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Alle Firmen auf einen Blick
Siemens, Hegele & Co: Das sind Forchheims größte Arbeitgeber
Siemens HealthineersForchheim & Fränkische Schweiz
Mit Abstand die Nummer 1 in Forchheim: Kein anderer Arbeitgeber beschäftigt mehr Menschen im Landkreis Forchheim als der Medizintechnik-Gigant Siemens Healthineers. Doch es gibt noch viele weitere spannende Orte, an denen viele Menschen arbeiten. // Foto: Daniel Karmann/dpa (Archiv)
Landkreis Forchheim – Medizintechnik, Logistik, Soziales und Verwaltung: Die meisten Menschen im Landkreis Forchheim sind in diesen Bereichen tätig. Die große FT-Auswertung zeigt die 15 größten Arbeitgeber in der Region.

Die Wirtschaftslage weltweit ist und bleibt angespannt. Das merken auch die Firmen aus dem Landkreis Forchheim. Und doch gilt die Region rund um die Königsstadt als starker Wirtschaftsfaktor für ganz Nordbayern.

Das zeigt unter anderem ein Blick auf die größten Arbeitgeber in Stadt und Landkreis Forchheim. fraenkischertag.de hat hierzu bereits zum zweiten Mal exklusiv bei allen Firmen, Organisationen und Verwaltungen nachgefragt und ein umfassendes Ranking der größten Arbeitgeber erstellt. Die Ergebnisse aus dem Sommer 2024 können Sie hier nachlesen, das aktuelle Ergebnis folgt in diesem Artikel.

Forchheims größte Arbeitgeber: Die Firmen im Einzelnen

Die Stadt Forchheim gilt im Landkreis und darüber hinaus als Zugpferd der hiesigen Wirtschaft. Tatsächlich stellt die Kreisstadt die meisten großen Arbeitgeber. Aber nicht nur.
Die Stadt Forchheim gilt im Landkreis und darüber hinaus als Zugpferd der hiesigen Wirtschaft. Tatsächlich stellt die Kreisstadt die meisten großen Arbeitgeber. Aber nicht nur. // Illustration: Sahar Nezhadbahram

1. Siemens Healthineers wächst auf 4700 Mitarbeiter

Siemens Healthineers produziert in Forchheim Computertomographen. Mittlerweile arbeiten im Forchheimer Süden unweit des Medical Valley Center 4700 Beschäftigte. Insgesamt arbeiten in der Region Erlangen/Forchheim etwa 12.000 Menschen bei Siemens Healthineers, dazu zählen Ingenieure, Forscher und Entwickler, Verwaltungsmitarbeitende, Mechatroniker, Mechaniker sowie Köche und Servicepersonal.

Seit 2019 hat Siemens Healthineers laut eigenen Angaben etwa 500 Millionen Euro in den Standort Forchheim investiert. So ist beispielsweise erst vor wenigen Wochen das für 350 Millionen Euro neu gebaute High-Energy Photonics-Center (HEP) eingeweiht worden, die modernste Entwicklung und Fertigung von Hochleistungs-Röntgenröhren und Generatoren für bildgebende Verfahren. 

Außerdem baut Siemens Healthineers in Forchheim aktuell eine neue Fabrik zur Züchtung von Kristallen für die Halbleiterproduktion. Die Investitionssumme beträgt 80 Millionen Euro. In der neuen Fabrik sollen 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Fabrik mit einer Nutzfläche von über 9000 Quadratmetern soll im Sommer 2026 in Betrieb gehen.

2. Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz: 1150 Mitarbeitende

Aktuell arbeiten 1150 Personen beim Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Die beiden 2019 fusionierten Krankenhäuser in Forchheim und Ebermannstadt bieten den Patienten aus dem Landkreis und Umgebung medizinische Grund- und Regelversorgung. Zu den Beschäftigten zählen Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Therapeuten sowie das Servicepersonal.

Im Januar 2026 soll der Anbau am Standort Forchheim fertiggestellt sein und die Nutzung des vierten OP-Saals möglich machen. Außerdem steht der Umzug der Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim vor dem Abschluss.

3. Simon Hegele: 900 Beschäftigte als Drehscheibe für Healthcare

Forchheim ist die zentrale Drehscheibe für den Bereich Healthcare des Logistikunternehmens Simon Hegele. 900 Beschäftigte arbeiten in Forchheim, das Logistik-Center gehört mit einer Fläche von 45.000 Quadratmetern zu den größten Standorten des in 50 Ländern operierenden Konzerns.

Im Februar hatte die Nippon Express Group (NX Group) die Simon Hegele Gruppe übernommen. Ziel beider Unternehmen: ihr globales Dienstleistungsangebot erweitern. 

Max Streit, Mitglied der Sektorleitung Healthcare in Forchheim, sagte damals: „Wir behalten unseren Namen, unsere Strukturen, die Organisation bleibt gleich und auch das Management an Bord“, sagt er. Und, ganz wichtig, keine der Angestellten brauche sich Sorgen zu machen. Tatsächlich ist die Beschäftigtenzahl in Forchheim seither sogar gewachsen.

