In dieser Kantine hängen regelmäßig bunte Fähnchen verschiedenster Länder. „Anlässlich der Frauen-EM gab es Gerichte aus der portugiesischen, isländischen und der Schweizer Küche“, sagt Simone Hoyer, Guest Relation Managerin bei Puma. Im Betriebsrestaurant des Sportartikelherstellers gehen täglich etwa 800 bis 900 Teller über die Theke. Das Essen darauf ist, nach den Maßstäben einer durchschnittlichen deutschen Kantine, überraschend abwechslungsreich und kreativ. Das passt zu einer Lifestyle- und Sport-Marke wie Puma.
Puma Kantine Herzogenaurach: Weltküche mit Ausblick & Stars
Die Kantine legt nicht nur Wert auf kulinarische Abwechslung. Bei dem Herzogenauracher Sportartikelhersteller geht Heimat gewissermaßen durch den Magen. An der Unternehmenszentrale arbeiten etwa 1300 Mitarbeiter, wie Puma auf seiner Website schreibt.
Die Belegschaft setzt sich aus Menschen mit 81 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Das stellt besondere Anforderungen an das Unternehmen. „Viele unserer Mitarbeiter kommen von überall her. Ihre Familien leben nicht hier vor Ort“, sagt Hoyer. Darum legt der Sportartikelersteller Wert auf eine gute Gemeinschaft. Die Kantine trägt einen wichtigen Teil dazu bei. „Bei Puma sind wir wie eine Art Familie“, sagt Hoyer. „Das erreichen wir auch dadurch, dass wir unter anderem Gerichte aus den Landesküchen unserer Mitarbeiter anbieten.“
Puma-Kantine kocht Leibgerichte von Lothar Matthäus, Usain Bolt und Sebastian Vettel
Nicht nur das, die Mitarbeitenden lernen durch das Kantinenessen sogar etwas über die Kultur ihrer Kolleginnen und Kollegen. „Zum Beispiel feiern wir Feiertage und Nationalfeiertage verschiedener Länder bei uns. Dazu gibt es im Betriebsrestaurant typische Gerichte, die normalerweise zu diesen Anlässen zubereitet werden“, so Hoyer. Am Tag des hinduistischen Lichterfests Diwali gab es beispielsweise verschiedene Currygerichte.
Daneben feiert Puma auch seine Athleten. Wenn der ehemalige deutsche Fußballspieler Lothar Matthäus oder Läufer, Weltmeister und mehrfacher Olympiasieger Usain Bolt in Herzogenaurach zu Besuch sind, dann wird in der Kantine das Lieblingsessen der jeweiligen Sportler kredenzt. Zum Besuch des Fußballers wurde Sauerbraten mit Spätzle gekocht, der Läufer Bolt mag sein Hähnchen gerne scharf und fruchtig – und die grüne Soße, die Leibspeise von Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel, ist vielen Mitarbeitern bei Puma in Erinnerung geblieben.
Neben der Abwechslung in der Kantine bieten die Puma-Cafés in beiden Bürogebäuden jeden Wochentag warme Gerichte und unter anderem Belegwaren, Salate und Wraps an. Für die Verpflegung der Puma-Belegschaft ist das Gastrounternehmen Consortium mit Sitz in Wiesbaden verantwortlich. Montag ist Schnitzeltag, mittwochs gibt es Burger und freitags immer Fisch.
Deutscher Meister der „Pizza-Nationalmannschaft“ bei Puma
Jeden Dienstag und Donnerstag bereitet Pumas hauseigener Pizzabäcker frische Pizza zu. Nicht nur in athletischen Dingen geht es ehrgeizig zu, denn Maurizio de Giacomo ist Teil der „Deutschen Pizza-Nationalmannschaft“. Vor zwei Jahren erkochte er sich den Titel des Deutschen Meisters der Pizzabäcker sowie Platz drei in den Pizza-Europameisterschaften.
