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Kommunalwahlen 2026
OB-Wahl in Forchheim: Viktor Naumann darf offiziell antreten
Große Überraschung: Viktor Naumann, Wirtschaftsförderer der Stadt Forchheim und Geschäftsführer der Medical Valley Center GmbH, hat seine Kandidatur um das Oberbürgermeisteramt in Forchheim bekannt gegeben.
Große Überraschung: Viktor Naumann, Wirtschaftsförderer der Stadt Forchheim und Geschäftsführer der Medical Valley Center GmbH, hat seine Kandidatur um das Oberbürgermeisteramt in Forchheim bekannt gegeben. // Foto: Stephan Großmann
Forchheim – Wer wird Forchheims nächster Oberbürgermeister? Der städtische Wirtschaftsförderer Viktor Naumann will als unabhängiger Kandidat antreten. Nun hat er die letzte große Hürde vor dem Wahltag genommen.

Update vom 16. Januar, 11.10 Uhr:

Der unabhängige Oberbürgermeisterkandidat Viktor Naumann darf zur Oberbürgermeisterwahl in Forchheim antreten. Wie er am Freitagvormittag mitteilt, habe er die notwendige Anzahl von mindestens 215 Unterstützerunterschriften sammeln und nach eigener Aussage „deutlich übertreffen“ können.

„Die notwendigen 215 Unterschriften sind mehr als eine formale Hürde – sie stehen für Vertrauen, Rückenwind und den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer Stadtpolitik, die sich wieder konsequent an Sachfragen, wirtschaftlicher Vernunft und der Zukunft unserer Kinder orientiert“, schreibt Naumann in seiner Mitteilung. Bis zum 19. Januar, 12 Uhr, können Interessierte aber noch weiterhin ihre Unterschriften leisten. Auch für andere Kandidaten beziehungsweise Stadtratslisten. 

Bereits im Oktober 2025 hatte der 44-Jährige seine Kandidatur überraschend angekündigt. Weitere Hintergründe und was Naumann antreibt, lesen Sie weiter unten in diesem Artikel. 


Ursprünglicher Artikel vom 24. Oktober 2025, 11.56 Uhr:

OB-Wahl in Forchheim: Dieser Mann tritt überraschend an

Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch Forchheim: Viktor Naumann wirft seinen Hut in den Ring und will ab Frühjahr 2026 Oberbürgermeister der Stadt Forchheim werden. Dies bestätigt Naumann gegenüber dem Premium-Nachrichtenportal fraenkischertag.de auf Nachfrage.

Viktor Naumann: „Möchte Oberbürgermeister der Stadt Forchheim werden“

„Ja, ich möchte Oberbürgermeister der Stadt Forchheim werden und den Bürgerinnen und Bürgern ein überparteiliches Angebot für eine gute Zukunft machen“, sagt Naumann im Gespräch mit unserer Redaktion. Und dieses Angebot laute eben nicht „Weiter so“, sondern solle neue Perspektiven schaffen. Dass er bislang weder politische Erfahrungen sammeln konnte noch Mitglied einer Partei ist, will Naumann nicht als Hemmnis erkennen. Ganz im Gegenteil.

„Ich kann und möchte Angebote für die Stadt Forchheim machen. Über die Parteigrenzen hinweg“, sagt der 44-Jährige. Dass er im Falle eines Wahlsiegs den Blick von außen in den Politbetrieb einbringen könnte, sei ein enormer Vorteil. Er erkenne derzeit viele Gräben zwischen den Parteien, teils geprägt von „gegenseitigen Retourkutschen“. Naumann sagt: „Als parteiunabhängiger Verwaltungs-Chef könnte ich mich rein den Sachthemen widmen und mich als Brückenbauer einbringen“.

Viktor Naumann
Viktor Naumann // Foto: Stephan Großmann

Naumann: Wirtschaftsförderer und Chef des Medical Valley Centers

Wenngleich manche bereits entsprechende Gerüchte kolportiert hatten, zeigen sich viele Forchheimer von den plötzlichen politischen Ambitionen des 44-Jährigen doch überrascht. Mit Viktor Naumann dürfte das Rennen um Stimmen vor allem im Umfeld der Wirtschaft für seine Mitbewerberin und die Mitbewerber hart werden. Naumann leitet seit 2012 die Wirtschaftsförderung der Stadt Forchheim und ist durch diese Aufgabe bestens vernetzt mit den großen und kleinen Firmen aus der Region sowie den Angestellten der Verwaltung.

