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Kommunalwahl 2026 in Coburg
Müller und Boldt machen gemeinsame Sache - nur bei Bäumen?
Großkronige Bäume bilden Schatteninseln an heißen, sonnigen Tagen.
Großkronige Bäume bilden Schatteninseln an heißen, sonnigen Tagen. // Matthias Litzlfelder
Coburg – Seit Monaten wird über ein neues politisches Bündnis in Coburg spekuliert. Ein zunächst harmlos wirkender Stadtratsantrag von Christian Müller und René Boldt befeuert jetzt diese Spekulationen.

Christian Müller (CSB) und René Boldt (fraktionslos) sorgen sich ums Klima in der Coburger Innenstadt – und würden sich deshalb wünschen, dass bei künftigen Baumpflanzungen darauf geachtet wird, wie sich welche Baumart aufs Stadtklima auswirkt. 

Gleditschien als Negativbeispiel

Die Verwaltung soll demnach beauftragt werden, eine Liste geeigneter Baumarten zu erarbeiten, „die dem Anspruch an einen bestmöglichen Hitzeschutz für die Bürger und eine bestmögliche Beeinflussung des Stadtklimas bei der Verwendung in der Innenstadt gerecht werden“. Als Negativbeispiel werden die Gleditschien am Albertsplatz genannt, die kaum Schatten spenden würden.

Ob dieser Stadtratsantrag bereits in der kommenden Sitzung am Donnerstag, 24. Juli, behandelt wird, ist noch nicht bekannt.

Kaffeetrinken am Albertsplatz

Zumindest politisch spannender ist aber sowieso etwas ganz anderes: Denn Christian Müller und René Boldt wurden zuletzt auffällig oft unter den besagten Gleditschien am Albertsplatz beim gemeinsamen Kaffeetrinken gesehen. Möglich, dass da über sehr viel mehr geredet wurde als lediglich über Bäume. 

René Boldt war 35 Jahre lang Mitglied in der CSU. Jetzt ist er ausgetreten. Unser Foto zeigt ihn beim Neujahrsempfang im Januar 2019. Damals war er noch Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Coburg-Stadt.
René Boldt war 35 Jahre lang Mitglied in der CSU. Jetzt ist er ausgetreten. Unser Foto zeigt ihn beim Neujahrsempfang im Januar 2019. Damals war er noch Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Coburg-Stadt. // Foto: Jochen Berger

René Boldt war Mitte Mai aus der CSU ausgetreten. Auch die CSU-Stadtratsfraktion hat er inzwischen verlassen. Es halten sich aber hartnäckig Spekulationen, wonach René Boldt auf der Suche nach einer neuen politischen Heimat ist. Ob er sie bei den Christlich-Sozialen Bürgern (CSB) von Christian Müller findet?

Planungen für Kommunalwahl 2026

Noch in dieser Woche soll es eine Mitgliederversammlung der CSB geben. Nach Informationen des Coburger Tageblatts wird es dann auch um die Strategie für die Kommunalwahl im März 2026 gehen. Als nicht ausgeschlossen gilt, dass Christian Müller und René Boldt künftig gemeinsame Sache machen, und zwar vielleicht sogar unter dem Dach der Freien Wähler (FW).

Christian Gunsenheimer auch dabei?

Da trifft es sich gut, dass zuletzt auch häufiger mal der FW-Kreisvorsitzende und Landrat-Stellvertreter Christian Gunsenheimer unter den Gleditschien am Albertsplatz zu sehen war. Nicht zuletzt das hat auch schon zu Spekulationen geführt, dass Christian Gunsenheimer als Oberbürgermeisterkandidat einer wie auch immer gearteten FW/CSB-Gruppierung antreten könnte. Gunsenheimer wohnt zwar in Weitramsdorf, doch ein Oberbürgermeister darf laut Bayerischer Gemeindeordnung auch außerhalb der betreffenden Kommune wohnen.

Bei Stadt- und Gemeinderäten war dies bislang anders. Doch die Bayerische Gemeindeordnung wurde geändert: Künftig reicht der Zweitwohnsitz. Sprich: Sollte es Gunsenheimer gelingen, sich irgendwo – sagen wir mal, im Dunstkreis von Gleditschien – eine zweite Adresse zu organisieren, darf er auch für den Coburger Stadtrat kandidieren.

Die Geschichte der Freien Wähler in Coburg

Die Freien Wähler waren über Jahrzehnte eine feste Größe in der Kommunalpolitik in Coburg. Doch 2012 kam es zum Bruch. Aus Protest gegen die bundesweiten Expansionspläne von Hubert Aiwanger traten die Coburger Freien Wähler aus dem FW-Landesverband aus und nannten sich um in „Pro Coburg“.

Comeback der Freien Wähler in Coburg?

Dass Coburg seitdem auf der bayerischen FW-Landkarte ein weißer Fleck ist, ärgert allen voran den FW-Kreisvorsitzenden Christian Gunsenheimer aus Weitramsdorf. Deshalb war er zuletzt auch regelmäßig involviert, als es um mögliche Comeback-Pläne ging.

 

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