Puma-Kantine: Marathon-Gericht ausschließlich aus regionalen Lebensmitteln
In Bezug auf Nachhaltigkeit scheint Puma mit seiner Unternehmenskantine Vorreiter zu sein. „Einmal wöchentlich bieten wir eine Mahlzeit an, die ausschließlich aus regionalen Zutaten zubereitet ist“, sagt Maximilian Bremer, Senior Manager Sustenance und Event Operations bei Puma. Das „R-42“-Gericht ist nach der 42-Kilometer-Marathondistanz benannt. Die Idee sieht vor, dass die Lebensmittel für das Essen aus einem Umkreis von maximal 42 Kilometern stammen.
Dazu bezieht Puma die Nahrungsmittel von regionalen Partnern, wie zum Beispiel Gemüse vom Nürnberger Gemüseerzeugerverband Knoblauchsland oder Milchprodukte von der Molkerei Rosa Kuh aus Obermichelbach (Landkreis Fürth).
Meet-Free-Monday: Puma setzt Paul McCartneys Kampagne seit 2009 um
Jenseits des Marathon-Essens gibt es bei Puma täglich ein veganes Kantinengericht. Nein, damit ist nicht die Salatbar gemeint. Die Sportmarke mit der Raubkatze kann auch vegan. „Bei uns gibt es keine veganen Fertigprodukte, wie Fleischersatz, sondern wir machen vegan wirklich von A bis Z“, sagt Hoyer.
Außerdem hat der Herzogenauracher Sportartikelhersteller, vermutlich als eines der ersten Unternehmen überhaupt, im Jahr 2009 einen Meat-Free-Monday in seiner Kantine eingeführt. Die Kampagne, die der britische Musiker Sir Paul McCartney ins Leben gerufen hat, zielt darauf ab, Fleischkonsum zu reduzieren und dadurch zum Klimaschutz beizutragen.
Ausgerechnet im fleischaffinen Franken und bei einem der größten Arbeitgeber der Region gibt es also seit über 16 Jahren kein Fleisch an Montagen. Das ist bei dem Unternehmen vermutlich auch deswegen kein Problem, weil die junge Belegschaft vermutlich recht aufgeschlossen gegenüber alternativen Ernährungsformen ist. „Das Durchschnittsalter bei Puma liegt bei 32 Jahren“, sagt Bremer.
„Vegane Küche wird bei uns sehr gut angenommen“ bestätigt Hoyer. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass indischer Linseneintopf laut Hoyer und Bremer zu den beliebtesten Gerichten des Kantinenmenüs gehört (dicht gefolgt von Pizza, Burger und Schnitzel).
Einblick in die Pumawelt: After-Work-Events im Outlet-Café für jedermann
Wer nach dem Mittagessen noch nicht weiterarbeiten möchte, kann in einer der Coffee Bars den Kolleginnen und Kollegen in den gegenüberliegenden Büros beim Arbeiten zuschauen. Die Kaffeezubereitungen in Barista-Qualität kommen inklusive anspruchsvoller „Latte Art“ (bei welcher der Milchschaum mit einem Motiv verziert wird).
Bei gutem Wetter lockt die Terrasse im obersten Stockwerk nach draußen und verspricht einen kilometerweiten Ausblick auf Herzogenaurach und das Umland. Hier werden laut Bremer auch regelmäßig Firmen-Events veranstaltet.
Für Externe gibt es übrigens auch eine Möglichkeit, einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt und die Kantine bei Puma zu erhaschen. Seit 2024 wird nämlich auch das Puma-Café nahe dem Shopping-Outlet vom Caterer Consortium betrieben. Das Café ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach einem Umbau bietet das Café auch Coworking-Kabinen, die Puma-Mitarbeitern genauso wie externen Besuchern offenstehen.
Einmal im Monat veranstaltet Puma außerdem ein öffentliches After-Work-Event im Puma-Café. Das gibt Kantinenneid keine Chance. Beim nächsten Event, der Pizzaparty am Mittwoch, 20. August, haben Besucher zum Beispiel die Möglichkeit ein Stück Pizza vom Deutschen Meister höchstpersönlich zu kosten.


























