Viele Sachspenden
Sozialkaufhaus Coburg: Kein Geld für mehr Personal
Barbara Kammerscheid: „Der Keller ist bis unter die Decke voll.“
Barbara Kammerscheid: „Der Keller ist bis unter die Decke voll.“
Christiane Lehmann
Christiane Lehmann von Christiane Lehmann Coburger Tageblatt
Coburg – Das Sozialkaufhaus kann die Sachspenden kaum noch bewältigen – finanziert sich aber über den Verkauf. Es wird dringend Geld benötigt.

Eiskalt, aber hell erleuchtet: Das Sozialkaufhaus „Echt herzlich“ im Heimatring versammelt auf rund 800 Quadratmetern alles, was die einen nicht mehr wollen und andere dringend brauchen: Winterschuhe, Daunenjacken, Kleinmöbel, Küchenutensilien, Bettwäsche, Spielzeug… Verkauft wird zu Centbeträgen, damit sich die Menschen es auch leisten können.

8000 Kunden und täglich mehr

Etwa 8000 Kunden sind registriert und haben einen Berechtigungsschein. Täglich werden es mehr. Voraussetzung dafür ist ein monatliches Einkommen unter 1300 Euro. „Wir haben die Grenze bewusst höher angesetzt als die übliche HartzIV-Grenze. Denn gerade den Menschen, die knapp drüber sind und keinerlei Unterstützung bekommen, geht es schlecht“, erklärt Barbara Kammerscheid.

Immer mehr Rentner brauchen Hilfe

„Vor allem Rentner suchen den Weg zu uns, weil sie durch die gestiegenen Preise nicht mehr auskommen“, sagt die Gründerin und Leiterin des Sozialkaufhauses. Wenn das Geschäft am Dienstag abend geöffnet hat, stehen die Menschen schon am Mittag Schlange.

Das ist die eine Seite. Es gibt aber auch eine andere, die erst mal keiner sieht und die für den Verein „Hartz & herzlich“ zu einem großen Problem geworden ist.

Das Spielzeug in der Kaffeeküche müss noch sortiert werden.
Das Spielzeug in der Kaffeeküche müss noch sortiert werden.
Christiane Lehmann

Sachspenden gibt es zur Genüge, aber es fehlt an Geld, damit alles in geordneten Bahnen laufen kann. Zwei Vollzeitkräfte, eine Handvoll Ehrenamtliche und fünf Langzeitarbeitslose, die vom Jobcenter finanziert werden, versuchen den Massen Herr zu werden. Bis unter die Decke im Keller stapelt sich die Ware. Allerdings fehlt das Geld, um zusätzlich Mitarbeiter einzustellen.

Monatlich muss das Kaufhaus 10.000 Euro erwirtschaften – aus dem Verkauf. Allein die Miete beträgt 4700 Euro kalt. Eine Heizung gibt es nicht. Im gesamten Kaufhaus müssten die Deckenleuchten mit LED ausgestattet werden. „Auch dafür fehlt das Geld – zumal sich die Energiekosten verdoppelt haben“, klagt Barbara Kammerscheid.

Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt Coburg wurde in der vergangenen Sitzung diskutiert und landete schließlich im Geschäftsgang. Bis sich da also etwas tut, dauert es einfach noch. Aktuell gibt es von Seiten der Stadt lediglich die Zusage die Beleuchtung zu verbessern. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig ist zwar zweiter Vorsitzender des Vereins. Doch ihm sind die Hände gebunden. 
Er schreibt: „Vielleicht gibt es keine regelmäßige finanzielle Zahlung. Aber durch das Job-Center, dessen Träger auch die Stadt ist, gibt es natürlich Unterstützung.“

Geld statt Ware

Deshalb freut sich das „Echt herzlich“-Team, dass sich „Franken helfen Franken“ für sie einsetzt und die diesjährige Adventsspende dem Verein zukommen lassen will. Wer also das Sozialkaufhaus unterstützen möchte, tut dies am besten mit einer Geldspende.

Franken helfen Franken

 

Spendenaktion Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen sowie ihr Internetangebot jeden Tag unzählige Menschen. Das nutzt die mgo, um Hilfsbedürftigen in ganz Franken zu helfen. Seit 2009 gibt es daher den Spendenverein „Franken helfen Franken“. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen und in Not geratene Menschen in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken – Franken Helfen Franken e.V.

Sparkasse Bamberg

IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB

Verwendungszweck: Echt herzlich

Das Coburger Tageblatt und „Franken helfen Franken“ möchten das Sozialkaufhaus „Echt herzlich“ unterstützen. Die Spenden gehen an den Förderverein „Hartz & herzlich“, der das Geld weiterleitet.

 

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