4. Amazon Logistik: Heimlicher Riese beschäftigte circa 800 Leute

Deutschlandweit beschäftigt Amazon mehr als 40.000 Menschen an mehr als 100 Standorten, wie ein Sprecher mitteilt. Im Sortierzentrum Eggolsheim tragen rund 800 Mitarbeiter dazu bei, das System am Laufen zu halten. Aktuell wie immer in der Zeit vor Weihnachten sind dort zusätzlich circa 200 Saisonarbeitskräfte beschäftigt, so der Sprecher. Darüber hinaus beschäftigt Amazon im benachbarten Pommersfelden (Landkreis Bamberg) weitere 160 Menschen in seinem Verteilzentrum.

5. Landratsamt Forchheim mit 649 Beschäftigten

Das Landratsamt Forchheim beschäftigt derzeit 649 Menschen in unterschiedlichsten Bereichen. Beim Landkreis Forchheim sind den Angaben eines Amtssprechers zufolge derzeit 64 Beamte (davon 14 Anwärter) und 494 Angestellte (davon 18 Azubis) beschäftigt. Hinzu kommen zusätzlich 74 Beamte und 17 Angestellte, welche von der Regierung von Oberfranken ans Landratsamt abgeordnet worden sind.

6. Stadt Forchheim: Aktuell arbeiten 607 Menschen bei der Stadt

Laut dem im Februar besprochenen Stellenplan sind in der Stadt Forchheim insgesamt 682 Beamte, tariflich Beschäftigte sowie Saisonarbeiter und Azubis vorgesehen. Davon sind aber nicht alle besetzt.

Wie die Pressestelle meldet, arbeiten derzeit 607 Menschen bei der Stadt, inklusive Auszubildende. 123 im Sozial- und Erziehungsdienst, 143 im handwerklichen Bereiche, 36 im Königsbad und 305 in der Verwaltung (und sonstige Bereichen).

7. Neunkirchener Achsenfabrik beschäftigt nun weniger als 600 Menschen

Das Familienunternehmen mit Sitz in Neunkirchen am Brand beschäftigt 592 Menschen. Drei Viertel davon arbeiten im gewerblichen, der Rest im kaufmännischen Bereich. Die Neunkirchener Achsenfabrik AG (NAF) stellt Achsen und Getriebe für Arbeitsmaschinen her. Im Frühjahr 2026 soll das neue NAF-Forum eröffnen, ein Sozialgebäude mit Betriebsrestaurant auf 1145 Quadratmetern.

8. Loparex: Nach Stellenabbau wächst Belegschaft wieder auf 550 Mitarbeiter

Loparex ist ein international agierendes Unternehmen mit insgesamt elf Standorten. Der Hersteller von Trennpapieren und -folien beliefert Kunden in Schlüsselmärkten wie Klebebänder, Bauwesen, Verbundwerkstoffe, Automobil, Elektronik, erneuerbare Energien, Gesundheitswesen, Grafik, Hygiene, Etiketten sowie Logistik & Versand. Im Herbst 2023 war die Firma wegen Personalabbaus in den Schlagzeilen, nach Unterzeichnung eines Sozialplans mussten 67 Mitarbeiter gehen.  Seit Sommer 2024 wächst die Zahl der Mitarbeitenden wieder auf nun 550.

9. Diakonie Bamberg-Forchheim: 521 Beschäftigte

Die Diakonie Bamberg-Forchheim ist in Stadt und Landkreis Forchheim mit fünf Pflegeheimen (inklusive beschützendes Demenzzentrum mit Pflegeoase in Unterleinleiter), drei Tagespflegen, drei Diakoniestationen für ambulante Pflege, zwei Kitas und weiteren Beratungsangeboten vertreten. 521 Mitarbeitende sind in Stadt und Landkreis Forchheim beschäftigt, ein Großteil davon ist weiblich.

Insgesamt arbeiten etwa 1500 Menschen sowie 300 Ehrenamtliche bei der Diakonie Bamberg-Forchheim, die in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiern durfte. Die offizielle Geburtsstunde der „Inneren Mission Bamberg“ war der 13. April 1948 mit Eintrag ins Vereinsregister. Sie gilt als Keimzelle des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Verschmelzung mit dem Diakonieverband im Landkreis Forchheim zum Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim.

10. Piasten GmbH: 450 Mitarbeitende

Deutschlands größter Drageehersteller hat 450 Mitarbeiter in Forchheim. Das Unternehmen wurde 1923 in Brieg (Brzeg) bei Breslau in Oberschlesien als Schokoladenfabrik gegründet, nach dem Zweiten Weltkrieg zieht die Firma nach Forchheim, produziert zunächst Nudeln, ab 1948 dann wieder Schokolade. 2014 kauft die Katjes-Gruppe die Forchheimer Schokoladenfabrik, heute werden vor allem Dragees, Pralinen und Schokolade verkauft.

