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Bürger werden es bald spüren
Forchheim dreht an Preisschrauben für Kitas, Museen und Co.
Gebühren für städtische Kitas und Horte in Forchheim steigen ab 2025Forchheim & Fränkische Schweiz
Gebühren für städtische Kitas und Horte in Forchheim steigen ab 2025 - doch nicht nur die. // Uwe Anspach,dpa/Archiv
Forchheim – Kitas, Museen, Musikschule: Preiserhöhungen treffen Forchheims Einwohner ab 2025. Woran das liegt und was genau sich ändert.

Den unfreiwillig auferlegten Sparzwang der Stadt Forchheim merkt mittlerweile jeder. Die Verwaltung muss Millionen einsparen, um die hohen Auflagen des Nachtragshaushalts zu erfüllen. Kein neues Personal, pauschale Kürzungen und verschobene Investitionen reichen aber nicht aus. Auch die Einwohner müssen ihren Teil leisten, so wurden bereits höhere Gebühren fürs Parken und eine verteuerte Hundesteuersatzung beschlossen. Nun kommen weitere Erhöhungen hinzu.

Der Kultur- und Gesellschaftsamtschef Richard Reickersdorfer nimmt vorauseilend gehorsam in Demut den Rednerplatz im Finanzausschuss ein, um die lange Liste vorzutragen, mittels derer er seinen Teil zur dringend benötigten Haushaltskonsolidierung beitragen will. Kein Wunder, die Debatten sind in den vergangenen Wochen härter geworden, der Ton rauer, das Thema existenzieller.

Haushaltslage in Forchheim wird sich zeitnah nicht bessern

Und das wird sich in den kommenden Monaten nicht ändern, glaubt man den Ausblicken der Stadtkämmerin Sonja Kohlmann-Huberth. Selbst wenn das aktuelle Haushaltsdesaster der Stadt Forchheim ausgebadet werden kann, ist kaum Besserung in Sicht. „2025 ist das tiefe Tal“, sagt sie. Forchheim wird im kommenden Jahr noch keine Schlüsselzuweisungen erhalten, gleichzeitig eine hohe Kreisumlage zahlen müssen und dringend weitere Einsparungen vornehmen.

Große Posten wie Investitionen und die enormen Personalkosten bereiten den Stadtpolitikern und der Verwaltung schon jetzt schlaflose Nächte. Die Meinungen und Vorstellungen liegen zum Teil weit auseinander, wie die bereits eingereichten Haushaltsanträge der Parteien zeigen. Die Haushaltsberatungen am 9. Februar 2025 dürften die schwierigsten in der Geschichte Forchheims werden.

Zahlreiche Gebühren in Forchheim steigen ab 2025

Direkt zu spüren bekommen das die Menschen schon mit dem Jahreswechsel. Dann erhöhen sich nämlich einige Gebühren. Zwar seien die meisten Verteuerungen „moderat“ gewählt, wie Amts-Chef Reickersdorfer erklärt. Aber spüren werden sie vor allem die Familien.

Zum Beispiel wird die Kinderbetreuung in den städtischen Einrichtungen ab 2025 teurer. Ebenfalls moderat, wie Reickersdorfer erklärt. Zudem seien die Gebühren umfassend zuletzt im Jahr 2013 angepasst worden. Rückendeckung für die Preisanpassung holt sich Reickersdorfer aus der Erkenntnis, dass sowohl andere Städte als auch private Träger zum Teil viel höhere Gebühren erheben. Und die Familien bekommen beispielsweise für die Kindergarten-Betreuung einen Pauschalzuschuss von 100 Euro im Monat, je nach Einkommensverhältnissen auch für die Kinderkrippe.

