Vor allem wirtschaftlich gesehen war das Jahr 2025 für die Region alles andere als gut. Nicht nur müssen Städte wie Erlangen, Herzogenaurach oder auch Forchheim ordentlich sparen. Auch die großen, im Landkreis ansässigen Firmen wurden in diesem Jahr von der Wirtschaftsflaute eingeholt. Die Reaktion darauf war bei vielen ähnlich: Stellenabbau. Wir haben zusammengefasst, wo im Landkreis wie viele Stellen eingespart werden sollen – und wie weit der Abbau fortgeschritten ist.
Stellenabbau und Tarifausstieg bei Adidas
Stellenabbau und Tarifausstieg bei Schaeffler
Trennung von Healthineers und Stellenabbau bei Siemens
Krisenjahr bei Puma
Schon bei der Pressekonferenz zum ersten Quartal 2025 hatte der Sportartikelhersteller Puma angekündigt, weltweit 500 Stellen abbauen zu wollen – 150 davon im Headquarter in Herzogenaurach, wo insgesamt rund 1700 Mitarbeiter beschäftigt sind. Seit Jahren kämpft die Raubkatze gegen einen sich fortsetzenden Abwärtstrend an und musste 2025 statt eines Gewinnes in Milliardenhöhe, wie bei manchen Konkurrenten, sogar Verluste einfahren. Zum Ende des dritten Quartals kam schließlich die nächste Hiobsbotschaft: Der neue CEO Arthur Hoeld kündigt den Abbau von weiteren 900 Stellen an.
Puma generiert neuen Finanzrahmen
Mit genaueren Informationen hält das Unternehmen sich seither bedeckt. Klar ist, dass der Abbau vor allem Verwaltungsstellen treffen und bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Ob und wie viele Stellen davon in Herzogenaurach betroffen sind, ist jedoch nicht klar – auch wenn hier ein Großteil der Administrative sitzt. Auf Nachfrage von fraenkischertag.de nach dem Stand des Abbaus erklärt ein Unternehmenssprecher nur, dass die zuerst angekündigten 500 Stellen „im Rahmen von 'nextlevel' im Jahr 2025 abgebaut wurden“. „Nextlevel“ nennt Puma sein Kosteneffizienzprogramm. Weitere Angaben könne das Unternehmen derzeit nicht machen.
Eine gute Nachricht gab es beim Sportgiganten zum Ende des Jahres aber doch noch: Zusätzliche Gelder in Höhe von über 600 Millionen Euro hat der angeschlagene Konzern sich gesichert und sich somit wieder mehr finanziellen Spielraum geschaffen.
Stellenabbau und Tarifausstieg bei Adidas
Zwar ist die Situation beim direkten Konkurrenten und Nachbarn Adidas ein wenig anders gelagert – immerhin verbucht das Unternehmen im dritten Quartal 2025 einen Umsatzrekord – auf Sparkurs ist aber scheinbar auch der zweite Herzogenauracher Sportartikelriese. Schon Anfang des Jahres kündigte Adidas den geplanten Abbau von rund 500 Stellen in Herzogenaurach an, um bestehende Strukturen im Unternehmen weniger komplex zu gestalten.
Der Abbau sollte im Rahmen eines Freiwilligenprogramms erfolgen, das laut einem Unternehmenssprecher „gut angenommen“ worden sei. Der Abbau sei bereits „weitestgehend abgeschlossen“. Wie viele Mitarbeiter Adidas aktuell am Standort Herzogenaurach hat, soll erst im Geschäftsbericht im März verkündet werden, Ende 2024 waren es noch 5800 Stellen im Headquarter.
Adidas kauft Sport Hoffmann in Herzogenaurach
Neben den erfreulichen Umsätzen gab es für Adidas auch den Kauf eines direkten Konkurrenten zu feiern: Am 1. Mai 2026 soll das Sportartikelunternehmen Sport Hoffmann aus Herzogenaurach von Adidas übernommen werden.
