Den Valentinstag 2025 werden die Forchheimer so schnell nicht vergessen. Gleich zwei Geldautomaten sind damals im Einkaufsmarkt Globus im Forchheimer Süden gesprengt worden. Enormer Sachschaden, gestohlenes Geld und Auswirkungen für die Kundschaft waren die Folge.
Nun stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht, der Prozess startet am Dienstag (28. April, 9 Uhr) vor dem Landgericht Bamberg.
Update vom 28. April 2026:
Geldautomatensprenger im Globus Forchheim: Mutmaßliche Täter vor Gericht
Zwei Männer mit niederländischer Staatsbürgerschaft sollen demnach mit zwei weiteren bislang Unbekannten in Forchheim zwei Geldautomaten im Globus aufgesprengt und Geld entwendet haben, wie die Staatsanwaltschaft Bamberg mitteilt.
Den Beschuldigten liegt demnach zur Last, wie es Juristen ausdrücken, „sich mit mindestens zwei weiteren bislang unbekannten Tätern zusammengeschlossen zu haben, um auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland unter Zuhilfenahme von Sprengsätzen Geldautomaten zu öffnen und so an das darin befindliche Bargeld zu gelangen“.
Globus Forchheim: Hoher Sachschaden und geschlossener Markt
Wie die Marketingleiterin des Forchheimer Globus damals berichtete, hatten die Täter sich wohl Zugang über einen Notausgang bei den Kundentoiletten verschafft. Das habe zwar umgehend die Alarmanlage ausgelöst, aber den Dieben sei die Flucht mit der Beute gelungen. Immerhin: Die Überwachungskameras hatten die vermummten Automatensprenger bei ihrer Tat gefilmt, hieß es damals.
Wegen Aufräumarbeiten und Spurensicherung musste der Markt am Freitagvormittag geschlossen bleiben. Abgesehen von den Geldautomaten der Sparkasse und der VR-Bank hatte die Sprengung unter anderem die anliegende Filiale des Forchheimer Reisebüros Mäx getroffen, wie der Fränkische Tag damals berichtete.
Das Quartett hat in jener Nacht fast 130.000 Euro aus den beiden Automaten erbeutet, den Sachschaden gibt die Staatsanwaltschaft nach den Ermittlungserkenntnissen mit circa 160.000 Euro an.
Angeklagte sollen viele weitere Geldautomaten gesprengt haben
Und die beiden Angeklagten hatten wohl noch nicht genug. Wie es in der Mitteilung der Bamberger Staatsanwaltschaft heißt, sollen die beiden in „wechselseitiger Beteiligung“ bis August 2025 weitere Taten verteilt über das Bundesgebiet verübt haben. Jedes Mal sollen sie auf ähnliche Weise vorgegangen sein, jedes Mal haben sie hohe Geldsummen erbeutet und erheblichen Sachschaden hinterlassen.
Angeklagt werden sie wegen der Taten in Forchheim sowie in Pegnitz, Friolzheim, Stadtlauringen, Eckental, Küps (Landkreis Kronach), Amorbach und Zwickau sein. Bei der letzten Tat in Zwickau wurden die beiden am 2. August 2025 festgenommen, nachdem sie wohl vergeblich versucht hatten, mit einem hochmotorisierten Pkw vom Tatort zu flüchten.
Prozess vor Landgericht Bamberg: 9 Verhandlungstage angesetzt
Vor dem Landgericht Bamberg müssen sich die beiden ab Dienstag unter anderem wegen „schweren Bandendiebstahls in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ verantworten. Bislang sind vor der 3. Strafkammer des Bamberger Landgerichts weitere acht Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.
Geldautomatensprengungen bergen laut Bayerischem Landeskriminalamt ein „erhebliches Gefährdungspotenzial“. Und obwohl die Fälle leicht rückläufig seien (dieses Jahr hatte es in Bayern wohl noch keinen Fall gegeben), bleiben sie im Fokus der Ermittler. Auch in Forchheim hatte es bereits mehrere Fälle gegeben. Die Täter – ebenfalls eine niederländische Bande – wurden Ende 2024 in einem aufsehenerregenden Prozess zu teils langen Haftstrafen verurteilt.
















