Für viele unverzichtbar: Der Kaffee am Morgen. Aber Kaffeegenuss wird immer teurer. Wieso das so ist und wie Coburgs Cafés damit umgehen.
Einer der wichtigsten Kaffeehändler Deutschlands ist Tchibo, mit einem Marktanteil von rund 16 Prozent. Auch in der Coburger Innenstadt gibt es eine Tchibo Filiale. Der Pressesprecher von Tchibo, Arnd Liedtke, erklärt, wie es zu den steigenden Preisen bei Kaffee kommt: „Kaffee wächst in verschiedenen Ländern, aber immer entlang des Äquators. In allen Ländern ist die Situation ähnlich: Das Klima verändert sich. Es gibt entweder zu wenig, oder zu viel Regen. Deshalb fallen Ernten immer öfter aus.“
Gleichzeitig steige die Nachfrage. „Auf der ganzen Welt wird immer mehr Kaffee getrunken. Der Durchschnitts-Deutsche trinkt drei bis vier Tassen Kaffee am Tag.“ Aber auch klassische Tee-Länder wie China würden immer mehr Kaffee trinken. „Es gibt also weniger Angebot, aber mehr Nachfrage. Das bedeutet, die Preise gehen nach oben“, so Arnd Liedtke.
Laut einer Studie der Uni Zürich könne es sein, dass es im Jahr 2050 bis zu 50 Prozent weniger Anbaufläche für Rohstoffe, die entlang des Äquators wachsen, gibt. „Deshalb werden die Preise für Kaffee weiterhin steigen“, sagt Arnd Liedtke. Auch Tchibo habe die Preise anheben müssen. „Wir haben das sehr früh kommuniziert. Unsere Kunden bleiben uns zum Glück trotzdem treu.“
Wie gehen Coburgs Cafés mit den steigenden Kaffeepreisen um?
Empanadas de la Nonna: „Ich liebe meine Kunden“
Adrian Verdugo kommt aus Argentinien und kam 2009 mit seiner Frau nach Coburg. „Dann habe ich überlegt, was ich jetzt machen kann. Ich liebe Essen, deshalb habe ich beschlossen, ein argentinisches Café zu eröffnen.“ So kam es zum „Empanadas de la Nonna“ – Empanadas wie von Oma.
“Kaffee ist zwar wieder teurer geworden, aber für meine Kunden blieb er genauso teuer wie letztes Jahr.
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Eigentlich ist Adrian Verdugo Lokomotivführer, doch ihm ist das Café lieber. „Es macht mir Spaß. Ich liebe meine Kunden und die argentinische Küche.“ Und das, obwohl es seit der Eröffnung immer schwieriger werde, mit der Gastronomie genug zu verdienen.
Adrain Verdugo spürt die steigenden Preise. „Letztes Jahr musste ich den Kaffeepreis etwas erhöhen. Kaffee ist zwar wieder teurer geworden, aber für meine Kunden blieb er genauso teuer wie letztes Jahr.“ Schließlich gebe es Konkurrenzdruck und er wolle sich keine Kundschaft mit steigenden Preisen vergraulen.
„Café 10“: Kunden schätzen Qualität
Ari Behrami ist einer der beiden Inhaber des „Café 10“ im Steinweg. Auch er und sein Team würden die steigenden Preise für Kaffeebohnen beim Einkauf spüren. „Der Kaffee ist jetzt ungefähr 20 Prozent teurer. Das merken wir natürlich.“ Doch trotzdem seien die Preise im „Café 10“ vorerst nicht erhöht worden. „Wir wollten jetzt erst einmal abwarten.“
“Kaffeegetränke zu verkaufen, ist für uns kein Problem. Ich denke, dass es immer mehr Leute gibt, die Kaffee trinken und Qualität schätzen.
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Ari Behrami sagt, dass ihm die Qualität des Kaffees sehr wichtig sei. „Kaffeegetränke zu verkaufen, ist auch mit den steigenden Preisen kein Problem. Ich denke, dass es immer mehr Leute gibt, die Kaffee trinken und Qualität schätzen.“
Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren liefe das „Café 10“ immer besser. „Das liegt aber wahrscheinlich eher daran, dass wir uns einfach mehr etabliert haben, als an der Beliebtheit von Kaffee. In jedem Fall können wir uns nicht beschweren.“ Ari Behrami lächelt zufrieden.
Das Johann: Kaffeeliebhaber immer jünger
Die Geschäftsleitung vom Café „Das Johann“ in der Johannisgasse, Lea Raab, kennt das Problem der steigenden Preise ebenfalls nur zu gut. „Alle Preise steigen. Beim Einkauf merken wir: Es gibt nichts, das nicht steigt.“ Die Eltern von Lea Raab führten bis Anfang des Jahres die Künstlerklause in Coburg. „Meine Eltern sagen, dass vor 20 Jahren der Einkauf halb so teuer war.“ Das Café „das Johann“ ist ein Mutter-Tochter-Projekt: Tina und Lea Raab führen „das Johann“ gemeinsam.
“Ich habe das Gefühl, dass die Leute immer früher anfangen, Kaffee zu trinken. Mit 15, 16 habe ich noch keinen Kaffee getrunken. Aber mittlerweile ist das anders: Es kommen sehr viele Schüler zu uns.
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Auch Lea Raab ist die Qualität des Kaffees im Johann wichtig: „Wir haben jetzt die italienischen illy Kaffeebohnen, die haben eine sehr hohe Qualität.“ Der Preis für eine Tasse Kaffee im Johann sei um ein paar Cent nach oben gegangen, um die Extra-Kosten zu decken. Beschwerden darüber gebe es zwar manchmal, doch auch Lea Raab sagt: Der Kaffeekonsum wird mehr.
„Es gibt immer wieder Leute, die nicht verstehen, wieso der Preis gestiegen ist und sich dann beschweren. Aber das ist ja nicht böswillig, sie kennen einfach den Hintergrund nicht.“ Immer mehr junge Leute, vor allem Schüler, würden Kaffee trinken. Lea Raab merkt, dass der Kaffeekonsum steigt. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute immer früher anfangen, Kaffee zu trinken. Mit 15, 16 habe ich noch keinen Kaffee getrunken. Aber mittlerweile ist das anders: Es kommen sehr viele Schüler zu uns.“
Neben steigenden Preisen für Kaffee und andere Lebensmittel gebe es noch andere Faktoren, die dafür sorgen, dass Kaffee trinken im Café teurer wird: der erhöhte Mindestlohn zum Beispiel. „Aber das muss ja auch so sein, es ist ja gut, dass der Mindestlohn steigt. Aber natürlich bedeutet das für uns mehr Personalkosten.“
Trotzdem gehe es dem Johann gut. „Wir haben viele Leute, die jeden Tag kommen und ihren Kaffee bei uns trinken“, sagt Lea Raab. „Die Leute brauchen eben ihren täglichen Kaffee einfach. Und die Ansprüche an die Qualität sind gestiegen.“ Die Kaffeekultur würde immer komplexer. „Wenn zum Beispiel eine ältere Frau zu uns kommt und einfach einen Kaffee möchte, dann muss ich sie erst einmal mit Fragen löchern. Latte Macchiato? Cappuccino? Americano? Espresso?“

















