Am 1. März ist meteorologischer Frühlingsbeginn. Zeit wird's, Forchheim für den Frühling herauszuputzen. Wie es um die Innenstadt aktuell bestellt, hat der FT unter die Lupe genommen.
Anhand der fünf Kriterien
zeigen wir aktuelle Entwicklungen auf und erklären, wo noch Entwicklungspotenzial steckt.
City-Check Forchheim: Einkaufen
Zwar nimmt die Bedeutung der Innenstadt als reiner Einkaufsort seit Jahren ab, laut der immer noch aktuellen Deutschlandstudie Innenstadt 2022 gehören für sehr viele Menschen aber gute Einkaufsmöglichkeiten noch immer zu einer attraktiven Innenstadt. Wichtig sei ein abwechslungsreiches Angebot, sagt Studienmacher Roland Wölfel. Auch gehörten regionale und frische Produkte immer stärker zu den nachgefragten Warengruppen.
Zu viele Leerstände lassen eine Innenstadt dagegen unattraktiv erscheinen. So hat auch Forchheims City mit einigen unvermieteten Immobilien zu kämpfen. Doch auch wenn sich keine langfristigen Interessenten finden lassen, gibt es zahlreiche Städte, die beispielsweise mit sogenannten Pop-up-Stores erfolgreich sind oder kulturelle Nutzungen zwischenschalten. In diesen Punkten hat Forchheim noch einiges an brachliegenden Potenzialen.
FT-Fazit: Auch wenn große Filialisten als Besuchermagnete fehlen, hat Forchheim zum Einkaufen einiges zu bieten. Ein bisschen mehr Vielfalt und Mut für neue Ideen dürften es aber noch sein.
City-Check Forchheim: Verweilen
Wer derzeit durch Forchheims Innenstadt schlendert, muss an einigen Baustellen vorbei. Da fällt im Alltag die Generalsanierung des historischen Rathauses zum „Haus der Begegnung“ (Fertigstellung geplant für 2026)noch am wenigsten ins Gewicht. Anstrengender muten da schon die seit Monaten andauernden Arbeiten in der Apothekenstraße an.
Am einschneidendsten merken die Forchheimer die umfassende Umgestaltung des Paradeplatzes seit Baubeginn am 14. Mai 2022. Seither ächzen Anwohner und Geschäftsinhaber unter dem Baulärm und den gesperrten Straßen. Alles in allem liegen die Arbeiten dort aber im Zeitplan, so dass die Stadt weiterhin davon ausgeht, den Platz im September wieder freigeben zu können. Zum aktuellen Stand schreibt Stadtsprecherin Britta Kurth auf Anfrage: „Die Arbeiten am Paradeplatz werden nach der Winterpause fortgesetzt. Hier gilt es dann, die Fundamente für die Hochbauten im Einklang mit den Gewerken für die Pflasterarbeiten zu setzen.“
Und noch eine Baustelle ist neu hinzugekommen: Der Streckerplatz am „Nürnberger Tor“ wird seit Februar zum Mehrgenerationenspielplatz umgebaut werden. Ab Mai soll dort Spielen und Verweilen möglich sein.
FT-Fazit: In Forchheims Innenstadt gibt es gastronomische Vielfalt und bald auch wieder Aufenthaltsqualität.
City-Check Forchheim: Erleben
Forchheim hat sich fürs laufende Jahr einiges vorgenommen. So startet am Sonntag, 10 bis 17 Uhr, beispielsweise die Jahrmarktsaison. Mehr als 50 Stände gibt es zwischen Sattlertorstraße und Kaiserpfalz. Weitere Termine, dann mit verkaufsoffenen Sonntagen, sind am 24. März, 12. Mai, 8. September, 6. Oktober und 3. November.
Wie Roland Wölfel in seiner Innenstadt-Studie herausgefunden hat, erwarten drei von vier Menschen Wochen- und Frischemärkte von einer attraktiven Innenstadt. Zu kaufen geben sollte es vor allem Regionales. „In einem strategisch klugen Marktgeschehen steckt sehr viel Potenzial“, sagt Wölfel.
Tatsächlich haben die Forchheimer ihren Erlebnischarakter auf dem Zettel, sowohl das Kultur- als auch das Veranstaltungsamt sowie private Initiativen stampfen regelmäßig neue Angebote aus dem Boden. Für manche Einwohner könnte das allerdings noch regelmäßiger ausfallen, anderen direkten Anwohnern wiederum ist der Kultur-Trubel jetzt schon zu viel.
FT-Fazit: Eine schwierige Gemengelage mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Verantwortlichen haben die Potenziale auf dem Schirm, in der Umsetzung darf es noch ein bisschen mehr sein.
City-Check Forchheim: Verkehr
Zankapfel Straßenverkehr: Vor allem im Innenstadtbereich scheinen die Fronten seit Jahren verhärtet. „Autos raus“, fordern die einen. „Parken für alle“, fordern die anderen. Einer der Haupt-Brennpunkte: die Hornschuchallee. Immerhin ist mit dem im Mai 2023 beschlossenen Integrierten Verkehrskonzept eine Richtung aufgezeigt, wie sich die Verkehrswende in der Innenstadt vollziehen ließe. Nur dominieren darin die Langfristziele.
Schon etwas früher, im kommenden Jahr, sollen die Stadtbusse dagegen schon enger getaktet in einem dichteren Liniennetz verkehren. Aktuell machen ÖPNV-Nutzer gerade einmal sieben Prozent des Innenstadtverkehrs aus.
Bessere Angebote könnten mehr aus dem eigenen Auto in den Bus locken. Das bestätigen auch die Ergebnisse aus Roland Wölfels Deutschlandstudie. Demnach wünschen sich mehr als drei Viertel der Befragten eine bessere Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Allerdings: Als noch wichtiger erachten sie bessere Fußwege und Parkplätze am Stadtrand.
FT-Fazit: Mehr ÖPNV, weniger Individualverkehr: So einfach lässt sich die Stimmung in Forchheim nicht zusammenfassen. Und doch braucht es schnelle Fortschritte beim Verkehrskonzept. Die Lage bleibt brenzlig.
City-Check Forchheim: Entwicklung
Potenziale heben, Missstände beheben: Forchheims Stadtverwaltung sowie die Händlerschaft haben die Entwicklung der Innenstadt beständig auf ihrem Zettel. Ein Beispiel: Der Forchheimer Stadtgutschein, mit dessen Hilfe die Kaufkraft der Kunden den lokalen Händlern zugespielt werden soll. Auch plant und realisiert die Händlervereinigung Heimforteil immer wieder Aktionen.
Ohne Mitwirkung aus der Stadtverwaltung geht es aber nicht. Die meisten Städte in der Größe Forchheims verfügen über ein Citymanagement, das alle Akteure an einen Tisch bringt und Input liefert. Seit dem Weggang von Forchheims Citymanagerin im Sommer 2021 fährt das Citymanagement nur noch auf Sparflamme. Mehrfach ist eine Nachbesetzung der Stelle gescheitert, aktuell läuft wieder ein Verfahren. Einige Bewerbungen sind eingegangen, diese werden bald dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Ausgang: offen.
FT-Fazit: Auch wenn sich die meisten Akteure bemüht zeigen, die Innenstadt nachhaltig zu entwickeln, scheint es in manchen Bereichen zu stocken. Vor allem in puncto Leerstandsmanagement und professioneller Vernetzung aller Akteure gibt es noch einiges zu tun.
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