Haushaltsdiskussion
Krankenhausdefizit stößt sauer auf
Rauhenebrach zahlt viel Kreisumlage – unter anderem für die Haßberg-Kliniken. Aber die Steigerwälder gegen selbst eigentlich in andere Krankenhäuser. Bei der Haushaltsdebatte wurde Kritik am Krankenhausdefizit laut.
Rauhenebrach zahlt viel Kreisumlage – unter anderem für die Haßberg-Kliniken. Aber die Steigerwälder gegen selbst eigentlich in andere Krankenhäuser. Bei der Haushaltsdebatte wurde Kritik am Krankenhausdefizit laut.
René Ruprecht
Weit fortgeschritten ist mittlerweile der Radwegebau zwischen Theinheim und Koppenwind. Wenn hier asphaltiert wird, soll auch eine Stichstraße in Theinheim eine Oberflächenbehandlung erfahren.
Weit fortgeschritten ist mittlerweile der Radwegebau zwischen Theinheim und Koppenwind. Wenn hier asphaltiert wird, soll auch eine Stichstraße in Theinheim eine Oberflächenbehandlung erfahren.
Sabine Weinbeer
F-Signet von Sabine Weinbeer Fränkischer Tag
Rauhenebrach – Dass die Steigerwaldgroßgemeinde Rauhenebrach bei der Kreisumlage deutlich zur Kasse gebeten wird, das versteht mancher Gemeinderat in Untersteinbach, aber es gefällt vielen Politikern nicht.

Dass jede Entscheidung, jede Entwicklung zwei Seiten hat, das wissen gerade Kommunalpolitiker nur zu gut. Wie sich das bei der Kreisumlage verhält, das zeigte Bürgermeister Matthias Bäuerlein kürzlich in der Gemeinderatssitzung auf. Die Gemeinde Rauhenebrach prosperiert, wird deshalb aber bei der Kreisumlage 2023 doppelt getroffen.

Gemeinde bekommt Last aufgebürdet

Frisch aus der Vorstellung der Haushaltsplanungen des Landkreises Haßberge im Kreise der Bürgermeister, informierte Matthias Bäuerlein darüber, was an Kreisumlage auf die Steigerwaldgroßgemeinde Rauhenebrach zukommt. 46,57 Millionen Euro muss der Landkreis 2023 mangels anderer Einnahmequellen über die Kreisumlage einheben – das sind 600.000 Euro mehr als im laufenden Haushaltsjahr.

Weil sich nun im Durchschnitt die Umlagekraft der Kreisgemeinden eher verschlechtert hat, wird 2023 der Hebesatz des Kreises angehoben – die genaue Höhe wird in der Kreistagssitzung am 19. Dezember fixiert.

Rauhenebrach blüht gegen den Trend

Nun läuft die wirtschaftliche Entwicklung in Rauhenebrach gut. Etwas gegen den Trend der Landkreisgemeinden hat sich die Umlagekraft im einst so armen Steigerwald in den zurückliegenden Jahren deutlich verbessert, seit 2016 um fast 30 Prozent. Grundsätzlich freut das einen Bürgermeister wie auch die Gemeinderatsmitglieder.

Durch die Erhöhung des Hebesatzes jedoch wird Rauhenebrach so 2023 doppelt getroffen und zahlt 145.000 Euro mehr an Kreisumlage, also in Summe fast 1,5 Millionen Euro.

Man hat nichts davon

Olaf Ernst kritisierte in diesem Zusammenhang das Krankenhausdefizit, von dem man nicht den Eindruck habe, dass es geringer wird. Gleichzeitig nutzten Rauhenebracher Bürger die Haßberg-Kliniken kaum. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass in Bezug auf die Kliniken das Solidarprinzip gelten sollte, denn „unsere Leute gehen meist nach Burgebrach, wo wir wiederum keine Kreisumlage bezahlen“.

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Ihn stört aber das ebenfalls hohe Defizit des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), denn eine solche Einrichtung müsse eigentlich eigenwirtschaftlich laufen. Die Pläne, die man von Gesundheitsminister Lauterbach höre, würden kleinen Krankenhäusern wie den Haßberg-Kliniken eher helfen, meinte Bäuerlein. Das mache Hoffnung.

Kurz aus dem Gemeinderat

Straßenbau In Rauhenebrach selbst läuft der Radwegebau zwischen Theinheim und Koppenwind. Da die Firma vor Ort ist, beschloss der Gemeinderat, in Theinheim die Asphaltdecke in der Einmündung Lindenweg erneuern zu lassen. Das hält zehn bis 15 Jahre und kostet knapp 18.000 Euro.

Funkturm Nachfragen will die Gemeinde wegen des Vorhabens, bei Falsbrunn einen Stahlgitterturm für den Mobilfunk zu errichten. Welchem Zweck dienst hier ein Funkmast? Die Netzabdeckung ist gerade hier gut. Die Verwaltung holt die Info bis zur nächsten Sitzung ein. Geplant ist ein 42,5 Meter hoher Stahlgitterturm auf einem Stahlbetonfundament. Die nächste Bebauung ist rund 280 Meter entfernt.

Chlor Die Abkochanordnung im Raum Untersteinbach für das Trinkwasser steht (noch eine Woche), bis drei Trinkwasserproben ohne Keime vorliegen; die Chlorung läuft bis kurz vor Weihnachten.

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