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Kinderbetreuung
Die Wartelisten für Kita-Plätze in Coburg sind lang
Am Weltkindertag 2022 gingen Coburgs Kinder auf die Straße und demonstrierten für mehr Rechte.
Am Weltkindertag 2022 gingen Coburgs Kinder auf die Straße und demonstrierten für mehr Rechte. // Jochen Bergere
Coburg – Jugendamtsleiter Reinhold Ehl informiert über die Betreuungssituation der Kinder in Coburg. Übergangslösungen müssen gefunden werden.

„Leider sind unsere Plätze schon voll. Wir können Sie gerne auf unsere Warteliste setzen“. Eine Aussage, die viele Eltern derzeit zu hören bekommen, wenn sie einen Platz für ihr Kind in einer Coburger Kindertagesstätte zum 1. September suchen. Noch vor Jahren war die Situation entspannter. Da hieß es immer: Jedes Kind in Coburg kann betreut werden. Die Vestestadt nahm damit einen der obersten Plätze in Bayern ein, was die Betreuungssituation der Kinder unter sechs Jahren betraf.

Neue Plätze waren geplant

Aber bereits 2019 war klar: Die demografische Entwicklung und der Zustrom von Flüchtlingen bringt Engpässe mit sich. Die Stadt reagierte und beschloss, 125 neue Plätze zu schaffen. Der Kindergarten „Ascolino“, das Kinderhaus „Bergwichtel“ und der Kindergarten „Kuckucksnest“ in Scheuerfeld bekamen den Zuschlag zur Erweiterung und Schaffung neuer Plätze.

Trägerschaft entzogen

Doch die Realität zum 1. September diesen Jahres sieht anders aus. Dem Kindergarten in Scheuerfeld wurde jetzt die Trägerschaft für den Ausbau der neu zu schaffenden 37 Plätze entzogen. Jugendamtsleiter Reinhold Ehl erläutert die Situation im Interview.

Bei Fragen zur grundsätzlichen Situation der Kind im Hinblick auf die Auswirkungen der Pandemie, Therapieangebote und Psychologenplätze sieht sich die Stadt nicht in der Verantwortung. Das ist grundsätzlich als schade einzustufen, da die Familienstadt punkten möchte und weiter vorangetrieben werden soll. Auch, auf die Frage, was gegen die Kinderarmut in Coburg getan werden kann (auf Platz 2 in Bayern), verweist der Jugendamtsleiter ans Jobcenter.

Das Interview

Tageblatt: Herr Ehl, der Anbau an den Kindergarten Scheuerfeld verzögert sich. Ascolino ist im Bau. Dennoch: Wie ist es um die Kindergarten- und Krippenplätze in der Stadt Coburg zum 1. September 2023 bestellt?

Reinhold Ehl: Wie dem Masterplan Kindertagesbetreuung zu entnehmen ist, gibt es derzeit rund 1.700 Kita-Plätze in der Stadt Coburg. Bis zum Jahr 2025 ist die Schaffung weiterer 125 Plätze bereits beschlossen. Aktuell konnten die Beschlüsse aus dem Jahr 2019 noch nicht alle umgesetzt werden, weil die drastisch gestiegenen Baukosten aber auch andere Entwicklungen wie der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich zuletzt mehrere Projekte ins Stocken gebracht haben.

Das bedeutet, dass im Hintergrund verstärkt gute Übergangslösungen gesucht und gefunden wurden, weil Neubauten – wie man sieht – heutzutage einen jahrelangen genehmigungsrechtlichen Vorlauf benötigen. Bereits in den Vorjahren gab es zum selben Zeitpunkt immer eine Warteliste, die nach und nach durch das Jugendamt im engen Kontakt mit den Einrichtungsleitungen abgearbeitet wird, zum Beispiel, weil sich Eltern einen Platz teilen („Platz-Sharing“) oder weil einzelne Plätze frei geworden sind (durch Wegzug oder weil andere Betreuungsformen gewählt werden, beispielsweise durch Großeltern).

Wie sieht es mit der Tagesmutter-Szene in Coburg aus?

Alle Tagesmütter sind gut ausgelastet. Es werden jedoch tatsächlich noch weitere potenzielle Tagesmütter gesucht, Informationen zur erforderlichen Qualifizierung erhält man im Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg bei der zuständigen Fachkraft: Barbara.Weiß@coburg.de , Telefon: 09561 / 89 - 25 14.

Folgen der Pandemie: Die Zahlen von Kindern, die nach Corona erhöhten Therapiebedarf haben, ist bundesweit gestiegen. Gibt es hierzu auch Zahlen für Coburg?

Nein, diese Zahlen werden statistisch nicht erfasst.

Sind Ihnen seither verstärkt Missbrauchsfälle oder Kindsmisshandlungen bekannt?

Nein, es gibt hier in der Stadt Coburg keinen signifikanten Anstieg. Die Zahlen bewegen sich im Mittel der Vorjahre.

Musste das Jugendamt in letzter Zeit verstärkt bei Familien eingreifen, in denen Kinder vernachlässigt werden?

Nein, es gibt hier in der Stadt Coburg keinen signifikanten Anstieg. Die Zahlen bewegen sich im Mittel der Vorjahre.

Was kann getan werden, damit die Wartezeiten bei Therapeuten, Psychologen und Psychiatern für Kindern minimiert werden? Aktuell ist es schwierig, kurzzeitig einen Termin zu bekommen?

Richtig. Das Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg hat aber hierauf keinen Einfluss.

Für Kleinkinder (unter 6) gibt es derzeit kein Angebot für eine Hilfe im Scheidungsfall. Beim Kinderschutzbund heißt es, es fehlen Therapeuten. Ist Ihnen das Problem bekannt?

Ja. Das Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg hat aber hierauf keinen Einfluss.

Wie erklären Sie sich, dass Coburg bei der Kinderarmut in Bayern auf dem zweiten Platz steht? Was kann Ihrer Meinung dagegen unternommen werden? Was wird bereits getan?

Die Fallzahlen bei Übernahme der Kinderbetreuungskosten ist im 10-Jahres-Schnitt in etwa gleich geblieben, das bedeutet, dass Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg nach wie vor für knapp ein Drittel der Kinder die Kosten für einen Kita-Platz ganz oder teilweise – je nach Familieneinkommen – übernimmt. Generell fällt das Thema „Kinder-Grundsicherung“ aber in den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Coburg-Stadt. Dort kann auch über die Entwicklung der Fallzahlen der Bedarfsgemeinschaften, in denen Kinder leben, Auskunft gegeben werden.

Tagesmütter gesucht

Informationen zur erforderlichen Qualifizierung erhält man im Amt für Jugend und Familie der Stadt Coburg bei der zuständigen Fachkraft: Barbara.Weiß@coburg.de , Telefon: 09561 / 89 - 25 14.

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