Wenn ein Lokal schließt, gibt es oft auch sehr viel Wehklagen von den jeweiligen Wirten. Gerne wird gejammert, dass die Rahmenbedingungen immer schlechter geworden oder dass zuletzt die Gäste aus irgendwelchen Gründen ferngeblieben seien. Ganz anders jetzt bei der Künstler-Klause. „Wir haben gewusst, dass dieser Tag einmal kommt“, sagt Tina Raab.
Eine der führenden Adressen in Coburg
Das Restaurant am Theaterplatz zählt bis heute zu den führenden Adressen in der Coburger Gastro-Szene, und speziell für die kommende Weihnachtszeit ist das Reservierungsbuch bestens gefüllt. Aber: „Fred hat sich entschieden aufzuhören – und ich habe schon immer gesagt, dass ich diese Entscheidung mittrage.“ Fred selbst ergänzt: „Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören!“
Wohlverdienter Ruhestand
Fred Raab wird im nächsten Jahr 72. Wenn die Formulierung vom „wohlverdienten Ruhestand“ also auf jemanden zutrifft, dann auf ihn.
Mitte Januar 2025 ist Schluss. Fürs große Finale haben sich die beiden – wie es typisch für sie ist – aber noch so einiges vorgenommen (Termine siehe am Ende des Textes). Besonders emotional dürfte es am letzten Wochenende werden: von Freitag, 10. Januar, bis Sonntag, 12. Januar, werden auch die beiden Kinder von Tina und Fred Raab noch einmal kräftig mithelfen.
Weingut in Wien
Pascal Raab hat eine recht weite Anreise: Er arbeitet bereits seit einigen Jahren beim renommierten Weingut Mayer am Pfarrplatz in Wien. Tochter Lea Raab hingegen muss nur ein paar Meter bis zur Künstler-Klause laufen: Sie wohnt in Coburg und betreibt seit 2022 in der Großen Johannisgasse das Café mit Tagesbar „das Johann“ – und zwar zusammen mit Tina Raab.
Ach ja, das Familiäre wird bei den Raabs schon immer großgeschrieben. Nicht nur, was den privaten Zusammenhalt betrifft, sondern auch im Umgang mit den Gästen. So war die Künstler-Klause immer für einen besonderen Dreiklang bekannt: zum sehr guten Essen kamen ein sehr gemütliches Ambiente und eben auch noch die sehr persönliche Note der Raabs und ihrem Team.
Ein Plausch über Coburg, Gott und die Welt
Stammgäste wussten es unter anderem zu schätzen, wenn zu späterer Stunde Fred Raab aus „seiner“ Küche kam und sich mit an den Tisch setzte – auf einen Schoppen oder auf ein Glas Bier, vor allem aber auf einen netten Plausch über Coburg, Gott und die Welt. Eine Künstler-Klause ohne Fred? Eigentlich kaum vorstellbar.
Fred Raab hatte die Künstler-Klause 1982 zusammen mit einem Freund übernommen. Doch dieser Freund stieg bereits nach kurzer Zeit wieder aus. Obwohl Fred Raab den Beruf des Kochs nie gelernt hat, sorgte er schon bald für einen enormen Aufschwung. Seiner großen Leidenschaft fürs Kochen und fürs Entdecken neuer Kreationen sei Dank. Dazu muss man wissen, dass es in der Künstler-Klause zu Beginn der 1980er Jahre noch eine eher einfache Küche gab. Doch im Laufe der Jahre hob Fred Raab das Niveau stetig an.
Beliebt bei Besuchern des Landestheaters
Zu den Gästen zählten nicht zuletzt auch viele Besucher des benachbarten Landestheaters – sowohl vor als auch nach den Vorstellungen. Regionale wie überregionale „Promis“ gingen ebenfalls in der Künstler-Klause ein und aus.
Zu einer geradezu schicksalhaften Begegnung war es bereits Ende der 1980er Jahre gekommen: Fred Raab hatte eine neue Servicekraft eingestellt, die schon bald das Herz des Chefs erobern sollte. Fortan ging man in Coburg nicht mehr „zum Fred“, wenn man in der Künstler-Klause speiste, sondern „zu Tina und Fred“.
In guter Erinnerung bleiben
Dass die Künstler-Klause für eine derart persönliche Note stand, war aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Küche und Service zu verdanken. Bis Mitte Januar wird dieses Team jetzt noch einmal sein Bestes geben, damit die Künstler-Klause in guter Erinnerung bleibt.
Künstler-Klause: Das Finale im Januar
Im neuen Jahr wird die Künstler-Klause nur noch siebenmal geöffnet sein. Hier ein Überblick:
Mittwoch, 1. Januar: Abendkarte ab 17.30 Uhr
Sonntag, 5. Januar: ein letztes Mal Braten und Coburger Klöße sowie fränkische Küche; 11.30 bis 14 Uhr sowie ab 17.30 Uhr
Dienstag, 7. Januar: großes Spareribs-Essen & Abendkarte ab 17.30 Uhr
Mittwoch, 8. Januar: Abendkarte ab 17.30 Uhr
Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Januar: großes Abschiedsmenü, jeweils ab 18.30 Uhr
Lesen Sie auch:
















