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Erste Infos an Mitarbeitende
Jobabbau bei Siemens: So geht es in Erlangen jetzt weiter
Siemens
Nach der Schocknachricht, dass auch Siemens Tausende Stellen abbauen will: So geht es in Erlangen nun weiter. // Peter Kneffel/dpa
Erlangen – Die Siemens AG plant drastischen Stellenabbau – auch in Erlangen. Die genauen Folgen für die Region lassen sich noch nicht abschätzen. Derweil gibt es wichtige Neuigkeiten.

Während das politische Berlin mit Abermilliarden versucht, finanziellen Aufschwung in der Republik zu generieren, reiht sich eine Hiobsbotschaft großer Firmen an die nächste. Seit diesem Dienstag ist klar: Auch der Weltkonzern Siemens ist nicht gefeit, weltweit sollen 6000 Stellen wegfallen, 2850 davon in Deutschland. Nach dem ersten Schock – wie geht es nun weiter?

Wie berichtet, wird der geplante Stellenabbau auch die Metropolregion Nürnberg und den Siemens-Standort Erlangen treffen. „Da Siemens in Nordbayern eine starke Präsenz der Automatisierungstechnik unter anderem an unseren Standorten Amberg, Bad Neustadt, Erlangen, Fürth und Nürnberg hat, werden diese Standorte auch betroffen sein“, schreibt ein Sprecher am Donnerstag noch einmal auf Anfrage. Wann, wie viele, wie? Darüber schweigen sich die Verantwortlichen aus.

Siemens in Erlangen: Mitarbeitende werden informiert

Am Donnerstag wird nun bekannt, dass seit diesem Tag die Mitarbeitenden von der Geschäftsleitung über die geplanten Kürzungen informiert werden. Ein Sprecher bestätigt das auf Anfrage: „Seit heute laufen die Informationsveranstaltungen, die sich übers Wochenende sicherlich noch bis Montag ziehen“, sagt er. Darüber hinaus würden die Gespräche mit der Arbeitnehmervertreterseite beginnen, die bis zum Ergebnis (idealerweise einem Interessenausgleich) vertraulich geführt würden, so der Sprecher.

Daher könne und wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch immer keine genauen Zahlen zum Jobabbauprogramm preisgeben. „Mit Respekt für unsere Mitarbeitenden, die in den nächsten Tagen informiert werden, möchten wir vorab keine standortspezifischen Zahlen kommunizieren“, schreibt er.

Insgesamt 13.000 bis 14.000 Menschen arbeiten in Erlangen für Siemens, die Pläne sehen vor allem im Bereichen Digital Industries (DI) eine Reduzierung in beinahe allen Bereichen vor, wie der Sprecher noch einmal ausführt. Vertrieb, Verwaltung, aber auch Produktion könnten also betroffen sein. Aber, wie gesagt, konkrete Zahlen gebe es allerfrühestes am Montag.

IG Metall und Gesamtbetriebsrat halten sich bedeckt

Auch die Arbeitnehmervertretungen halten sich bislang bedeckt. Die IG Metall als Stimme der Gewerkschaft verweist vorerst auf Konzernleitung und Betriebsrat. Erst wenn die alle Mitarbeitenden informiert hätten, würde man kommunikativ einschreiten, heißt es. Doch auch der Gesamtbetriebsrat, der dieses Abbauprogramm mit der Siemens AG verhandelt, bleibt vorübergehend wortkarg.

Ein Sprecher schreibt auf Anfrage lediglich ein bereits im Umlauf befindliches Zitat der Vorsitzenden Birgit Steinborn: „Wir haben kein Verständnis für die geplanten Maßnahmen bei der DI und sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert. Wenn die ONE Tech Company ein Wachstumsprogramm sein soll, dann fordern wir, dass Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen statt zugunsten der Profitmarge abgebaut werden. Wir fordern eine grundlegende Vereinbarung für die Transformation, die zukunftsfähige Perspektiven für die Beschäftigten garantiert. Denn die ONE Tech Company gelingt nicht gegen, sondern nur mit den Menschen“ so Steinborn.

Siemens AG: Kernmärkte Deutschland und China schlechter

Die Siemens AG wiederum argumentiert, dass sich die Kernmärkte der Automatisierung vor allem in Deutschland und China in den vergangenen Jahren „deutlich schlechter als erwartet entwickelt“ hätten. Hinzu komme eine schrumpfende deutsche Wirtschaft. „Alle diese Faktoren machen Kapazitätsanpassungen notwendig und unumgänglich.“ Das Ziel von Digital Industries (DI): Wettbewerbsfähigkeit (wieder) stärken. „Dazu richten wir den Vertrieb neu aus, stellen die übergreifende Zusammenarbeit in der Produktentwicklung und in einem globalen Werkeverbund sicher.“

Immerhin eine positive Nachricht kann der Siemenssprecher der seit Wochen von Hiobsbotschaften gebeutelten Region (Schaeffler, Puma, Adidas) noch einmal betonen: „Die geplante Stellenanpassung soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen“.

   

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