Als wenige Minuten nach halb zwölf die letzte Rakete verraucht war, brachen bei Petra Morschhäuser noch mal Tränen raus. Für sie endet nach einem Vierteljahrhundert ihre Zeit in der Sinnflut.
Lange Schlange zum Abschied
Knapp sechs Stunden zuvor hatte die Mitgenfelderin mit Kollegin Andrea Schneider-Klug die Ehre, die Gäste einzulassen. Viele Gäste. Schon kurz nach 16 Uhr hatten sich die ersten vorm Eingang postiert, obwohl Zutritt erst zwei Stunden später war. Die Schlange wuchs stetig; die Gäste warteten geduldig.
305 Eintrittskarten waren laut Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Zwingmann im Vorfeld verkauft worden, die restlichen 45 gingen schnell an der Abendkasse weg.
Warten am Buffet und Sauna-Leiden
Glücklich in der Sinnflut angekommen, umgezogen und von Zwingmann kurz begrüßt, mussten die Gäste erneut warten. Zumindest die, die sich fürs Gleich-Essen am Buffet entschieden hatten. Bis zu einer halben Stunde stand man da in der Schlange. Immerhin gestalteten die Jets feat. Jerry James die Zeit mit Rock- und Pop-Klassikern aus vergangenen Jahrzehnten kurzweilig.
Während sich also die Besucher im Hallenbad an ihren Speisen labten und rege miteinander sprachen, wurde unten in der proppevollen Sauna gelitten. Verantwortlich dafür unter anderem Bianca Buntzow mit ihrem Mentholkristall-Aufguss – selbstverständlich mit Nachschlag.
Irene Wehner aus Singenrain hatte die Eintrittskarten für den Sinnflut-Abschied bei der Heimatzeitung gewonnen. Die Stammgästin seit 1996 war trotz der schönen Feier „traurig, dass eine Ära zu Ende geht“. Ähnlich ging es Enkel Lennard Wehner. Dem begeisterten Schwimmer fehle das Bad jetzt schon; die Kissalis in Bad Kissingen sei ja eher was für Ältere.
Feuerwerk am Ende
Ab 23 Uhr steuerte die Party unweigerlich ihrem Höhepunkt entgegen. Die Gäste oben nutzten nochmal verstärkt die Bademöglichkeiten; die Saunagäste schwitzten hart beim finalen Obstbrände-Aufguss. Dann sammelte sich alles draußen, wo Betriebsleiter Konstantin Steigerwald und Stellvertreter Max Enders das Feuerwerk zündeten.
Das bei Petra Morschhäuser eine „Achterbahn der Gefühle“ auslöste. Die 25 Jahre in der Sinnflut seien ein großer Teil ihres Lebens gewesen; der Abschied fühle sich unwirklich an. Das Team sei zum Schluss noch einmal zusammengerückt. Manche Kollegen treffe man wieder, andere verliere man aus den Augen. Es sei eine tolle Zeit gewesen.
Auf Wiedersehen, Sinnflut.
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