Doch neben dem Stellenabbau hatte das Unternehmen in diesem Jahr noch eine weitere schlechte Nachricht für viele Mitarbeiter parat. Trotz der Umsätze in Milliardenhöhe ist der Herzogenauracher Konzern im September aus dem Tarifvertrag ausgestiegen – eine Entscheidung, die CEO Bjørn Gulden bei der Bilanz des dritten Quartals gegen alle Kritik verteidigte.
Stellenabbau und Schritt in die Rüstung bei Schaeffler
Auch Schaeffler blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Vom Einstieg in die Rüstung über das Ende eines jahrzehntelangen Hilfsprojektes bis hin zum massiven Stellenabbau: 2025 wollte keine Ruhe einkehren. Schon Ende des vergangenen Jahres hatte der Automobilzulieferer angekündigt, 2800 Stellen in Deutschland und sogar 4700 Stellen europaweit abbauen zu wollen. Besonders hart sollte es den Standort Herzogenaurach mit 700 Stellen treffen.
Stellenabbau soll bis 2029 abgeschlossen sein
Zwar hatte der Betriebsrat im September noch verkündet, dass sich im Unternehmen zu wenig Freiwillige gefunden hätten. Auf erneute Nachfrage dieser Redaktion erklärt ein Sprecher des Unternehmens aber, dass die Umsetzung der Maßnahmen „planmäßig in allen Bereichen“ voranschreite. „Wir sind zuversichtlich, dass der geplante Abbau im Zeitraum 2025 bis 2027 erfolgt ist und sich das Einsparpotential in 2029 vollumfänglich realisieren wird“, so der Sprecher weiter. Das Unternehmen sei im Austausch mit dem Betriebsrat, „um eine sozialverträgliche Umsetzung zu erreichen“, wie zum Beispiel durch Aufhebungsverträge oder Altersteilzeit. Weitere Details könne man derzeit nicht nennen.
Trennung von Healthineers und Stellenabbau bei Siemens
Siemens hat ein rundum turbulentes Jahr hinter sich. Zum einen verkündete das Unternehmen im Herbst die Abspaltung der Tochterfirma Siemens Healthineers, zum anderen stellte Siemens eine Neuausrichtung mit strafferen Strukturen und mehr Investments in Märkte wie China vor.
Doch auch den Mitarbeitern von Siemens bleibt zwischen allen anderen Veränderungen ein Stellenabbau nicht erspart. 2500 Stellen soll es deutschlandweit treffen, davon 1250 in der Metropolregion Nürnberg. Zu den ursprünglich 400 Stellen in Erlangen sind nach Angaben eines Unternehmenssprechers nun noch einmal 40 „im Rahmen eines Transformationsprogramms im Geschäft mit Elektromobilitäts-Ladelösungen“ hinzugekommen. „Mit den Maßnahmen des Interessenausgleichs vom Juli 2025 sind wir sehr gut im Plan und sehr zuversichtlich, wie angekündigt, die vollständige Umsetzung bis Ende des Geschäftsjahres 2027 zu erreichen“, heißt es in dem Statement weiter. Betriebsbedingte Kündigungen solle es demnach aber nicht geben.
Siemens setzt auf Transformationsfonds für Weiterbildungen
Neben den 440 Stellen in Erlangen sollen 240 Stellen in Nürnberg, 280 in Fürth, 270 in Amberg und 140 Stellen in Bad Neustadt abgebaut werden. Weltweit sind insgesamt 5600 Stellen betroffen. Immerhin: Die Abspaltung von Healthineers soll weder zu einer weiteren Personalanpassung führen, noch sollen die Standorte in Röttenbach, Erlangen und Forchheim in Gefahr sein.
Außerdem soll bei Siemens bis zum Jahr 2030 ein „Transformationsfonds in Höhe von 50 Millionen Euro“ für Weiterbildungen „insbesondere in Bezug auf neue Technologien wie z.B. Künstliche Intelligenz“ zur Verfügung stehen. Damit wolle das Unternehmen seine rund 21.000 Mitarbeiter in Erlangen (inkl. Healthineers) „fit für die Zukunft“ machen.

















