Wer schützt eigentlich die deutsche Sprache vor ihrem Niedergang? Ausgerechnet bei der Polizei, auf die ansonsten immer sehr viel Verlass ist in Sachen Schutz und Beschützung, durfte man da zuletzt seine Zweifel haben. So wurde einem neuen Veranstaltungsformat, bei dem die bayerische Polizei zwangslos bei einer Tasse Kaffee mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen will, der Name verpasst: „Coffee with a cop“. Klingt cool, tut aber auch ein bisschen weh. Weil es mehr nach San Francisco klingt als nach unserem weiß-blauen Freistaat.
Am vergangenen Samstag war es in Coburg wieder soweit. Doch der lockere Plausch, zu dem die Polizistinnen und Polizisten auf dem Albertsplatz einluden, hatte plötzlich einen neuen Namen: „Kaffee mit’n Schutzmo“. Das ist zwar nachweislich deutsch, klingt aber irgendwie holprig. Auf Nachfrage war zu hören, dass dies erneut eine Idee „von oberer Stelle“ gewesen sein soll.
Aber jetzt mal im Ernst: Sagt in Franken noch jemand „Schutzmann“ zu einem Polizisten? Mal ganz davon abgesehen, dass es inzwischen auch sehr viele Polizistinnen gibt (sind das dann „Schutzfrauen“?)
Aber egal, wie Veranstaltung letztlich heißt: Sie ist eine schöne Idee, und sie wurde auch am Samstag wieder gut angenommen in Coburg. Unter anderem wurde viel über die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland diskutiert. Aber es kam auch die Sache mit dem geänderten Namen zur Sprache. So scherzte ein Polizist: „In Franken würde doch am besten passen: Broudwärschd mit den Bullen!“
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