Und schon vor seinem Leben in Forchheim sammelte Naumann Erfahrungen in der Verwaltung einer Kommune, und zwar bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Nürnberg. Überdies zeichnet er unter anderem seit 2017 als Geschäftsführer für das Medical Valley Center (MVC) im Forchheimer Süden verantwortlich. Das Netzwerk rund um das MVC hat es gemeinsam mit Branchen-Leuchttürmen wie Siemens Healthineers und Simon Hegele in den vergangenen Jahren verstanden, Forchheim zu einem wichtigen medizintechnischen Campus weiterzuentwickeln.

Themen: Wirtschaft, Klinikum, universitäre Anbindung

„Diesen Effekt könnten wir in anderen Branchen wiederholen“, sagt er. „Beispielsweise bei den Erneuerbaren Energien könnten wir in Forchheim ähnliche Exzellenzen schaffen.“ Ähnliches gelte für das Handwerk, etwa indem man endlich Platz für Handwerksbetriebe im Forchheimer Norden schaffe. „Ein Oberbürgermeister muss Anreize und Akzente für die Wirtschaft schaffen“, sagt Naumann. In dieser Hinsicht sei zu wenig geschehen in den vergangenen Jahren, daher habe er sich das ganz oben auf die Agenda geschrieben.

Darüber hinaus treiben den diplomierten Volkswirt, der 1989 im Grundschulalter mit seinen Eltern aus Kirgistan (damals Teil der Sowjetunion) nach Deutschland kam, weitere Dinge um. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz beispielsweise. „Mit einem Oberbürgermeister Naumann wird das Klinikum definitiv bei der Stadt Forchheim bleiben.“ Die Diskussion um einen finanziellen Ausstieg könne er „null nachvollziehen“.

Ähnliches gelte etwa für die Vision mancher, das Königsbad aus Kostengründen auszugliedern. Weiterhin wolle Naumann lieber heute als morgen neues Bauland ausweisen, Forchheim „endlich universitär anbinden“. Und: Forchheims Finanzen endlich wieder in Ordnung bringen.

Naumann: „Nur ausgeben, was wir auch haben“

Dafür brauche es laut Naumann auf der einen Seite weiterhin einen rigorosen Sparkurs. Wenig hält er darüber hinaus von den aktuell geplanten „Neuschuldenbergen, die wir unseren Kindern hinterlassen“. Damit Forchheim auch in Zukunft handlungsfähig bleibe, müsse man bei der Kreditaufnahme auf die Bremse treten, sagt Naumann. „Schulden dürfen wir nur noch in jenen Bereichen aufnehmen, die uns nachher auch wieder Geld einbringen. Nur so kann die Stadt auf Dauer handlungsfähig bleiben.“

Viktor Naumann: „Bei Kreditaufnahmen auf die Bremse treten"
Viktor Naumann: „Bei Kreditaufnahmen auf die Bremse treten" // Foto: Stephan Großmann

Naumann: „Meine Familie steht hinter mir“

Im Gespräch zeigt sich Naumann motiviert, hat sich bereits viele Gedanken zu Themen und Inhalten gemacht. Auf den 44-Jährigen warten nun harte Monate. Nicht nur hat er als amtierender Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer der Medical Valley Center GmbH ohnehin einen strammen Terminkalender. Der Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt dürfte überdies viel Zeit und Energie rauben. Zumal die Kommunalwahlen vor allem in der Kreisstadt Forchheim am 8. März 2026 so spannend werden dürften wie lange nicht mehr.

„Meine Familie steht hinter mir, sonst würde ich das auch nicht machen“, sagt Naumann. Der 44-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von zehn, acht und fünf Jahren. Auch für die und deren Zukunft in der Königsstadt wolle er das Amt antreten, wie er sagt.

Kommunalwahl Forchheim 2026: So viele Kandidaten wie nie

Stand jetzt sind es sechs Personen, die um das Amt des Oberbürgermeisters ab Frühjahr 2026 buhlen: Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD), Martina Hebendanz (CSU), Markus Dietz (Forchheimer Grüne Liste), Manfred Hümmer (Freie Wähler), Tino Reichardt (FDP) und nun der parteilose Viktor Naumann. Bereits eine Kandidatur angekündigt hatte noch Die Linke, konkreter werden wolle die Partei im November. Die AfD wiederum hat kürzlich bekannt gegeben, keinen OB-Kandidaten in Forchheim stellen zu wollen.

Wichtig sei es Naumann, zu betonen, nicht gegen seinen Verwaltungs-Chef und amtierenden Oberbürgermeister Kirschstein anzutreten. Oder gegen die anderen Mitbewerber. Er wolle ein Angebot für Forchheim schaffen, Themen und Ideen vorschlagen, die es so in Forchheim aktuell nicht gebe. Ob sich Naumann Chancen ausrechne, wirklich Oberbürgermeister werden zu können? „Natürlich trete ich an, weil ich denke, gewinnen zu können.“

 

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