Seit Dezember hat der beliebte Werksverkauf von Piasten nach zwei Jahren Pause wieder eröffnet. Außerdem steht die Firma seit Kurzem unter neuer Führung: Marco Bauer ist neuer CEO.

11. Lebenshilfe Forchheim: 430 Beschäftigte

Bei der Lebenshilfe Forchheim und den Lebenshilfe Werkstätten Forchheim gGmbH arbeiten aktuell rund 430 Menschen mit und ohne Behinderung. Neben den Beschäftigten in der Werkstatt (rund 270 Personen) haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwiegend Berufs- oder Studienabschlüsse im pädagogischen oder therapeutischen Bereich. Wie Lebenshilfe-Vorstand Peter Pfann mitteilt, arbeiten dort unter anderem Sozialpädagoginnen, Heilerziehungspflegerinnen, Erzieherinnen, Ergotherapeutinnen, Logopädinnen, Physiotherapeutinnen und viele weitere Professionen.

Aktuell plant die Lebenshilfe einen Ersatzneubau für die Hainbrunnenschule. Die Baumaßnahme beginnt voraussichtlich Ende 2026.

12. Lidl Logistik und Verwaltung: 420 Beschäftigte

Am Verwaltungs- und Logistikstandort in Eggolsheim arbeiten rund 420 Kollegen, meldet die Lidl-Pressestelle auf Anfrage. Zur größeren Region gehören darüber hinaus laut Lidl-Pressestelle 120 Filialen mit mehr als 2800 Mitarbeitern. Am Verwaltungs- und Logistikstandort in Eggolsheim sind darüber hinaus einige Ausbildungsberufe möglich, etwa zum Fachlageristen, zur Fachkraft für Lagerlogistik oder Kaufmann für Büromanagement.

13. Kennametal Produktions GmbH & Co. KG: 400 Mitarbeitende

Kennametal hat seinen Hauptsitz in Pittsburgh (USA), weltweit beschäftigt das Technologieunternehmen etwa 8700 Menschen bei Kennametal. Circa 400 davon produzieren in Ebermannstadt vor allem Spezialwerkzeuge für den Maschinenbau, wie der stellvertretende Werkleiter Florian Kuhn mitteilt. Wie er sagt, gebe es derzeit weder Kurzarbeit noch Auftragsdellen.

14. Caritas beschäftigt zusammen genommen mehr als 380 Menschen

Der Caritasverband für die Stadt Bamberg und den Landkreis Forchheim hat 150 Mitarbeitende im Landkreis Forchheim, hinzu kommen  231 Beschäftigte der Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde mit Sitz in Bamberg, die unter anderem drei Pflegeheime im Landkreis betreiben (Forchheim, Eggolsheim, Neunkirchen am Brand).

Darüber hinaus seien im Kreis Forchheim etwa 250 Ehrenamtliche tätig, wie der Geschäftsführer Regionalcaritasverband Bamberg-Forchheim Peter Ehmann sagt. Ab Januar starte zudem in Hetzles ein neues Pilotprojekt: der Treffpunkt Pflege. Dort sollen sich Betreuungsgruppen zusammenfinden, in welche sich Seniorinnen und Senioren flexibel einbuchen können. 

15. Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH bleibt unter der 400

Im Jahre 1946 gründeten die Brüder Kurt und Bruno Waasner die Elektromechanischen Werkstätten in Schlüsselfeld, nach sechs Jahren siedelte die Firma nach Forchheim um. Heute beschäftigt das Elektrotechnik-Unternehmen 380 Mitarbeitende.

Geschäftsführer Michael Waasner, zugleich Präsident der Industrie- und Handelskammer Bayreuth für Oberfranken (IHK), geht von einer sinkenden Tendenz aus. Trotz der Investitionen am Standort Forchheim (2021 bis 2024: 11,6 Millionen Euro) lasse sich aktuell kaum abschätzen, ob weiterhin ausreichend Aufträge aus dem Automobilbau und der Großindustrie kommen, so Waasner.

Viele weitere Firmen im Landkreis Forchheim mit hohen Beschäftigtenzahlen

Knapp unter der Marke für die Top 15 liegen beispielsweise folgende Firmen: die Sparkasse Forchheim etwa, bei der aktuell 342 Menschen beschäftigt sind. Außerdem: Globus Handelshof GmbH (330 Beschäftigte), BRK Kreisverband Forchheim (304), Schmetterling Reise- und Verkehrslogistik in Obertrubach (290), Wellpappe Forchheim (circa 250), VR-Bank Bamberg-Forchheim (240 im Kreis Forchheim), Weber & Ott in Forchheim (229), Awo Forchheim (212), Minderleinsmühle Neunkirchen (200), Stadtwerke Forchheim (184), Geis Industrie Service (165), Schumacher Packaging (circa 160), Spedition Pohl (145), Elektron Weißenohe (140) und Vierling Production GmbH (140).

 

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