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Interview mit Festivalmacher
„Christian Stahl, wofür steht für Sie die Lutzi?“
„Ab geht die Lutzi“-Organisator Christian Stahl
„Ab geht die Lutzi“-Organisator Christian Stahl // Julia Bandorf
Rottershausen – Vom 25. bis 27. Juni heißt es in Rottershausen zum 15. Mal: „Ab geht die Lutzi“. Festival-Organisator Christian Stahl spricht darüber, wie das Festival sich immer treu bleiben konnte.

Seit 2010 versetzt das Festival „Ab geht die Lutzi“ den beschaulichen 1000-Einwohner-Ort Rottershausen (Lkr. Bad Kissingen) einmal im Jahr in Ausnahmezustand. Vom 25. bis 27. Juni 2026 findet das Event mit bis zu 5000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag zum 15. Mal statt. Gestemmt wird es nach wie vor von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Im Gespräch mit dieser Redaktion verrät Organisator Christian Stahl (41), was die Lutzi für ihn bis heute zum perfekten Festival macht.

Was würde Ihr Ich aus dem Jahr 2010 sagen, wenn es sehen könnte, was seit dem ersten Lutzi-Festival aus der Veranstaltung geworden ist?

Christian Stahl: Gute Frage (lacht). Ich hätte es wahrscheinlich für sehr unglaubwürdig gehalten, wohin die Reise tatsächlich gegangen ist. Das war doch überhaupt nicht geplant. Auf jeden Fall wäre das gesamte Team wahrscheinlich relativ sprachlos.

Und was sagt der Christian Stahl von heute zu 15 Jahren „Ab geht die Lutzi“?

Es sind ja im Kern immer noch alle dabei, die 2010 das erste Festival auf die Füße gestellt haben. Insofern sind wir natürlich stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Wobei wir uns momentan wieder einmal überlegen, ob es wirklich so eine gute Idee war (lacht).

Warum das?

Gerade beginnt wieder die heiße Phase der Vorbereitung. Das ist nicht immer nur witzig, sondern kann auch sehr anstrengend sein. Es gibt viele Themen und es müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Aber im Großen und Ganzen sind wir natürlich alle happy, dass wir 15 Jahre Lutzi feiern dürfen, obwohl wir immer noch keinen wirklichen Masterplan für das Festival haben.

Ist die Lutzi trotz ihrer heutigen Größe noch die Lutzi?

Ja, im Kern schon. Natürlich ist es etwas anderes, wenn du mit 5000 Leuten am Tag feierst, anstatt mit 800. Aber die Grundidee ist die gleiche geblieben. Wir haben sie nur immer wieder um neue Themen, die uns am Herzen liegen, erweitert. Für uns ganz persönlich ist die Lutzi so nach wie vor gewissermaßen das perfekte Festival. Natürlich wird das irgendwann schwierig zu bewahren, falls die Veranstaltung noch größer wird.

Das „Ab geht die Lutzi“-Festival in Rottershausen
Das „Ab geht die Lutzi“-Festival in Rottershausen // Daniel Peter

Was macht die Lutzi für Sie persönlich zum perfekten Festival?

Vor allem, dass wir sie immer noch mit der gleichen Truppe auf die Beine stellen wie zu Beginn. Wenn auch natürlich mit neuen und viel mehr Leuten als damals. Und dass wir uns dabei immer treu geblieben sind. Seit 15 Jahren steht die Lutzi für Nähe statt Distanz, für Haltung statt Hochglanz und für ein Line-up, das Genre-Grenzen ignoriert. Sie lädt ein, zu feiern, zu entdecken und Teil einer Geschichte zu sein, die jedes Jahr neu geschrieben wird.

Dabei geht es nicht nur um Musik.

Wir setzen verschiedene Themen um, die uns wichtig sind. Wir haben etwa viel im Bereich Inklusion gemacht. Das Festival soll für alle Menschen erlebbar und gut sein. Das waren am Anfang vielleicht nicht direkt die Hauptthemen, da ging es vorwiegend um die Musik und die Zielsetzung war anders oder kleiner. Heute werden immer neue Themen integriert, wie die Vorträge auf der noch jungen Waldbühne, Lauftreffs, Workshops, Yoga oder Radioballett. Es ist uns wichtig, dass all diese Bereiche zusammen funktionieren.

Ende Juni steigt das „Ab geht die Lutzi“ zum 15. Mal. Herrscht bei Ihnen besondere Vorfreude? Oder überwiegt schon die Routine?

Das wechselt sich über die Wochen gut ab. Natürlich steigt die Vorfreude auf die Festival-Saison an sich. Auf dem Gelände beginnen auch die ersten Aufbau-Aktionen und die ganze Truppe ist enger im Austausch. Dass wir uns so auf die Veranstaltung freuen, ist ja auch der Grund, aus dem wir es nach wie vor machen.

Blick in die Glaskugel: Gibt es schon eine Vision für die 30. Auflage der Lutzi?

Das ist natürlich noch sehr weit weg (lacht). In den vergangenen 15 Jahren hat sich auf jeden Fall viel verändert, auch im privaten Umfeld aller, die dabei sind. Insofern ist es schwer, so weit vorauszuplanen. Es wäre auf jeden Fall verrückt, wenn wir 30 Jahre Lutzi-Festival feiern könnten. Ob es dann größer, kleiner oder komplett anders abläuft? Keine Ahnung. Aber wir freuen uns natürlich, wenn es möglichst lange weitergeht.

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