Es wird ein langer Weg, die Wasserversorgung in Motten inklusive aller neuen gesetzlichen Vorgaben weiterhin sicherzustellen. Trinkwasser ist Lebensmittel Nummer eins und seine Gewinnung ist „sehr streng reguliert“. Burkhard Bittner vom Ingenieurbüro PfK Ansbach informierte die Gemeinderäte über die neuen Pläne.
Vor drei Jahren hatte der Planer bereits den ersten Entwurf vorgestellt, seitdem gab es maßgebliche Änderungen, die sich in der Trinkwasserverordnung niederschlagen: Zum Einen wird die Zusammensetzung des Trinkwassers bezüglich chemischer und mikrobiologischer Parameter strenger geregelt, zum Anderen müssen die Anlagen im Wasserwerk möglichst ohne Ausfall betrieben werden. Dies alles ist „Hoheitsaufgabe der öffentlichen Hand“, sprich: der Gemeinde. Sie muss ebenfalls die Anlagen regelmäßig prüfen und dem Gesundheitsamt Meldung erstatten.
Aktuell ist die Wasserversorgung auf dem Stand der 1960er und 1970er Jahre und modernisiert werden. Das Wasserwerk habe „über viele Jahrzehnte einen guten Dienst getan“. Nun stehen bei den baulichen, hydraulischen und elektrischen Gewerken deutliche Veränderungen an. Das Gebäude muss hinsichtlich der Widerstandsklasse ertüchtigt werden, stellen die Mauern doch die „Schutzhülle für eine kritische Infrastruktur“ dar, so Bittner. „Es gibt massiven Aufholbedarf“, fasste er die To-Do-Liste für die nächsten Jahre zusammen: Die Aufbereitungsleistung im Wasserwerk ist begrenzt, die Hygiene ist mangelhaft. Sowohl das Aufbereitungsverfahren, als auch das Hauptpumpwerk sind verbesserungswürdig.
Zwei neue Trinkwasserbehälter nötig
Äußerlich wird sich die Sanierung durch zwei neue mehrwandige PE-Trinkwasserbehälter bemerkbar machen, die in Richtung Hang gebaut werden sollen. Das Wasserwerk ist auch eine Arbeitsstätte, hier muss ebenfalls nachgebessert werden. So sollen im Erdgeschoss eine Toilette, ein Büroraum und eine Umkleide entstehen.
Die Preissteigerungen im Bausektor verteuern auch die Sanierung. Waren 2020 noch 1,2 Millionen Euro veranschlagt, sind es laut der neuen Planung knapp zwei Millionen Euro Nettokosten. Über das Förderprogram „RZWas2021“ sind 250 Euro pro angeschlossener Einwohner, oder maximal 70 Prozent, als finanzielle Unterstützung möglich. Das Förderprogramm soll bis Ende 2024 in Anspruch genommen werden. Deshalb will die Gemeinde den Antrag beim Wasserwirtschaftsamt zeitnah einreichen, erklärte Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos).
Baubeginn am Wasserwerk Motten 2024 möglich
Auch Burkhard Bittner empfiehlt „möglichst schnell zu planen“, bevor der Fördertopf leer ist - andernorts fließen schon die ersten Fördergelder. Beim bisherigem Planungsfortschritt könnten Anfang 2024 die Ausschreibungen erfolgen, im ersten Quartal 2024 werden die Arbeiten vergeben, der Baubeginn wäre im zweiten Quartal möglich. Die voraussichtliche Fertigstellung wäre dann Ende 2025 zu erwarten.
Auf die Frage von Gemeinderat Alexander Weber (WG Motten), ob auf dem Dach des Wasserwerks eine PV-Anlage möglich sei, entgegnete Bittner: „Das wäre in höchstem Maße attraktiv“, da die gesteigerte Energieeffizienz weitere Fördergelder ermöglichen könnte.
Auch das Abwassersystem der Gemeinde steht unter besonderer Beobachtung. Aktuell mussten die Einleitgenehmigungen für die Kläranlagen in Speicherz und Motten neu beantragt werden, da sie Ende vergangenen Jahres ausgelaufen waren. Die neue Genehmigung liegt der Gemeinde Motten bereits vor, allerdings mit Auflagen: Es müssen zum Beispiel eine Kanalnetzberechnung und eine Zustandsfeststellung und –bewertung gemacht werden. Diese Hausaufgaben will sich die Gemeinde Motten vornehmen.
Über die Sanierung der Wasserversorgung insgesamt sagte Habersack: „Es ist ein weiter Weg, wir reden von Jahrzehnten“. Tatsächlich, unter Berücksichtigung zu erwartender neuer Bestimmungen und Gesetze, stellte Bittner in Aussicht: „Man wird mit der Sanierung nie fertig“.
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