Mag sein, dass die Temperaturen in diesen Tagen noch einmal steigen und der Sommer somit ein bisschen verlängert wird: Modetechnisch stimmt Jako-o seine Kunden bereits auf den Herbst ein. Die neue Kollektion an wetterfester Kindermode heißt „Skandinavien“ und wird mit einem pfiffigen Slogan beworben: „Abenteuer? Kann man anziehen!“ Hinzu kommt, dass auch nicht einfach nur von Hosen und Kleidern die Rede ist. Nein, bei Jako-o spricht man lieber von „Wohlfühlhosen“ und „Kuschelkleidern“. Emotionen sind heutzutage eben wichtig.
„Massiver Personalabbau“
Emotional geht es seit einigen Wochen aber in der gesamten Haba-Familygroup zu. Weil das Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten ist, wurde mit einer Neustrukturierung begonnen. Unter anderem wird dies einen „massiven Personalabbau“ zur Folge haben, wie es im Juli hieß. Wie viele Arbeitsplätze genau am Standort in Bad Rodach wegfallen, ist allerdings noch nicht bekannt. Befürchtet wird, dass von derzeit noch knapp 1800 Arbeitsplätzen nahezu jeder dritte gestrichen werden könnte.
Beschlossene Sache ist hingegen, dass der Geschäftsbetrieb der Marke Jako-o eingestellt wird. Wann genau jedoch Schluss ist, das steht ebenfalls noch nicht fest, wie Ilka Kunzelmann von der Haba-Unternehmenskommunikation auf eine entsprechende Anfrage des Tageblatts jetzt mitgeteilt hat. Die Lager sind zumindest noch gut gefüllt, wie aus der Belegschaft berichtet wird. Klar, unter anderem ist vor kurzem die neue Kollektion „Skandinavien“ eingetroffen, die aber wohl die letzte in der Geschichte von Jako-o sein dürfte.
Große Anteilnahme auf Facebook
Wie sehr das Ende von Jako-o bedauert wird, zeigt auch ein Blick auf die Facebookseite. Dort, wo Jako-o fast 200.000 Follower (also Abonnenten) hat, wurde in diesen Tagen die Kollektion „Skandinavien“ präsentiert. Prompt führte dies zu Irritationen. Eine Kundin schreibt: „Ich dachte, Jako-o soll es nicht mehr geben – und dann gibt’s doch noch eine neue Kollektion?“ Es folgt ein Erklärungsversuch: „War vermutlich schon in der Entwicklung und Produktion. So etwas hat ja immer eine längere Vorlaufzeit.“ Grundsätzlich ist bei den Followern der Jako-o-Facebookseite eine große Betroffenheit festzustellen. Eine Frau schreibt: „Es ist soo schade dass es Jako-o bald nicht mehr geben soll!!!“
Seniorechef wieder im Haus?
Zwei Personen, die maßgeblich am Aufschwung von Haba und somit auch von Jako-o beteiligt waren, sind die ehemaligen Geschäftsführer Klaus Habermaas und Harald Grosch. Zu Gerüchten, dass in der jetzigen Krise wieder auf die große Erfahrung dieser beiden Männer gesetzt wird, wollte sich die Haba-Unternehmenskommunikation nicht weiter äußern. Dem Coburger Tageblatt war zwar aus der Belegschaft berichtet worden, dass die beiden Männer zuletzt wieder in der Firma gesichtet worden seien. Doch die Stellungnahme von Haba dazu lautet: „Die beiden genannten Personen sind nicht in Verantwortung und haben keine Positionen im Unternehmen. Neben Sabine Habermaass als Vertreterin der Inhaberfamilie besteht das Führungsgremium aus Dr. Mario Wilhelm und Stefanie Frieß.“
Außerdem hatte das Coburger Tageblatt wissen wollen, inwieweit das Aus für Jako-o auch Folgen für den Raumbedarf am Standort Bad Rodach haben wird. Denn speziell für diesen Geschäftsbereich wurden immer sehr vieler Lagerhallen benötigt; außer in Bad Rodach werden zum Beispiel auch ehemalige Hallen der Firma Albrecht in Weitramsdorf genutzt. Aus der Haba-Unternehmenskommunikation heißt es dazu: „Im Zuge der Neuausrichtung der Haba-Familygroup und ihrer Marken werden derzeit alle Möglichkeiten evaluiert. Mehr kann zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht gesagt werden.“
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