Es tut sich was in den Gleisbetten der Jahrhundert-Bahnbaustelle, vor allem auf den knapp 24 Kilometern zwischen Forchheim und Bamberg gräbt sich der viergleisige Ausbau immer sichtbarer in die oberfränkische Landschaft.
In diesem Jahr sollen gleich drei große Meilensteine auf Forchheimer Landkreisboden erreicht werden.
Deutsche Bahn: „Liegen im Zeitplan“
„Wir liegen insgesamt absolut im Zeitplan“, beschreibt die Gesamtprojektleiterin der DB Netz AG Nicole Kumpfmüller-Böhm den aktuellen Baufortschritt.
Alleine 2023 will die Bahn bis Ende des Jahres zwischen Nürnberg und Bamberg 16 Brücken errichtet, zwei S-Bahnhöfe sowie den Überholbahnhof in Eggolsheim fertiggestellt, 20 Kilometer Gleise und 20 Weichen verlegt haben.
Vollsperrung 24. bis 31. März: Schienenersatzverkehr
Ein größerer Einschnitt für Bahnfahrer steht vom 24. März, 7 Uhr, bis 31. März, 21 Uhr, an: Dann nämlich wird die gesamte Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg komplett gesperrt, kein Zug fährt mehr.
Für Pendler ersetzen Busse dann nicht nur wie in den vergangenen Wochen die S-Bahnen, sondern auch die Regionalzüge.
Eine Sperrung in den Osterferien eine Woche später komme laut Kumpfmüller-Böhm nicht in Frage, wegen der strikten bayerischen Nachtruheregelungen an den Osterfeiertagen.
Piastenbrücke Forchheim: Bahn sagt Freigabe im Juni erstmals fest zu
Forchheim treibt aber noch eine andere Frage um: Wird die Piastenbrücke rechtzeitig bis zum Annafest fertig?
Zum ersten Mal legt die Bahn in ihrer Kommunikation nun den Konjunktiv ab. Und sagt bestimmt: „Die Brücke wird Ende Juni für den Verkehr freigegeben“.
Man laufe „terminstabil“, nennt das Kumpfmüller-Böhm, die Hauptarbeiten an Brücke und Pfeiler seien beinahe fertig, nun stünden noch die Asphaltdecke sowie „Schönheitsarbeiten“ an. Außenrum werden die Lärmschutzwände komplettiert.
Eine gute Nachricht für die Königsstadt, die schon mehrfach Hiobsbotschaften wegen der nicht nur für das Annafest so wichtigen Eisenbahnüberführung hinnehmen musste.
Bahnausbau Nürnberg-Bamberg: So geht es im Landkreis Forchheim voran
Zweite Zwillingsbrücke soll im Juli über die A73 gehoben werden
Ebenfalls im Sommer steht ein spektakuläres Highlight an. Und zwar soll Anfang Juli die neue Eisenbahnbrücke, die zweite der sogenannten Zwillingsbrücken, über der A73 eingehoben werden.
Dies wurde schon zweimal verschoben, ursprünglich sollte es im Herbst soweit sein. Das genaue Datum werde laut Bahn noch bekanntgegeben, auch weil während des nächtlichen Einhubs die Autobahn wieder gesperrt werden müsste.
In Betrieb gehen solle die Brücke dann Ende des Jahres – und erster Verbesserungen im Fahrplantakt mit sich bringen.
Eggolsheimer müssen sich weiter gedulden
Was den Überholbahnhof in Eggolsheim betrifft, muss die Bahn ebenfalls eine zeitliche Schippe draufschlagen.
So bleibt der Mittelbahnsteig auch über den März hinaus schier unerreichbar für mobil eingeschränkte Menschen. „Der Aufzug kommt im Sommer“, sagt dazu Bahn-Projektleiterin Nicole Kumpfmüller-Böhm.
Schuld sei ein Problem mit den Zulieferern : Steuerungselemente für den Lift seien aktuell einfach nicht zu bekommen.
Insgesamt bescheinigt die Bahn der Inbetriebnahme des Mittelbahnsteigs sowie der gesamten Fertigstellung des Überholbahnhofes im Eggolsheimer Süden schon nur noch den Zeitstempel „Ende 2023“.
Hierfür wird voraussichtlich Mitte Dezember noch einmal eine volle Sperrung des Zugbetriebes nötig sein.
S-Bahn-Halt Forchheim-Nord wohl bis Ende 2024 fertig
Aber auch danach wird das Mammutprojekt den Landkreis Forchheim weiter beschäftigen. Weiterhin angepeilt ist zum Beispiel der Start des neuen S-Bahn-Haltepunktes Forchheim-Nord.
Die Arbeiten sollen nach der Vollsperrung im April beginnen und bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Auch sollen die alten Gleise im Forchheimer Stadtgebiet bis 2025 noch ersetzt werden.
Bis dahin wolle man auch den gesamten Streckenverlauf zwischen Nürnberg und Bamberg geschafft haben.
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