Städtische Kitas und Horte werden teurer

Für die städtischen Einrichtungen setzt sich die Kostenstruktur ab 2025 folgendermaßen zusammen:    

Kinderkrippen:

  • Für bis zu drei Stunden 135 Euro (bisher 120 Euro)
  • Für drei bis vier Stunden 160 Euro (bisher 150 Euro)
  • für vier bis fünf Stunden 185 Euro (bisher 175 Euro)
  • für fünf bis sechs Stunden von auf 210 Euro (bisher 200 Euro)
  • für sechs bis sieben Stunden 235 Euro (bisher 220 Euro)
  • für sieben bis acht Stunden 260 Euro (bisher 245 Euro)
  • für acht bis neun Stunden 285 Euro (bisher 275 Euro)
  • für mehr als neun Stunden 310 Euro (bisher 310 Euro)

Kindergärten:

  • für bis vier Stunden 90 Euro (bisher 80 Euro)
  • für vier bis fünf Stunden 99 Euro (bisher 88 Euro)
  • für fünf bis sechs Stunden 108 Euro (bisher 96 Euro)
  • für sechs bis sieben Stunden 117 Euro (bisher 104 Euro)
  • für sieben bis acht Stunden 126 Euro (bisher 112 Euro)
  • für acht bis neun Stunden 135 Euro (bisher 120 Euro)
  • für mehr als neun Stunden 144 Euro (bisher 128 Euro)

Kinderhorte:

  • für bis vier Stunden 105 Euro (bisher 95 Euro)
  • für vier bis fünf Stunden 115,50 Euro (bisher 104,50 Euro)
  • für fünf bis sechs Stunden 126 Euro (bisher 114 Euro)
  • für sechs bis sieben Stunden 136,50 Euro (bisher 123,50 Euro)
  • für sieben bis acht Stunden 147 Euro (bisher 133 Euro)
  • für acht bis neun Stunden 157,50 Euro (bisher 142,50 Euro)
  • für mehr als neun Stunden 168 Euro (bisher 125 Euro)

Hinzu kommt ab Januar eine jährliche Verwaltungsgebühr von fünf Euro.

Musikschule, Museen und Kulturhighlights werden teurer

Ebenfalls (ein wenig) tiefer in die Tasche greifen müssen Eltern für ihren Nachwuchs an der Musikschule und für die Mittagsbetreuung in der Anna-Grundschule.

Musikschule:

  • Musikalische Früherziehung: 22 Euro (bisher 20 Euro)
  • Einzelunterricht (30min): 66 Euro (63 Euro)
  • Einzelunterricht (45min): 99 Euro (bisher 95 Euro)
  • Gruppenunterricht (2er-Gruppe): 55 Euro (53 Euro)

Mittagsbetreuung Anna-Grundschule:

  • Buchungszeit 11.30 bis 14.00 Uhr: 40 Euro (bisher 35 Euro)
  • Buchungszeit 11.30 bis 15.30 Uhr: 60 Euro (bisher 55 Euro)
  • Buchungszeit 11.30 bis 16.30 Uhr: 65 Euro (bisher 61 Euro)

Teurer werden auch die Eintrittspreise in den Forchheimer Museen sowie andere touristische Angebote wie Gästeführungen. Für die Afrika-Kulturtage und den Kunsthandwerkermarkt müssen Besucher künftig fünf Euro pro Tag Eintritt zahlen.

Auch für die Schaustellerbetriebe auf dem Annafest kostet es ab 2026 durchschnittlich fünf Prozent mehr, ebenfalls die Bescheide und Platzmieten auf anderen Jahrmärkten wie dem Weihnachtsmarkt.

Wie stark erhöhen sich die Preise in der Stadtbücherei?

Fast all diese Erhöhungen gehen die Mitglieder des Finanzausschusses einstimmig mit. Einzig bei der Stadtbücherei gibt es keinen Konsens. Das Thema wird noch einmal separat im Hauptausschuss behandelt, weil manchen Räten die Kostenstruktur an sich nicht gefällt. Zu unmodern, zu kompliziert und vor allem für kinderreiche Familien wenig sozial sei sie.

Hätte es bei manchen der Punkte früher sicherlich größere Diskussionen gegeben, dominieren die Haushaltslöcher den Durchwink-Marathon an diesem Abend. Endgültig abgesegnet werden müssen die Erhöhungen aber noch vom Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres am 17. Dezember.

 

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