf Kemper, die wir als unabhängigen Rechtsexperten zur Causa befragt hatten, der Stadt gute Chancen ein. Auch weil Kommunen vom Gesetzgeber explizit angehalten seien, Bebauungspläne aufzuheben, wenn das Vorhaben nicht innerhalb vereinbarter Fristen durchgeführt werde. Eine bestandsfähige Prognose über den Ausgang des Verfahrens zu treffen, sei aber dennoch kaum möglich.

Weiterhin keine Bauarbeiten auf ehemaligem Jahngelände zu erwarten

Fakt ist, dass auf dem 3,4 Hektar großen Areal auch weiterhin die Geister-Baugrube klaffen wird. Bis das Verwaltungsgericht in Bayreuth nicht entschieden hat, dürfe und wolle man nicht bauen, sagt Krenstetter. Dass dort aber überhaupt einmal Wohnungen entstehen, unabhängig vom Ausgang des sich möglicherweise ziehenden Verfahrens, darf zum jetzigen Zeitpunkt zumindest angezweifelt werden.

Nicht nur bisherigen Erfahrungen zufolge, die sich aus verpassten Fristen, planerischen Alleingängen und fehlendem Vertrauen speisen. Hinzu kommen sich ständig ändernde Rahmenbedingungen im Baugewerbe und finanzieller Spielräume; und mit ihnen auch die Interessenslage von Bauinvestoren und Kommunen.

 

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