Es gibt sie also doch, die viel zitierte Alternative. Nach dem Schock im Februar, dass die Stadt Forchheim ihre neue Kita im Stadtteil Burk nicht wie geplant bauen darf, standen Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) und sein Verwaltungsteam vor dem Scherbenhaufen jahrelanger Planungen. Doch nun können sein Bauamt und (angehende) Jungeltern aus dem Forchheimer Westen wieder hoffen. Denn die Stadtplaner der Königsstadt warten mit einem neuen Standort für die geplante Kita auf.
Stadtrat Forchheim: Kita in Burk soll doch kommen
„Bebauungs- und Grünordnungsplan Nr. 7/3-3 (Änderung), Gebiet Forchheim-Burk, Bereich nördlich Bürgermeister-Reck-Straße, Kindertageseinrichtung ‚An der Schule‘“, so lautet die Überschrift dessen, was Forchheims Stadträte im Planungsausschuss am späten Dienstagnachmittag besprechen. Es geht darum, dass auf dem jetzigen Schulsportplatz einst die neue Burker Kita stehen soll. Und zwar so schnell wie möglich.
Auf einer Grundfläche von maximal 6000 Quadratmetern soll dort zwischen Grundschule, Bürgermeister-Reck-Straße und Starenweg ein maximal zweigeschossiges Gebäude entstehen, welches die künftige Kita beherbergen soll. Und zwar dort, wo die Schule den Sportplatz für ihre Pausengestaltung und Sportaktivitäten nutzt. Dem Vernehmen nach werde aber nicht die komplette Fläche, welche die Stadt sich für den Bebauungsplan „reserviert“, tatsächlich für die Kita benötigt.
Das lässt Nicole Peddemors sicherlich aufatmen. Die Rektorin der Grundschule fürchtete bereits, für ihre gut 100 Kinder an der Burker Schule keinerlei Freifläche mehr zur Verfügung zu haben. So richtig euphorisch wirkt sich dennoch nicht. Schließlich stehen ihr weitere Jahre Baustelle zu erwarten. Dabei seien die Einschränkungen durch die Sanierung der Turnhalle schon jetzt spürbar.
Kita in Burk an der Schule: Erst der Vorentwurf
Wie groß der Kitabau schließlich sein wird, wie viele Kinder dort betreut werden können, wie viele Parkplätze gebraucht werden, wann und wie schnell gebaut werden kann – all diese Fragen bleiben vorerst jedoch unbeantwortet. „Heute geht es nur darum, dass wir den Bebauungsplan ändern und mit unserem Vorentwurf den nächsten Planungsschritt einleiten können“, erklärt Bauamtsleiter René Franz.
Dieser nächste lautet: Wie üblich bei solchen Verfahren müssen zunächst die Bevölkerung sowie sogenannte Träger öffentlicher Belange (Fachbehörden und Versorgungsunternehmen beispielsweise) informiert werden, sodass die ihre Stellungnahmen abgeben können, wenn sie das wollen.
Ist das geschafft, könnten die Planungen für die Schul-Kita vergleichsweise schnell vonstattengehen. Weil bereits ein wirksamer Flächennutzungs- und Landschaftsplan vorliegt, welcher der angedachten Fläche einen sogenannten Gemeinbedarf („insbesondere mit dem Zweck Schulstandort“) bescheinigt, kann die Verwaltung auf einen Umweltbericht sowie eine Umweltprüfung verzichten.
Kita Burk: Neuer Plan wird wohl kleinere Lösung
Dass Burk eine neue Kita braucht, ist unumstritten. Selbst wenn die neue Kita im geplanten Neubaugebiet am Tränklein in Buckenhofen zum Teil auch Burker Bedarfe decken könne, braucht es schnell eine eigene Lösung für Burk. Die bestehende Kita im Möwenweg ist gut besucht, allerdings auch baulich in die Jahre gekommen. Und, so heißt es vonseiten des kirchlichen Trägers, große Investitionen werde es dort wohl keine mehr geben.
Nun steht also der Vorentwurf für die Neu-Kita an der Schule. Derzeit würden die Untersuchungen zwar noch laufen. Aber die Stadt geht bereits davon aus, dass die Gruppenanzahl im Vergleich zur Seetallösung reduziert werden müsse. Eigentlich wollte die Stadt am Seetalweg ein Kinderhaus für insgesamt 111 Kinder errichten, aufgeteilt auf 75 Plätze für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren und je 36 Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. Bereits im Sommer 2023 machte sich die Verwaltung auf die Suche nach einem Träger, ursprünglich wollte man im Herbst dieses Jahres bereits eröffnen.
Das Problem: Das Gebiet befindet sich in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Regnitz. Formal dürfe dort unter anderem nur dann gebaut werden, wenn es vor Ort keine Alternativen außerhalb des Überschwemmungsgebietes gibt. Und die gebe es durchaus, sagte das Landratsamt als Genehmigungsbehörde im Februar, und untermauerte das Nein, welches im November 2024 bereits die Regierung von Oberfranken geäußert hatte.
Burker Bürger zeigen Unmut bereits auf Bürgerversammlung
Darum musste sich OB Kirschstein während der Bürgerversammlung Ende Mai einiges an Kritik von den Bürgern anhören. Etwa, warum man nicht früher nach Alternativen gesucht habe. Oder trotz negativer Vorzeichen so lange an den teuer bezahlten Planungen festgehalten habe. Ebenfalls am Dienstag besiegelt eine knappe Mehrheit der Stadträte im Planungsausschuss (8:7) die Seetal-Pläne formal, indem sie das Bauleitplanverfahren einstellen.
Auch jetzt, da ein neuer Standort gefunden sein könnte, regen sich bereits erste leise Widerworte. Durch die millionenschwere und noch mindestens ein Jahr andauernde Generalsanierung der Schulturnhalle freuen sich einige Anwohner mitnichten auf die nächste Großbaustelle vor ihren Haustüren. Denn auch die könnte wieder dauern.
Immerhin sollen jetzt die Planungen schnell voranschreiten. Die Räte im Planungsausschusses haben sich am Dienstag bereits einstimmig dafür ausgesprochen. Am 21. Juli wird die Vollversammlung des Stadtrates dann voraussichtlich den endgültigen Beschluss fassen, den Vorentwurf und damit die Planungen weiterverfolgen zu wollen.

















